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Furtwangen Ohne Zuwanderung geht es nicht

Von

Von Siegfried Kouba

Furtwangen. Um den demografischen Wandel ging es beim jüngsten Vortrag des Studium Generale. Referent war ein hochkarätiger Wissenschaftler: Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts für Weltbevölkerung und globale Entwicklung.

Vielschichtige Fakten beleuchtete der einstige Geo-Redakteur unter dem Titel "Die Weltbevölkerung wächst. Deutschland schrumpft. Grund zur Sorge?" Er betonte, dass man sich des Problems erst seit wenigen Jahren annimmt. Nicht nur Deutschland ist betroffen. In Südkorea etwa war eine erdrutschartige Bewegung zu verzeichnen. Dort werden noch weniger Kinder geboren als hier. Bei dieser Entwicklung würde die Weltbevölkerung eines Tages stagnieren. Binnen 90 Jahren würden anstatt 100 Menschen nur noch 30 Individuen existieren. In Deutschland wurden 1960 1,26 Millionen Kinder geboren, jetzt pendelte sich die Zahl unter 700 000 ein. Eine Trendwende ist nicht zu erwarten.

Werden weniger Dienstleistungen für Kinder notwendig, so gibt es andererseits neue Ausgaben. Auf jeden Fall geht logischerweise die Zahl der potenziellen Mütter zurück. Überhaupt kommt Frauen eine Schlüsselrolle in der Gesellschaft zu: weniger Mütter, weniger Kinder.

Drastisch war die Entwicklung auch in der DDR, wo 2000 Schulen geschlossen werden mussten. Unterschiede gab es zwischen Stadt und Land. Ein Novum ist auch die Altersentwicklung um eine Erhöhung von drei Jahren alle zehn Jahre. Die Alterspyramide hat eher die Form eines Döner-Spießes angenommen. Eingezahlte Rentenversicherungsbeträge werden umgehend wieder ausgegeben. 80 Millionen Euro Steuermittel müssen zur Altersversorgung zusätzlich fließen. Die Produktionsgesellschaften werden in den nächsten 40 Jahren auf 50 Prozent sinken. Alleinstehende Ältere, kleiner werdende Familien, geringere Frauenanteile fordern die Staaten zu flexiblen Handeln auf. Groß ist die "Bildungswanderung" – die Zahl der Abiturientinnen liegt 50 Prozent über der der Abiturienten. Bis 2060 wird Deutschland zwölf Millionen Menschen weniger haben, obwohl es Wachstumsregionen wie München, Teile von Baden-Württemberg und die Großräume Berlin, Hamburg und Frankfurt gibt. Klingholz plädiert für mehr Zuwanderung.

Nur nordische Länder wachsen und schlecht sieht es in Weißrussland, Ukraine, Kroatien oder Serbien aus. Manche Länder erkannten früh, politische Hebel ansetzen zu müssen und dies sind eher die protestantisch-calvinistisch geprägten Staaten. Erstaunlicherweise ging die Bevölkerung in China zurück und die Wirtschaft "brummte" mit Zuwächsen von acht Prozent pro Jahr. Schlimm sieht es in Niger, Kongo oder Malawi aus, wo binnen weniger Jahre mit einer Vervierfachung der Einwohnerzahl gerechnet wird. Die damit verbundenen wirtschaftlichen und politischen Aufgaben sind kaum zu schultern.

Ihre Redaktion vor Ort Furtwangen

Jürgen Liebau

Fax: 07723 4522

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