Die Baloise-Gruppe, hier der Baloise Park am Basler Aeschengraben, ist mit der Helvetia zusammengegangen. Foto: Kanton Basel-Stadt

Die beiden fusionierten Versicherer Helvetia und Baloise sind neu als Helvetia Baloise an die Schweizer Börse gegangen. Zum Hauptsitz der neuen Gesellschaft wurde Basel bestimmt.

Nun ist es soweit: An der Schweizer Börse werden die fusionierten Versicherer Helvetia und Baloise neu als Helvetia Baloise gehandelt. Dies nachdem die Firmen den Zusammenschluss am Freitag vollzogen hatten. Entstanden ist ein Schwergewicht auf dem europäischen Versicherungsmarkt.

 

Die Aktie der Helvetia Baloise Holding ist am Montagmorgen unter dem Börsensymbol HBAN mit einem Kurs von 198,20 Franken an der Schweizer Börse in den Handel gestartet. Der Kurs lag da noch leicht über der Schlussnotierung der Helvetia-Aktie vom Freitag. Danach fiel er ins Minus und büßte gegen 11 Uhr gut ein Prozent

ein. Die Papiere der Baloise Gruppe, die technisch gesehen im Rahmen einer „Fusion unter Gleichen“ in der Helvetia aufgeht, wurden derweil mit dem Vollzug der Fusion in neu ausgegebene Namensaktien der Helvetia Baloise umgetauscht und dekotiert.

Schweizer Konzern mit Gewicht in Europa

Die Fusion hatten Helvetia und Baloise nach Ostern angekündigt, und im Mai gaben die Aktionäre beider Firmen grünes Licht dazu. Dabei steigt die neue Firma laut eigenen Angaben im Heimmarkt Schweiz mit über zwei Millionen Kunden und einem Marktanteil von rund 20 Prozent zum größten Allbranchenversicherer auf. Zudem will die Gruppe in Europa eine stärkere Rolle einnehmen. Mit einem Geschäftsvolumen von total rund 20 Milliarden Franken und rund 22 000 Angestellten, verteilt auf acht Länder (Schweiz, Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich, Belgien, Luxemburg und Österreich) schafft sie es in die „Top 10“ der börsenkotierten Versicherungen Europas.

Spekulationen um Stellenabbau

Gemessen an der Mitarbeiterzahl dürfte die Gesellschaft aber an Größe verlieren, denn es werden Stellen abgebaut. Wie umfangreich der Abbau sein wird, ist noch nicht bekannt. In den Medien reichen Spekulationen bis zu 2000 Jobs, die verloren gehen. Laut Aussagen aus dem Management stehen doppelt besetzte Stabsstellen im Fokus für den Abbau. Insgesamt rechnet Helvetia Baloise im Zuge der Fusion mit einem jährlichen Synergiepotenzial von rund 350 Millionen Franken vor Steuern. Darin nicht eingerechnet sind bereits laufende Sparprogramme. Den Aktionären wurde eine Steigerung der Dividendenkapazität um rund 20 Prozent bis ins Jahr 2029 versprochen. Details zur Strategie will das Unternehmen Mitte April an einem Investorentag bekanntgeben.

Zum Hauptsitz der neuen Gesellschaft wurde Basel bestimmt, wo die Baloise ihren Sitz hat und auch die Helvetia sehr gut vertreten ist. Der Hauptsitz von Helvetia liegt in St. Gallen. An der Spitze der neuen Gruppe stehen Baloise-Präsident Thomas von Planta als Verwaltungsratspräsident und Helvetia-Chef Fabian Rupprecht als CEO.

Hohe Goodwill-Positionen in der Bilanz

Für die Finanzgemeinde hat Helvetia Baloise am Montagmorgen eine Rechnung mit sogenannten Pro-Forma-Zahlen publiziert. Darin trägt die Gruppe die Geschäftszahlen der beiden Versicherer zusammen inklusive Anpassungen, die sich aus der Fusion ergaben. In der Bilanz der neuen Gesellschaft fallen laut den Angaben große Positionen zum Goodwill (4,7 Milliarden Franken) und weiteren immateriellen Vermögenswerten (3,4 Milliarden) ins Gewicht, die im Zuge der faktischen Übernahme der Baloise verbucht wurden. Das gesamte Eigenkapital beträgt 13,9 Milliarden. Die Goodwill-Positionen sollen über rund zehn Jahre abgeschrieben werden. In den Pro-Forma-Berechnungen zum ersten Halbjahr 2025 wurden 150 Millionen Franken abgeschrieben und so liegt der Pro-Forma-Gewinn mit 517 Millionen unter dem kombinierten Halbjahresgewinn von Helvetia und Baloise von 596 Millionen.