Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Furtwangen Räder rollen weiter für die Einwohner

Von
Bürgerbusfahrer Norbert Weiß freut sich wie seine Kollegen auf Fahrgäste. Foto: Dilger Foto: Schwarzwälder Bote

Der Bürgerbus hat mit immer neuen Anforderungen zu kämpfen. Zwanzig Männer und eine Frau jedoch lassen die beiden Fahrzeuge zielgerichtet weiter rollen.

Furtwangen. Wie der Vorsitzen des Vereins Rainer Siegl im Gespräch mit unserer Zeitung erläutert, war das Auftreten des Corona-Virus’ ein tiefer Einschnitt. Hinzu kommt die Aufgabe, die Gemeinnützigkeit zu erreichen, um Spenden zu erhalten. Ferner wird aufgerufen, sich als Fahrer zur Verfügung zu stellen und der Appell geht nicht nur an Rentner.

Siegl und seine Mitkämpfer dachten bei Corona an eine temporäre Angelegenheit, aber die wurde zur ernsten Sache und Meldungen des Robert-Koch-Instituts verhießen nichts Gutes. Mitte März wurde in Absprache mit dem Landratsamt der Betrieb eingestellt. Einnahmen von Einzel- und Mehrfachkarten entfielen. Über Rathausmitarbeiter Michael Schlageter wurde staatliche Hilfe beantragt. Dank der Herstellerfirma konnte eine Trennwand in beiden Bussen installiert werde, wobei die Firma Siedle unter die Arme griff. Finanzielle Abfederung gibt es durch Partner, die auf Bus und Monitor Werbung machen und Rücklagen werden für Reparaturen oder technische Verbesserungen benötigt. Allein Spritkosten schlagen mit 7000 Euro pro Jahr zu Buche.

Nach Lockerungen wurde der Betrieb im Mai wieder hochgefahren. Sukzessive sind steigende Fahrgäste zu verzeichnen. Im Umgang mit Kunden und Familien mit Vorerkrankungen geht das Fahrpersonal äußerst umsichtig um und nimmt Berührungsängste ernst, die mit entsprechenden Schutzmaßnahmen ausgeräumt werden. "Die Zukunft lebt mit unseren Fahrgästen und unseren Fahrern", meint Siegl. Schlecht wäre ein erneuter Lockdown, aber alle sind bereit, den Bus am Leben zu erhalten.

Erfreulich verliefen Gespräche mit dem Finanzamt, um die Gemeinnützigkeit zu erreichen, damit Spendenbescheinigungen erteilt werden können. Dafür setzte sich auch der CDU-Abgeordnete Karl Rombach ein und Martina Braun von den Grünen half bei der Stellung von Anträgen. Eine Satzungsänderung ist erforderlich, wozu man beim Bürgerbus Hammelburg eine Blaupause erhielt. Zur Erreichung des Ziels müssen weiterhin Nachweise vorgelegt werden, was Kassierer Rainer Lübbers übernimmt. Bei internen Besprechungen des Vorstands müssen Vor- und Nachteile abgewogen und das Datenrecht beachtet werden.

Der sieben Jahre alte Verein stellt täglich unterschiedliche Fahrgastzahlen fest, die aber bis zu dreißig Männer und Frauen ausmachen. Vor allem die Stammgäste waren glücklich, dass wieder gefahren wird, denn ihnen fehlt ein Auto oder eine Mitfahrgelegenheit. Bedauert wird, dass kaum Studenten mitfahren, obwohl beim "Alten Krankenhaus" extra eine Haltestelle eingerichtet wurde. Vom Kussenhof werden aber immer wieder Studierende transportiert. Gut ist das Verhältnis zu den Kunden, wobei es manch spendable Fahrgäste gibt, wie ein Schwerbehinderter, der trotz Gebührenfreiheit eine Mehrfachkarte kauft.

Eine wichtige Stütze sind die 120 Mitglieder, die jährlich 20 Euro bezahlen. "Die Fahrer bleiben bei der Stange", bestätigt Siegl. Sie haben den "Test Hören, Sehen, Reaktion" absolviert und müssen situationsbedingt alle vier Wochen Vor- oder Nachmittagsschichten belegen. Täglich werden 150 Kilometer geleistet, samstags 70 Kilometer und dankbar ist man für die neue Bleibe im Postkraftwagenhof.

Artikel bewerten
3
loading

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.