Für Software-Lizenzen müssen die Kommunen im Jahr ordentlich blechen.Foto: © MQ-Illustrations – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Kommunales: Nach Fusion der Landes-Rechenzentren wird Anpassung nötig / Jährlich viel Geld für EDV

In Bad Teinach-Zavelstein und Neuweiler stand die Anpassung von Verträgen mit dem Rechenzentrum an. Die Umstellung kostet nichts, die elektronische Datenverarbeitung (EDV) innerhalb der Verwaltungen hingegen richtig viel.

Bad Teinach-Zavelstein/Neuweiler. Es war ein Thema, das im ersten Moment eher weniger spannend klang. Denn unter Tagesordnungspunkt sieben im Bad Teinach-Zavelsteiner Gemeinderat war das Thema "Vereinheitlichung der Verträge, Entgelte und Produkte beim kommunalen Rechenzentrum" zu finden.

Das sei ein Punkt, erläuterte Bürgermeister Markus Wendel, über den man "drei oder 30 Minuten debattieren kann". Man reagiere mit der Vertragsanpassung an die sogenannte "Komm.ONE" auf einen gewissen "Konzentrationsprozess" bei den Rechenzentren.

Immer mehr Zusammenschlüsse

Denn ureinst, also im Jahr 1971, kamen die Kommunen Baden-Württembergs schon auf die Idee, die Aufgaben der elektronischen Datenverarbeitung an Rechenzentren auszulagern.

Mit den Jahren wurden diese immer weiter zusammengefasst. Im Jahr 2003 schlossen sich dann die bis dato selbstständigen Rechenzentren Freiburg, Karlsruhe und Heilbronn/Heidelberg zu einem Zweckverband zusammen.

Zwei weitere Zweckverbände, einer für den Bereich Reutlingen/Ulm und einer für die Region Stuttgart, werkelten in friedlicher Koexistenz parallel. Dann folgte im Jahr 2018 die vollständige Fusion aller drei Verbände zur heutigen Komm.ONE. Letztere wurde zum 1. Juli 2020 in eine Anstalt öffentlichen Rechts überführt.

Nun müssen, um die Fusion "abzurunden", wie es in der Sitzungsvorlage heißt, die Verträge angepasst werden. "Inhaltlich ändert sich da nichts", erklärte Wendel. Man gebe weiterhin rund 20 Euro pro Einwohner nur für Software und diverse Lizenzen aus. Um die 60 000 Euro macht das im Stadthaushalt aus, erklärte Wendel.

Da sind beispielsweise diverse Programme für das Meldewesen, das Standesamt oder auch für die Finanzabwicklung.

"Und da ist die Hardware noch gar nicht dabei", so Wendel. Summa summarum müsse man jährlich allein für EDV, also Programme und Hardware wie Computer, Bildschirme und Netzwerk, 100 000 Euro berappen.

Es gibt keinen Plan B zu "Komm.ONE"

Und da das ganze Thema Jahr um Jahr anspruchsvoller werde, komme man gar nicht um einen externen Dienstleiter wie die "Komm.ONE" herum. "Es gibt da keinen Plan B", meinte Wendel.

Der Gemeinderat sah das gleich und segnete die Vertragsanpassung einstimmig ab.

Auch in Neuweiler ploppt das Thema auf

Im Übrigen ist Bad Teinach-Zavelstein nicht die einzige Kommune, bei der diese Anpassung ansteht. Auch in Neuweiler leitete Doris Hammann, die den privat verhinderten Bürgermeister Martin Buchwald im Gemeinderat vertrat, das Thema mit dem Hinweis auf eine Formalie ein. "Wir müssen nur den Rahmenvertrag neu fassen", erklärte Hammann ihren Ratskollegen.

Was da denn alles gemacht werde und was an Kosten monatlich zusammen kämen, fragte Gemeinderat Rainer Dörich nach.

Kämmerin Carola Reichert hatte Kraft Amtes die Zahlen natürlich parat: "Rund 500 Euro im Monat", so die Antwort. Programme für die Kasse, der Wahlmanager oder auch diverse Anwendungen eines bekannten Mannheimer Software-Giganten, die eben zum Funktionieren einer Verwaltung gebraucht würden, stelle das Rechenzentrum zur Verfügung.

Schlussendlich votierte auch das Neuweiler Gremium einstimmig für die Anpassung der Verträge.

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