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Furtwangen Zeichen gegen Ausbreitung

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Paul Ketterer (links) gibt zu Beginn des Gottesdienstes einige Erläuterungen zu den Pestkreuzen, bevor sie dann von Diakon Christoph Franke gesegnet werden. Archiv-Foto: Heimpel Foto: Schwarzwälder Bote

Furtwangen-Rohrbach (sh). Pestkreuze, errichtet als Glaubenszeichen gegen die Ausbreitung der Pest oder als Dank für die verbliebene Gesundheit, diese Zeichen rücken in der Zeit von Corona wieder mehr in den Blickpunkt. Wie viele der Pestkreuze in Europa fielen auch die in Rohrbach dem Zahn der Zeit zum Opfer. Denn die Originale aus dem 17. Jahrhundert sind nicht mehr vorhanden.

Auf einer Wiese direkt im Kreuzungsbereich von Land- und Kreisstraße bei der Fuchsfalle wurden in den Jahren 2010 bis 2012 drei Pestkreuze aber wieder errichtet und durch Diakon Christoph Franke geweiht. Es war eine große Schar von Gläubigen vor allem aus Rohrbach, die dem Aufruf gefolgt waren. Für einen feierlichen Rahmen sorgte damals der Handharmonikaclub Edelweiß Rohrbach, der die Gesänge begleitete.

In einem Wortgottesdienst wurde die Bedeutung des Kreuzes in Erinnerung gerufen, bevor dann Diakon Christoph Franke die drei Kreuze feierlich segnete.

Paul Ketterer vom benachbarten Seppjockelshof erläuterte die Geschichte dieser Pestkreuze. Dabei machte er deutlich, dass genaue Informationen über diese Kreuze an keiner Stelle zu finden sind. Sicher ist nur, dass diese schon seit langen Zeiten an dieser Stelle standen. Sicher überliefert ist auch, dass während des 30-jährigen Krieges französische Söldner im Jahr 1639 die Pest in die Raumschaft brachten.

Mehrere dieser französischen Soldaten seien dabei direkt an der Gemarkungsgrenze zwischen Schönwald und Rohrbach der Seuche zum Opfer gefallen und dort auch begraben worden. Noch heute heißt dieser Platz "Franzosenloch". Damals haben also die Rohrbacher Bürger die drei Pestkreuze aufgestellt, um die Pest von Rohrbach fernzuhalten. Ob diese Kreuze die ganze Zeit standen oder auch nur zeitweise, ist nicht überliefert.

Sicher ist, dass die bestehenden Pestkreuze im Jahr 1977 dem Straßenausbau im Bereich der Fuchsfalle weichen mussten. Dies war für die Nachbarn, die Familie Ketterer vom Seppjockelshof, die Wirte-Familie Henninger vom Gasthaus Fuchsfalle und die Familie Blessing vom "Hirzwald" dann aber der Anlass, im Jahr 1984 die Kreuze an der heutigen Stelle direkt neben der Landstraße wieder zu errichten.

Inzwischen waren dann aber die Kreuze aus Eiche total verfault gewesen und mussten entfernt werden. Und so fanden sich die Familien Ketterer und Blessing erneut zusammen, um diese Kreuze aufzurichten. Zwei Tafeln erinnern an die aktuelle Wiedererrichtung und an die von 1984. Dort wird für die Verschonung von der Pest gedankt. Eingeweiht wurden die Tafeln an Pfingsten 1984.

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