Aus einem duftigen, filigranen Geflecht besteht dieser "Kranz". Ungezählte Blüten- und Pflanzenteile waren für die Kreation nötig. Foto: Kouba

Vernissage: Angela Flaig stellt im "KunschtStüble" aus

Unter dem Motto »wachsen und werden« ist derzeit eine Ausstellung der Rottweiler Künstlerin Angela Flaig im »KunschtStüble« des Rathauses zu sehen.

Unter dem Motto "wachsen und werden" ist derzeit eine Ausstellung der Rottweiler Künstlerin Angela Flaig im "KunschtStüble" des Rathauses zu sehen.

Furtwangen. Zur Eröffnung begrüßte Bürgermeister-Stellvertreter Manfred Kühne zahlreiche Besucher sowie die Künstlerin und die Kuratoren Ariane Faller und Mateusz Budasz. Kühnes Dank galt den beiden Kuratoren und der Stadtmarketing-Managerin Francesca Hermann für die Organisation. Er regte an, über "Naturkunst" nachzudenken und meinte launig: "Bitte nicht gießen!"

Mateusz Budasz wies auf das neue Kunstprojekt im Rathaus hin, "dass Kunst vor Ort passiert". Ein professioneller Einstieg bringe das Problem ein, wer Vorrang habe: Heimische Künstler, Laien, Professionelle? Wichtig ist den Kuratoren, Kunst vertraut zu machen als Angebot an alle.

Erfreut war Budasz, dass Bürgermeister Josef Herdner dem Projekt aufgeschlossen gegenüber stand, aber niemand seine Visionen aufdrängen lassen wollte und daher das Stadtmarketing eingebunden habe. Als Nahziel wird am 17. Oktober auf dem Marktplatz ein Kunstfestival veranstaltet, und auf dem Weg dahin war die jetzige Kunstausstellung möglich geworden. Dabei soll es "keine Kunsthalle im Rathaus" geben, sondern im "KunschtStüble" die Möglichkeit der Betrachtung und des Gesprächs eröffnet werden. "Die Arbeiten von Angela Flaig verändern uns und unsere Wahrnehmung der Welt auf subtilste, leiseste Art und Weise, aber mit einer Vehemenz, der wir uns kaum entziehen können", mit diesen Worten eröffnete Ariane Faller ihre Laudatio.

Kleine Pflanzenteile mit ihrer perfekten Schönheit und Funktionalität würden häufig nicht beachtet. Daher müsse man genauer hinsehen, obwohl: "Das reine Material macht noch lange keine Kunst." Die Schnittstelle zwischen Material und Kunst sei immer der Kunstschaffende. Das Material müsse verstanden werden. In diesem Sinne widme Angela Flaig ihre Aufmerksamkeit. Sie vermittle in ihrer Arbeit eine Ahnung der Dimension von Wert, Poesie und Zauber, die den flüchtig bestehenden Stoffen von Weidenröschen, Disteln, Artischocken oder Pinien- und Löwenzahnsamen innewohne. Sie thematisiere damit die Natur als großes Ganzes. Wie in der Wissenschaft werde auch in der Kunst geordnet, strukturiert und analysiert. Daher sind die Miniaturteilchen mit größter Sorgfalt und Genauigkeit dreidimensional in gläsernen Objektkästen angeordnet. Aus dem Grunde passe die Exposition als Beginn einer neuen Ausstellungsserie, um die sich Ariane Faller und Mateusz Budasz verantwortlich kümmern.

Sie finden es erstaunlich und logisch, dass es "ausgerechnet die fragilsten, flüchtigsten Elemente sind, die uns den jähen Eindruck einer vorstellbaren Ewigkeit ermöglichen". Die Ausstellung ist ein beeindruckendes, mit viel Liebe und Kleinarbeit erstelltes und sehenswertes Gesamtwerk, das den Weg "vom Samen zur Kunst" zeigt. Angela Flaig (Jahrgang 1948) legte ab 1966 ein pädagogisches Studium ab, erhielt von 1970 bis 2011 einen Lehrauftrag, stellte im In- und Ausland aus, ist Mitglied des Künstlerbundes Baden-Württemberg und erhielt einige Auszeichnungen.