Außergewöhnlich, emotional, kreativ! Die Jahreshauptversammlung der Schiedsrichter-Vereinigung Hochrhein am Mittwochabend setzt in der Wehrer Stadthalle ein dickes Ausrufezeichen.
Einer wie keiner. Die Verabschiedung und hohe Auszeichnung von Schiedsrichter-Einteiler Dieter Grethler stand an diesem launigen und extrem unterhaltsamen Abend im Mittelpunkt. Nach etwas mehr als 50 Jahren im Dienste des Bezirksfußballs machte die Legende Schluss, legte ihr verantwortungsvolles Amt in neue Hände.
Premiere und ein gewisser Jogi Löw auf dem Platz
„Fern der Heimat – und doch immer ganz nah dran: Das beschreibt dich, Dieter, wohl am besten. Denn, obwohl du mittlerweile im schönen Detmold in Nordrhein-Westfalen lebst, bis du seit dem 1. Juli 1975, also seit über 50 Jahren, ein fester, verlässlicher und geschätzter Teil unserer Schiedsrichter-Vereinigung Hochrhein“, begann Verbandsschiedsrichter-Obmann Ralf Brombacher (Kandern) seine Laudatio. „Dein Name ist untrennbar mit dem Fußball in unserer Region verbunden – nicht nur, weil du über viele Jahrzehnte hinweg gestaltet, begleitet und getragen hast: als Schiedsrichter, Staffelleiter, Ausschussmitglied, Lehrwart und – in vielleicht der undankbarsten, aber auch wichtigsten Funktion – als Spieleinteiler“, huldigte Brombacher seinen einstigen Wegbegleiter. Anschließend ernannte der Verbands-Schiedsrichter-Obmann Brombacher Dieter Grethler zum Ehrenmitglied der Schiedsrichter-Vereinigung Oberrhein.
Zuvor hatte Grethler selbst das Wort ergriffen und seinen Werdegang in der Schiedsrichter-Vereinigung mit launigen Worten und Anekdoten geschildert. In bester Erinnerung ist ihm noch sein erstes Spiel, das er als Schiedsrichter geleitet hat. Es war ein C-Jugendspiel zwischen dem FC Schönau und DJK Freiburg. Und aufseiten der Schönauer spielte der junge Jogi Löw, der später Weltmeistertrainer der Deutschen Nationalmannschaft wurde. Mit stehenden Ovationen bedankten sich die anwesenden Schiedsrichter anschließend für Grethlers Impressionen.
Der heimiche Star des Abends war ein anderer. Hafes Gerspacher alias Dieter Grethler, unterstützt von Lukas Gäng, riss die Unparteiischen mit seiner Persiflage auf das neue Ehrenmitglied der Schiedsrichter-Vereinigung Hochrhein von den Sitzen.
Alle Wahlen gehen einstimmig über die Bühne
Regularien gab es aber an diesem Abend auch noch abzuhandeln. Einstimmige Ergebnisse prägten die Wahlen. Ramon Leisinger, der sich seit seiner Wahl als Vorsitzender viele Verdienste mit seiner Arbeit als Chef des Bezirksschiedsrichter-Ausschusses erworben hat, wurde ebenso wie seine BSA-Mitstreiter in ihren Ämtern einstimmig bestätigt. Fortan sind Marco Brendle (Freiburg) bei den Aktiven und Stefan Mera-Linz bei den Junioren für die Schiedsrichter-Einteilung im Bezirk verantwortlich.
Der neue Bezirksschiedsrichter-Ausschuss (BSA) hat folgende Zusammensetzung: Vorsitzender: Ramon Leisinger (Zürich); Schriftführer: Uwe Seifert (Waldshut-Tiengen); Bezirkslehrwart: Mathias Heilig (Erzingen); stellvertretender Bezirkslehrwart: Lukas Gäng (Nöggenschwiel); SR-Einteiler: Marco Brendle (Aktive, Freiburg), Stefan Mera-Linz, (Junioren, Schopfheim); Beisitzer Beobachtungswesen: Timo Bugglin (Weil am Rhein); Beisitzer für Nachwuchsförderung: Christian Eiletz (Rheinfelden).
Schiedsrichterzahl leicht gewachsen
In seinem Jahresbericht ging Chef Leisinger auf die Mitgliederbewegungen im abgelaufenen Spieljahr ein. Die Anzahl der aktiven Schiedsrichter in den einzelnen Gruppen (Hochrhein, Klettgau, Markgräflerland, Rheintal, Wiesental) hat sich leicht erhöht. Waren es 2023 192, sind es 2025 209.
Im Februar 2025 wurde das Projekt „SR-Praktikum“ zur Gewinnung von Schiedsrichtern ins Leben gerufen. Trotz mehrerer Werbemaßnahmen meldeten sich nur zwei Interessierte. Beide pfeifen heute Spiele im Bezirk. Leisinger kündigte an, dass das Projekt wiederholt werde. Ein Erfolg wurde dagegen das Pilotprojekt in Form eines Ganztageslehrgangs auf der Anlage des TuS Binzen. TuS-Vorsitzender Volker Scherer, der bereits seit 35 Jahren der Schiedsrichter-Vereinigung Hochrhein angehört, wurde am Mittwoch für seine Gastfreundschaft ausgezeichnet. Leisinger war es auch wichtig, allen BSA-Mitgliedern sowie der Spruchkammer für „ihre herausragende Arbeit“ zu danken.
Ausführlich zu Wort kam natürlich auch Verbandsschiedsrichter-Obmann Ralf Brombacher. „Die Saison 2024/25 ist zu Ende, und wir können als kleines Südbaden aus Sicht der Schiedsrichter erneut auf ein gelungenes Spieljahr zurückblicken“, betonte Brombacher.
Heilig und Bugglin setzen Maßstäbe
Ausführlich ging er danach auf die Leistungen der überregionalen Schiedsrichter ein. Die beiden Top-Schiedsrichter Daniel Schlager (Baden-Baden) und Matthias Jöllenbeck (Freiburg) überzeugten auf DFB- und internationaler Ebene. In der 3. Liga punktete Martin Wilke aus Freiburg. Jonas Brombacher war aufgrund von Verletzungen die gesamte Saison nicht einsetzbar und verlässt nun freiwillig die DFB-Liste.
In der Regionalliga setzten Mathias Heilig und Timo Bugglin aus dem Bezirk Hochrhein Ausrufezeichen. In der Oberliga kam Kiki Eiletz auf einen hervorragenden siebten Platz.
In der Verbandsliga glänzte Matthias Schoester mit einem dritten Platz. Direkt dahinter platzierte sich Stefan Mera-Linz als Vierter. Die Plätze acht und 19 gingen an Ardian Bräutigam und Remigiusz Baran. Schoester hat inzwischen seine Tätifkeit aufgegeben. In der Landesliga war die Rangfolge der eingesetzten Hochrhein-Schiedsrichter: 13. Stefan Schmidt, 17. Riccardo Lombardo, 25. Martin Benek, 26. Christian Rapp, 37. Andreas Holub, 38. Fabian Wehner, 40. Philip Jourdan, 44. Nicolas Preinl und 48. Marco Weber.
Jürgen Romotzki 50 Jahre dabei
Brombacher schloss seinen Vortrag mit den Worten: „Abschließend möchte ich dem gesamten BSA Hochrhein für die geleistete Arbeit im vergangenen Jahr herzlich danken. Euer Engagement und eure Verlässlichkeit sind wesentliche Pfeiler für den Erfolg eures Bezirks.“ Ein Sonderlob Brombachers heimste Ramon Leisinger ein: „Ich danke dir für deine Arbeit – vor allem für die Art, wie du sie gemacht hast: mit echter Hingabe, einem klaren Kompass und beeindruckender Loyalität.“
Auch in dieser Jahreshauptversammlung nahmen die Ehrungen einen breiten Raum ein. Für zehnjährige Mitgliedschaft wurden Ricardo Lombardo, Peter Bauer und Toni Mossa ausgezeichnet. Für zehn Jahre Mitgliedschaft (Ehrennadel) erhielten Rolf Rösch, Fabian Wehner und Andreas Wirtz eine Urkunde samt Nadel, für 15 Jahre Remigius Baran und Christian Kühn. Weiter geehrt wurden: Günter Brendle, Gerhard Gantert (beide 30 Jahre), Günter Hess, Gregor Haber, Otto Schönle, Volker Scherer (alle 35 Jahre), James Eckert, Franco Stabile (beide 40 Jahre) und Jürgen Romotzki (50 Jahre).