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Furtwangen Veränderungssperren beschlossen

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Ein traditionsreiches und markantes Haus ist der "Ochsen" am Marktplatz, direkt gegenüber des Rathauses. Der Gemeinderat will, dass der Charakter des Platzes erhalten bleibt und beschloss eine Veränderungssperre. Foto: Liebau Foto: Schwarzwälder Bote

Wie können die Stadt Furtwangen und der Gemeinderat überhaupt noch auf die städtebauliche Entwicklung in der Innenstadt Einfluss nehmen?

Furtwangen. Diese zentrale Frage war der Anlass für zwei Veränderungssperren im Gebiet der Innenstadt, die vom Gemeinderat in der jüngsten Sitzung beschlossen wurden. Zum einen geht es um das Hotel Ochsen, zum anderen um die östliche Seite der Allmendstraße vom Gasthaus Rößle bis hinter die "Alte Färbe" und zur Einmündung der Unterallmend.

Charakter soll erhalten bleiben

Für diese beiden Gebiete soll während der einjährigen Veränderungssperre jeweils ein Bebauungsplan erstellt werden, um durch entsprechende Vorgaben für künftige Bauherren den Charakter dieser beiden Areale zu erhalten. Während einer solchen Veränderungssperre hat die Stadt die Möglichkeit, Bauanträge, Anträge auf Bauvorbescheide und Teilungsgenehmigungen, die der zugrunde liegenden Planung zuwiderlaufen, zurückzuweisen.

Stadtverwaltung sieht Zukunft Ochsen unklar

Für das Areal Hotel und Gasthaus Ochsen besteht diese Veränderungssperre bereits seit 2016 und wurde damit für ein Jahr verlängert. Noch immer sei die Situation rund um den "Ochsen" unklar. Es bestehe das Risiko, dass eine Zweckentfremdung des Gastronomie- und Hotelleriebetriebs entstehen könnte. 2016 wurde vom Gemeinderat der entsprechende Beschluss gefasst, hier einen Bebauungsplan aufzustellen.

Man habe das Interesse, einen solchen Hotel- und Gastronomiebetrieb in der Innenstadt zu erhalten. Auch Thomas Riesle (CDU) machte die Gefahr deutlich, dass dieses Gebäude "ver­schachert" und zu Studentenzimmern umgebaut wird. Er fragte nach den Kosten für den Bebauungsplan, die nach Auskunft der Verwaltung unter 5000 Euro liegen dürften.

Rainer Jung (FWV) forderte, dass der Bebauungsplan nun realisiert werde, der schon zwei Jahre in der Bearbeitung sei. Ähnlich ist die Situation für die östliche Seite der Allmendstraße. Hier gilt es, die typische Struktur dieses Gebietes zu erhalten. Die Schließung des Gasthauses Rößle zeige, dass hier immer noch Bewegung ist und eine Prognose über die weitere Entwicklung nicht abgegeben werden kann. Mit dem Bebauungsplan für dieses Gebiet soll die Baustruktur und beispielsweise die Gebäudehöhe festgelegt werden.

Heinz Guhl (SPD) stellte die Frage, welche Einflussmöglichkeiten die Stadt tatsächlich habe. Er beobachte in der Innenstadt eine gewisse "Goldgräberstimmung". Es sei nicht sinnvoll, in der Stadt alles mit Studenten-Wohnungen "zuzupflastern", während in den Außenbereichen die Zimmer nicht mehr vermietet werden können. Wenn jetzt der Ochsen und das Rößle auch noch zu Studentenzimmer würden, wäre das für die Innenstadt eine Katastrophe.

Über Kosten wird noch informiert

Bürgermeister Josef Herdner machte deutlich, dass dann der Inhalt des Bebauungsplanes entscheidend sei. Es sei schade, dass man permanent zu solchen Kunstgriffen greifen und sich die Verwaltung damit beschäftigen muss, um entsprechende Entwicklungen zu verhindern.

Roland Thurner (UL) beantragte, hier auch noch die beiden klassizistischen Gebäude oberhalb des Rössleplatzes in diesen Bereich von Veränderungssperre und Bebauungsplan einzubeziehen, um das typische Bild des Platzes zu erhalten.

"Goldgräberstimmung" beobachtet

Wolfgang Kern (FWV) schlug außerdem noch vor, die daneben liegende Brandruine in der Fohrenstraße ebenfalls einzubeziehen. Dies wurde von den Gemeinderäten dann auch so akzeptiert. Georg Herth (FWV) fragte schließlich noch nach den Kosten für diesen Bebauungsplan, die nach Auskunft der Verwaltung allerdings deutlich höher ausfallen dürften als beim Ochsen.

In der nächsten Gemeinderats-Sitzung sollen die Stadträte über die anfallenden Kosten für das hier angewendete vereinfachte Verfahren informiert werden.

Bei der Diskussion über die Veränderungen in der Innenstadt wurde immer wieder die Gefahr angesprochen, dass hier anstelle der gewachsenen Strukturen überall Studentenzimmer entstehen könnten, Heinz Guhl (SPD) sah hier in der Stadt sogar schon eine gewisse "Goldgräberstimmung".

Ulrich Mescheder (UL) sah sich zu einer Klarstellung veranlasst: Der Hochschullehrer machte aus Sicht der Universität im Gremium deutlich, dass das Wachstum der Studentenzahlen jetzt vorbei sei. Die Statistik sei vielmehr rückläufig. Dabei gebe es in Furtwangen eine gute Versorgung mit Wohnraum für angehende Akademiker. Erneute Investitionen in diesem Bereich seien aus Sicht der Hochschule nicht unbedingt sinnvoll.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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