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Furtwangen Vor 175 Jahren zerstört Lawinenunglück den Königenhof

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Für einen aufschlussreichen Vortrag dankt Ortsvorsteher Rainer Jung (rechts) dem Referenten Siegfried Kleiser. Foto: Hajek Foto: Schwarzwälder Bote

Furtwangen-Neukirch. 175 Jahre ist es her, seit der Königenhof in Neukirch durch eine Lawine zerstört wurde. 16 Menschen fanden bei diesem Unglück den Tod. Im Furtwanger Rösslekeller ließ Siegfried Kleiser die Ereignisse Revue passieren.

Seine Einladung fand so viel Interesse, dass zahlreiche Besucher heimgeschickt werden mussten, mangels Platz. Spontan erklärte sich der Referent bereit zu einem zweiten Vortrag, der Termin ist noch offen.

Ausführlich und mit vielen Details berichtete Siegfried Kleiser nicht nur über das Lawinenunglück im Wagnerstal, sondern auch über die Lebensumstände der Menschen im Schwarzwald in jener Zeit. Er zeichnete Lebensläufe einzelner Überlebender nach und machte seine Ausführungen anschaulich durch Geschichten und Bilder.

"Wie kann man nur so abseits wohnen?" – auch dieser Frage ging Kleiser nach. Anhand alter Landkarten zeigte er die Kleinstaaten, die untereinander oft erbittert Krieg führten. Die Kämpfe veranlassten so manchen Schwarzwälder, sich in ein abgelegenes Dobel zurückzuziehen, wo er und seine Familie sich sicher fühlten.

Der Untergang des Königenhofes war nicht das einzige Lawinenunglück im Schwarzwald, hob Kleiser hervor. 1647 wurde eine Frau mit zwei Kindern von einer Lawine verschüttet, und 1850 kam in Elzach ein Schulkind ums Leben. Auf dem Königenhof wurde die Zahl der Toten erst mit 17 angegeben. Doch bei akribischen Recherchen fand Siegfried Kleiser heraus, dass eine Bewohnerin später in Bräunlingen lebte. Wer in ein anderes Herrschaftsgebiet wechselte, war im "Usland", kaum wieder aufzufinden. Allerdings war es andererseits schwierig, überhaupt in ein anderes Herrschaftsgebiet zu gelangen.

Vom Königenhof führte die Erzählung zum Vöhrenbacher Tudisenhof und zur Geschichte eines Gemäldes, das den "Uhren-Hilary" zeigt. Er stammte vom Tudisenhof und wanderte nach Chile aus. Zehn Jahre später kehrte er zurück, übernahm den Tudisenhof und baute die Friedrichshöhe an der neuen Straße nach Villingen.

Ortsvorsteher Rainer Jung dankte dem Referenten mit einem Schwarzwälder Vesper. Im kleinen Kreis wurde das Gehörte später noch lange diskutiert.

Den Untergang des Königenhofes hat Albert Faller zu einem Drama gestaltet, das die Theatergruppe der Sportfreunde Neukirch einstudiert. Aufgeführt wird das Stück dreimal in der Schwarzwaldhalle, am 28 und 29. Dezember sowie am 3. Januar.

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