Wenn Menschen ihr Leben mit Hilfe von Apps protokollieren / Experte zeigt Hintergründe
Furtwangen. Morgen, Donnerstag, spricht Stefan Selke beim Studium Generale der Hochschule Furtwangen über den vermessenen Menschen. Der Vortrag beginnt um 20 Uhr in Hörsaal I 0.17 am Campus Furtwangen, Unterallmendstraße 17. Der Eintritt ist frei.
Immer mehr Menschen protokollieren ihr Leben mit Hilfe von Apps und digitalen Gadgets: Sie fotografieren und filmen, messen ihre Leistung beim Joggen oder analysieren ihren Schlafrhythmus. Sie betreiben "Lifelogging" und stellen ihre Daten ins Netz.
Soziologe nimmt Trendunter die Lupe
Der Soziologe Stefan Selke nimmt diesen Trend zur Selbstvermessung unter die Lupe: Was passiert, wenn wir unsere innere Stimme auf stumm schalten und stattdessen Maschinen und Daten zu uns sprechen lassen? Sind wir noch Menschen, wenn wir aus Angst vor Kontrollverlust und digitalem Effizienzwahn zutiefst menschliche Aspekte unterdrücken? Wie viel Wissen über sich selbst benötigt der Mensch? Wie verändert sich eine Gesellschaft, in der Selbstvermessung vielleicht sogar zur Vorschrift wird?
Selke ist Professor für Gesellschaftlichen Wandel an der HFU. Sein Hauptinteresse gilt der Frage, mit welchen Strategien Menschen ihre Lebenswirklichkeit bewältigen. Dazu untersucht er Bilder- und Medienwelten ebenso wie die Welt der Lebensmitteltafeln.
Zudem forscht er seit Jahren intensiv zum Thema Lifelogging. Dazu gehörten Projektstudien zum fotografischen Gedächtnis und die Entwicklung einer social lifelogging community.
Weitere Informationen: www.studium-generale.hs-furtwangen.de