Ein Autokran hat die 2,8 Tonnen schwere Aluminium-Fertigbrücke am Donnerstag über die Starzel bei Stein gehoben. Die Restarbeiten dauern zwei bis drei Wochen.
Gegen 7.50 Uhr liegt am Donnerstagmorgen die neue Brücke noch auf dem Tieflader. Das 2,8 Tonnen schwere Fertigteil aus Aluminium war am Abend zuvor mit Polizeigeleit angeliefert worden, so dass die Straße nach Stein auf Höhe der Bahnlinie nur halbseitig befahrbar war. Nicht schlecht staunte manch ein Autofahrer, als der Kran das Bauwerk langsam in die Höhe hob.
Auch für Markus Jäschke vom Bauamt der Stadt Hechingen ist es kein alltäglicher Anblick: „Das kommt nur alle paar Jahre vor“, berichtet er vor Ort, während der Kranführer die Konstruktion augenscheinlich routiniert über die Baumwipfel hebt.
Arbeiten dauern noch
Mit dem Einsetzen der neuen Brücke ist es derweil nicht getan: Die Zufahrtswege erhalten jeweils noch Geländer und werden mitsamt der Schachtdeckel in der Höhe angepasst. Jäschke schätzt die Restarbeiten auf zwei bis drei Wochen, dann öffnet die Fuß- und Radverbindung von und nach Stein wieder.
Es ist zwar kein Bauwerk für die Ewigkeit, aber mindestens 100 Jahre soll die neue Brücke halten. Ausgestattet ist der Boden mit rutschfestem Belag. Bislang wies ein Schild die Radfahrer darauf hin, abzusteigen, weil die Holzdielen bei nassem Wetter recht rutschig werden konnten – die Stadt wollte sich bei einem Unfall nicht haftbar machen lassen. Ob das Schild nun wieder aufgestellt werden muss, war während der Bauarbeiten noch offen.
Zufahrten werden mit Pollern ausgestattet
Sicher ist hingegen: Der Fuß- und Radweg wird mit der neuen Brücke gut drei Meter breit, darf aber kein verkappter Feldweg für Fahrzeuge werden. Die Zufahrten werden deshalb mit Pollern ausgestattet.
Während der Restarbeiten ist der Radweg von der Turn- und Festhalle Stein bis zur Einfahrt in die Kläranlage an der Haigerlocher Straße in Hechingen gesperrt. Fahrradfahrer müssen bis zur Fertigstellung auf die Straße ausweichen.
Alte Brücke wurde Anfang der 1990er-Jahre installiert
Die alte Brücke wurde Anfang der 1990er-Jahre installiert. Aufgrund der Lage, ist es im Bereich des Bauwerks oftmals längere Zeit feucht, was den Holzdielen an Geländer und Boden zugesetzt und über die Jahrzehnte zu Schäden geführt hat. Ursprünglich sollen in dem Bereich damals nicht so viele Bäume gewesen sein wie heute, weshalb sich in der Senke umso mehr Feuchtigkeit ansammelt; es ist also eigentlich kein idealer Standort für eine Brücke aus Holz. Schon im Jahr 2022 erhielt die Holzbrücke nach einer Begutachtung die Note 3,3 – die schlechteste Bewertung wäre 4.
Die neue Brücke ist aus Aluminium: Das Material soll wenig Wartung und Unterhalt erfordern und ist besser geeignet für eine feuchte Umgebung. Die Stadt Hechingen hat bereits eine Fußgängeraluminiumbrücke dieser Art als Übergang über die Bahnlinie beim Brielhof.
Nach dem Rückbau der Holzbrücke lagen die darunter liegenden Leitungen offen: Die größte davon ist eine Abwasserleitung, gebaut als Spannbetonrohr; des Weiteren waren ein verzinktes Stahlrohr als Schutzrohr für die Mittelspannungsleitung (20 kV) des Stromnetzbetreibers Netze-BW sowie die Gasleitung der Stadtwerke Hechingen gehängt.