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Furtwangen Tausende Stunden online übertragen

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Eine kleine Prozession wurde beim Gottesdienst zu Fronleichnam angedeutet, der in der Schönenbacher Pfarrkirche aufgezeichnet wurde.Fotos: Heimpel Foto: Schwarzwälder Bote

Eine große Resonanz erhielten die Video-Gottesdienste der Seelsorgeeinheit Bregtal, die seit Beginn des Corona-Lockdowns über YouTube mit Pfarrer Martin Schäuble und Pfarrer Paul Demmelmair übertragen wurden.

Oberes Bregtal. Selbst die Initiatoren waren absolut überrascht über das große Interesse. Im Rahmen der langsamen Normalisierung werden diese Videogottesdienste nun vorerst auf Ende Juli eingestellt, der letzte Gottesdienst kann am 26. Juli abgerufen werden. Wie es weitergehen soll, werde man im Herbst entscheiden, so Pfarrer Schäuble. Wichtig für ihn wären hier auch Rückmeldungen von den Gläubigen, ob sie diese Video-Übertragungen weiter wünschen.

Nachdem Mitte März infolge der Corona-Pandemie offiziell der Lockdown verkündet wurde, waren auch öffentliche Gottesdienste nicht mehr zulässig. Als Pfarrer Schäuble am Sonntag zuvor bereits angekündigt hatte, dass er auch weiterhin, dann allerdings allein, eine Sonntagsmesse für die Seelsorgeeinheit feiern werde, entstand die Idee, diese Messe für alle über einen YouTube-Kanal auszustrahlen und somit den Gläubigen zu Hause die Mitfeier des Gottesdienstes zu ermöglichen.

Bereits am 22. März, dem ersten Sonntag ohne öffentliche Gottesdienste, wurde die erste Messe aufgezeichnet und ausgestrahlt. In den folgenden Wochen gab es viele weitere Gemeinden, die solche Gottesdienste für ihre Gläubigen ausstrahlten, die Seelsorgeeinheit Bregtal war hier schon gleich von Anfang an mit dabei.

Mit einfachen Mitteln umgesetzt

Mit relativ einfachen Mitteln wurde dies dann in der Pfarrkirche St. Andreas in Neukirch durchgeführt, die sich aus verschiedenen Gründen besonders gut für dieses Projekt eignete. Neben Organist und Kameramann waren auch von Anfang an zwei Helfer aus der Pfarrgemeinde Neukirch mit dabei: Armin Laule und Hartmut Elmerich. Anfangs war sogar unklar, ob diese beiden Helfer in Sakristei und Kirche überhaupt unter den strengen Bestimmungen dabei sein dürfen. Quasi im letzten Moment konnte Bürgermeister Josef Herdner die neuen Ausführungsbestimmungen der Landesregierung übermitteln, dass speziell solche Video-Gottesdienste im kleinsten Kreis möglich und erlaubt sind.

Natürlich war man bei den Organisatoren gespannt, ob überhaupt Interesse an einem solchen Gottesdienst vorhanden ist. Doch sie waren überzeugt, dass sich der Aufwand auf jeden Fall lohnen würde, wenn man nur etwa 50 bis 100 Gläubige der Seelsorgeeinheit damit erreicht und ihnen eine Hilfe in der schweren Situation bieten kann.

Doch die Resonanz auf diese erste Messfeier war enorm. Innerhalb der ersten 24 Stunden wurde die Messe etwa 1500-mal aufgerufen. Doch offensichtlich war es auch ein echtes Bedürfnis und nicht nur Neugierde, denn dieses Video wurde innerhalb der ersten 24 Stunden etwa 350 Stunden lang abgespielt. Hochgerechnet bedeutet dies, dass fast 500 Internet-Besucher die Messe komplett angesehen haben. Und aus Gesprächen in den folgenden Wochen wurde auch deutlich, dass es häufig zwei Personen oder sogar ganze Familien sind, die jeden Sonntag die Messe mitfeiern. Die Zahl der "Gottesdienstbesucher" ist damit noch deutlich höher als die registrierte Zahl der Internet-Besucher.

Für viele der Gläubigen gehört auch die sonntägliche Kleidung zu diesem Gottesdienst genauso dazu wie eine brennende Kerze neben dem Computer. Und auch die zahlreichen dankbaren Rückmeldungen an Pfarrer Martin Schäuble waren ein Beleg, dass man hier auf ein echtes Bedürfnis gestoßen ist. Dank erreichte Pfarrer Schäuble von Zuschauern weit über die Seelsorgeeinheit hinaus aus ganz Deutschland und sogar aus dem Ausland. Zu diesen Sonntagsgottesdiensten kamen im Lauf der Zeit auch noch ein Gottesdienst zum Fronleichnamsfest sowie zwei Maiandachten dazu.

Ab Ende Mai durften dann die Gottesdienste wieder öffentlich stattfinden, wenn auch unter sehr strengen Bedingungen. Die Seelsorgeeinheit entschied sich, diese Gottesdienste auch weiter auszustrahlen, da bei weitem nicht alle Gläubigen aufgrund der strengen Vorgaben Platz in den Kirchen finden können.

Wie geplant laufen die Gottesdienste auf YouTube nun aber zum Ende des Monats aus. Pfarrer Schäuble erläuterte: "Wir lassen auf jeden Fall die YouTube-Übertragung Ende Juli auslaufen. Im August gibt es das Ferienprogramm wie im Pfarrbrief notiert. Im September werden auch wieder die Gottesdienste am Sonntag um 9 Uhr in den anderen Gemeinden gefeiert. Durch neue Abstandsregeln können künftig auch etwas mehr Gläubige die Gottesdienste besuchen." Im Herbst soll dann über die Zukunft der Video-Gottesdienste neu entschieden werden.

Beachtlich sind die aktuellen Zahlen aus der Video-Bilanz: bis Ende Juli waren es dann 21 Messfeiern und zwei Maiandachten, die übertragen wurden. Bis jetzt wurden die Gottesdienste insgesamt etwa 29 000 mal aufgerufen. Mehr als 4000 Stunden liefen die Gottesdienst-Videos. Und 338 Gläubige haben aktuell den YouTube-Kanal abonniert, um über jeden Gottesdienst direkt informiert zu werden.

Wie geplant wird der vorerst letzte Video-Gottesdienst am 26. Juli um 9 Uhr über YouTube ausgestrahlt. Im Herbst will Pfarrer Martin Schäuble neu entscheiden, wie es mit diesen YouTube-Gottesdiensten weitergehen soll. "Ich hoffe nun auch auf Reaktionen von Gläubigen, ob wir YouTube weiterführen sollen oder ob nicht", erklärte Pfarrer Martin Schäuble. Solche Rückmeldungen sind möglich über die Pfarrbüros Furtwangen, Telefon 07723/ 5 04 76 60, und Vöhrenbach, Telefon 07723/2 56. Außerdem kann die Rückmeldung über E-Mail info@kath-bregtal.de erfolgen.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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