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Furtwangen Über Bögen und Zierwerk thront der Turm

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Die Serie der Monatsobjekte im Uhrenmuseum wird fortgesetzt. Für September steht eine französische Uhr mit Telegrafenautomat aus der Zeit 1830-1840. Foto: Kouba Foto: Schwarzwälder Bote

Furtwangen. Eine Uhr mit Telegrafenautomat aus den Jahren 1830 bis 1840 ist Objekt des Monats September im Deutschen Uhrenmuseum. Damit ist viel Technik, handwerkliche Kunst und wissenschaftliche Erkenntnis verbunden.

Ein französischer Techniker und Geistliche hat die Idee hierzu

Der französische Techniker und Geistliche Claude Chappe (1763 bis 1805) erfand im Ausklang des 18. Jahrhunderts den Flügeltelegrafen (nach ihm auch Télégraphe Chappe genannt oder als Semaphorentelegraph bezeichnet), mit dem man Nachrichten auf optischem Wege über große Distanzen senden konnte. Für 250 Kilometer dauerte die Übertragung über 22 Telegrafenstationen etwa zwei Minuten – eine für die damalige Zeit sensationell schnelle Datenübermittlung, für die ein Bote locker drei Tage gebraucht hätte. Moderne Erfindungen begeisterten auch Uhrmacher und griffen technische Neuerungen auf, um sie umzusetzen.

Daher ist das Ausstellungsstück eine Uhr, kombiniert mit einem Telegrafenautomaten der Uhrmacherfamilie Cailly aus Saint-Nicolas d´Aliermont im Département Seine-Maritime/Normandie. Ergänzend dazu wird ein Winkeralphabet gezeigt, mit dem man über die "Flügel" Buchstaben übermittelte.

Flügel des Automaten drehen sich eher langsam und zufällig

Allerdings ist das Objekt eher Dekoration, denn die Flügel des Telegrafen drehen sich eher langsam und zufällig und lassen kaum sinnvolle Botschaften zu.

Die Tischuhr ist trotzdem ein ausgesprochenes Schmuckstück, die einem Kirchturm nachempfunden ist, geschmückt mit neugotischen Bögen, Zierwerk und Filialen, Ornamentik auf Zifferblatt und Pendel.

Darüber thront der krönende Telegrafenturm mit seinen Flügeln. Interessant wurde die Telegrafie, die offenbar bereits in der griechischen Antike praktiziert wurde, mit Strom betriebenen Geräten. Schon der Dichterfürst Goethe war von der Kombination von Uhr und Nachrichtenübermittlung angetan und schreibt 1821 im Roman "Wilhelm Meisters Wanderjahre", dass Telegrafen "durch eine sehr geistreiche Vorrichtung den Lauf der Stunden bei Tag und bei Nacht anzeigen, wenn sie nicht sonst beschäftigt sind" helfen sollten.

Der Rückblick im Handy-Zeitalter ruft ein Lächeln hervor

Rückblickend könnte man lächeln, denn wie weit gediehen sind die schier unendlichen Synchronisationsmöglichkeiten im Handy-Zeitalter.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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