Das "Forum pro Schwarzwaldbauern" hatte die Landwirte der Region zu einem Meinungsaustausch ins Gasthaus Hirschen Cyprian in Neukirch eingeladen. Vorgestellt wurde die so genannte solidarische Landwirtschaft. Fotos: Heimpel Foto: Schwarzwälder-Bote

Das "Forum pro Schwarzwaldbauern" stellt die so genannte solidarische Landwirtschaft am Beispiel Freiburgs vor

Neukirch (sh). Das "Forum pro Schwarzwaldbauern" hatte die Landwirte der Region zu einem Meinungsaustausch ins Gasthaus Hirschen Cyprian in Neukirch eingeladen.

Vorgestellt wurde die so genannte solidarische Landwirtschaft, bei der die Verbraucher direkt an der Produktion der landwirtschaftlichen Erzeugnisse beteiligt sind. Beschwörend machte zu Beginn Siegfried Jäckle vom "Forum pro Schwarzwaldbauern" deutlich, dass in der Beziehung zwischen dem Verbraucher und der erzeugenden Landwirtschaft ein Umdenken einsetzen müsste. Denn aktuell laufe alles über die Vermarkter und Verarbeiter, die viel Geld abschöpften. Eine Möglichkeit, um zwischen der Erzeugung und dem Verbraucher eine direkte Verbindung herzustellen, sei die solidarische Landwirtschaft.

Dafür war als Vertreterin dieser neuen Form der Produktion Steffi Kolarov vom Verein Lebensgarten Dreisamtal nach Neukirch gekommen und stellte ihr Projekt vor, wie es inzwischen an vielen Stellen weltweit erfolgreich praktiziert wird. Es gehe darum, Produzent und Konsument zusammen zu bringen und damit unter anderem die immer wieder auftauchende Frage zu klären: "Wo kommt mein Essen her?"

Mitglieder tragen finanzielles Risiko durch Schädlinge mit

In der solidarischen Landwirtschaft, also auch im "Lebensgarten Dreisamtal", wird für eine Gruppe von Mitgliedern produziert und nicht für den allgemeinen Markt. Produzenten sind hier effektiv die Mitglieder, die diese Produktion finanzieren und beispielsweise auch die Fachleute wie Gemüsegärtnerin Steffi Kolarov für die Bewirtschaftung anstellen. Was dann in diesem Betrieb produziert wird, wird unter den finanzierenden Mitgliedern verteilt. Die Verbraucher sind hier also nicht Kunden, sondern selbst Produzenten der Nahrung. Damit tragen auch die Mitglieder das Risiko von schlechten Ernten durch Schädlinge oder Unwetter mit.

Nicht zuletzt landet in einem solchen Betrieb nicht ein erheblicher Teil der Produktion auf dem Kompost, nur weil er irgendwelchen Normen nicht entspricht.

In der anschließenden Diskussion ging es wesentlich auch um die Frage, ob dieses Modell auch für Milch- und Fleisch-Produktion gerade im Hochschwarzwald übertragbar ist. Grundsätzlich wäre dies zwar möglich, doch hier gelten wieder ganz andere Bestimmungen, beispielsweise bei der Herstellung von Milch-Produkten.

Außerdem ist eine Produktion in der Nähe von Freiburg mit seinem großen Markt-Potenzial eher realisierbar als im ländlichen Raum.

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