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Furtwangen Sagenweg erhitzt die Gemüter

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Seit einigen Jahren ist die Stadt Gernsbach im Murgtal mit ihrem Sagenweg sehr erfolgreich. Der Rundweg mit sieben Stationen wurde 2011 erstmals vom Deutschen Wanderinstitut mit dem Prädikat „Premiumwanderweg“ ausgezeichnet. Foto: Joachim Gerstner/compusign Foto: Schwarzwälder Bote

Von Aileen Ginter

Die Idee eines sogenannten Sagenwegs hat unter den Mitgliedern des Gütenbacher Gemeinderats für Spaltung gesorgt.

Gütenbach. Bereits im vergangenen Herbst hatte die Gemeinde Fördermittel im Rahmen der Zuwendungen für Naturparke für die Konzeption eines Sagenwegs beantragt – und im April die Erlaubnis für einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn erhalten. Gastredner Jochen Scherzinger stellte dem Gemeinderat nun sein Konzept für den Sagenweg vor. Dieser soll als Rundweg auf bereits bestehenden Wegen ausgeschildert werden und an historischen oder mystischen Orten Hinweise auf wahre oder erfundene Geschichten liefern. Insgesamt gebe es zwölf Stationen.

Die Geschichten würden selbst geschrieben und seien an Sagen und Regionalitäten angelegt, so Scherzinger. Dazu soll ein Buch entstehen, das die zwölf Geschichten ausführlich erläutern soll, und welches käuflich erworben werden kann. So soll ein Alleinstellungsmerkmal für Gütenbach geschaffen und der Tourismus gefördert werden. Der Weg würde knapp 20 Kilometer umfassen und "mehr als anspruchsvoll" für normale Wanderer sein. Sowohl für die Umsetzung als auch die Konzeption kann die Gemeinde Fördermittel in Höhe von 60 Prozent von der Naturparkförderung erhalten. Jochen Scherzinger lobte: "Ein wahnsinnig schöner Weg in wildromantischer Lage über die hohe Steige – sensationell."

Und auch Bürgermeisterin Lisa Wolber zeigte sich vom Projekt überzeugt. Gemeinderat Lorenz Wiehl, der als Vorstand und Wegewart des örtlichen Schwarzwaldvereins zur Streckenkonzeption herangezogen worden war, warf ein, dass zwischen 60 und 100 Stunden Arbeitszeit nötig seien, um die Erwartungen an einen guten Wanderweg zu erfüllen. Denn teilweise liege auf dem Weg "viel Geröll" und sei er "oben zugewachsen" – "viel Arbeit" stünde an, so Wiehl. Schnell kam innerhalb des Gemeinderats die Frage nach den Kosten auf, die für einige erhitzte Gemüter sorgen sollte. Auf 95 000 Euro schätzte Scherzinger die Materialkosten – und selbst mit der 60-Prozent-Förderung blieben immer noch Kosten von 38 000 Euro für die Gemeinde.

"Zu teuer", befanden einige, und es entbrannten angeregte Diskussionen. Gemeinderätin Rafaela Riesle sprach sich gegen den Weg aus: "Ich finde, wir haben hier in Gütenbach dringlichere Dinge zu erledigen." Riesle befürchtete weitere jährliche hohe Kosten, etwa für die Pflege des Wegs, und ergänzte: "Ich finde es schade, dass man so vor vollendete Tatsachen gestellt wird."

Man müsse einfach wissen, ob man in den nächsten Jahren in die Infrastruktur oder in den Tourismus investieren wolle, warf Gemeinderat Jörg Markon ein. Dafür brauche man Zeit. Er schlug einen Antrag auf Verschiebung vor. Gemeinderat Sebastian Weiss pflichtete ihm bei: "Ich bin grundsätzlich offen für die Idee und finde sie gut – aber ich muss auch sagen, dass es hier einige Dinge gibt, die die nächsten Jahre wichtiger sind." Auch Weiss plädierte für eine Verschiebung. Bürgermeisterin Lisa Wolber betonte: "Ich drehe ja sonst auch jeden Cent dreimal um." Doch ihr sei es wichtig, eine Anziehung zu schaffen, die Gütenbach attraktiver mache. Obgleich die Bürgermeisterin voll hinter der Idee steht, kam sie angesichts der kritischen Stimmen einem Antrag auf Verschiebung nach.

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