"Ich mache Musik aus dem Bauch heraus", sagt Rolf Langenbach, im Bild mit Banjo. Foto: Winter Foto: Schwarzwälder-Bote

Rolf Langenbach: Ich bin Autodidakt / Noten sind nicht sein Ding / "Hatte zu Musicals zunächst keinen Bezug"

Von Matthias Winter

Furtwangen. Musik und Furtwangen – den meisten dürfte da der Name Rolf Langenbach in den Sinn kommen. Der Gitarrist und Sänger ist nicht nur durch Bands mit Kultstatus wie "BQP" bekannt, sondern auch als Komponist der Musicals "Relationship" und neuerdings von "Robert Gerwig".

Kurzum, Rolf Langenbach ist ein Vollblutmusiker. Dabei hat er eigentlich einen ganz "normalen" Beruf: Er ist Lehrer, nicht etwa für Musik, sondern für Sport und Englisch an der Realschule des Otto-Hahn-Gymnasiums. Daneben unterrichtet er aber auch noch seit vielen Jahren an der Jugendmusikschule und schreibt und vertont Songs für "Bluesquamperfect" (BQP).

Angefangen hatte das alles in der Schule und die war das Wirtschaftsgymnasium der Robert-Gerwig-Schule, in das er von der Realschule des OHG (damals noch am Ilben) wechselte. Denn seine Eltern hatten die Erwartung, dass er einmal ihr Kaufhaus in der Wilhelmstraße übernehmen würde.

"Eigentlich bin ich Autodidakt", sagt er über die Aneignung seiner musikalischen Fähigkeiten. "Ein Schulkamerad hat mir einige Akkorde auf der Gitarre gezeigt und dann gab es kleine Heftchen mit Songs, die habe ich nachgeschrammelt".

Nach Noten spielen hat er jedenfalls nicht gelernt. "Ich habe die Stücke auswendig gespielt oder improvisiert", vieles hat er sich über das Hören von Musik angeeignet.

Ein Austausch-Schüler aus Frankreich brachte damals eine LP mit, die Gitarren-Heroes gewidmet war, "eigentlich ein Sampler mit Blues, aber auch Jimi Hendrix". Langenbach war beeindruckt, vor allem von den Tonvarianten, die sich aus einer E-Gitarre herausholen ließen, etwa die langen, verzerrten Töne.

Mit auf der Schule, wenn auch nicht in seiner Klasse, waren Roland und Norbert Klausmann. "Roland Klausmann hatte schon eine Band, die spielten Blues und Rock’n Roll, das hat mir einen richtigen Schub gegeben", meint er. Die Verbindung mit Roland Klausmann besteht bis heute, beide spielen im Duo "Jolly Rolly & Rolf Royce" zusammen. Doch als 16-Jähriger trampte er in die Falkenbar nach Schönwald, wo Roland Klausmann bereits die neuensten Hits spielte, und zwar perfekt.

Es gab aber früh auch schon Band-Projekte, am Anfang stand die Band der Schulklasse, "All" genannt. Mitte der 70-er Jahre folgte dann die "Sun-Ground-Combo" und später bereits "Abakus".

Zunächst aber studierte Langenbach nach der Schule auf der PH in Freiburg Englisch und Sport für das Lehramt und ging im Rahmen des Studiums auch ein Jahr zur Verbesserung der Englischkenntnisse nach Amerika, wo er in einem kleinen Ort in Florida landete. Immerhin gab es hier ein Hotel mit Lounge und einmal in der Woche wurde darin eine Jam-Session veranstaltet. Wer am besten gefiel, erhielt einen Preis, auch Rolf Langenbach war darunter.

Nach Abschluss des Studiums waren Mitte der 80-er Jahre aber die Lehrerstellen rar und so absolvierte Langenbach erst einmal eine Lehre als Einzelhandelskaufmann, während er sich auf die Warteliste für das Lehramt setzen ließ. Neun Jahre wurden daraus, zwischendurch unterrichtete er als Nebenlehrer auch mal in Villingen. Dann endlich erhielt er seine erste Stelle in Triberg. Nach einem Jahr konnte er nach Furtwangen wechseln.

Schon längst waren "BQP" und Rolf Langenbach in der Region ein Begriff und viele Songs komponierte Langenbach selbst.

"Das hat mir schon immer Spaß gemacht."

Dann wurde mit großem Erfolg das Musical "Cats" am OHG aufgeführt. "Eigentlich hatte ich zu Musicals allgemein keinen Bezug", bekennt Langenbach.

Doch danach kam die Idee auf, mal ein eigenes Musical zu komponieren. Es war die Zeit, als die Hochschule ihr "RelationShip" baute. "Schreib doch mal einen Song darüber", meinte BQP-Mitglied Klaus Rimbrecht. "Danach habe ich gedacht, das könnte auch Thema für ein Musical sein". Doch dazu musste die Thematik globalisiert werden, die Beziehungen der Menschen untereinander standen im Vordergrund und ein bisschen Fantasy gehörte ebenfalls dazu.

Die Idee war damals, ein regionales Thema mit der Musik zu verbinden. Es wurde bekanntermaßen ein Riesenerfolg, auch die Song-Texte hatte Langenbach entworfen. Für die Sprechtexte standen aber andere Lehrer Pate, etwa Elke Schön, Doris Hägele und Martin Kentischer brachte alles in Notenform. "Es war eine Teamleistung der ganzen Schule, von Schülern, Eltern und Lehrern, und das war auch das Tolle daran", erinnert sich Langenbach.

Eine neue Stufe wurde mit dem Musical "Robert Gerwig" beschritten. Peter Bruker, Redakteur unserer Zeitung und ebenfalls Schulkamerad von Langenbach, hatte die Idee anlässlich eines Interviews, das er mit Langenbach in Sachen BQP machte.

"Wie wär’s, wenn wir ein Musical machen", war sein Vorschlag. Es sollte wieder einen Bezug zur Region haben. Die Figur von Robert Gerwig schien dafür geeignet.

"Das historische Element ist schön, aber auch die Schilderung der Integration der italienischen Bauarbeiter", meint Langenbach. Und natürlich die Liebesgeschichte...

Erneut konnte Langenbach auf Songs zurückgreifen, die bereits komponiert waren. Der Text stammt vor allem von Peter Bruker. Zahlreiche Sänger und Musiker von Relationship sind erneut mit dabei, auch Langenbach selbst spielt auf der Gitarre mit.

Und viele Musiker sind Lehrer der Jugendmusikschule. "Ohne diese Einrichtung wäre das Musical kaum machbar gewesen", betont Rolf Langenbach.

Weitere Informationen: Eine Benefizaufführung des Musicals Robert Gerwig findet am Samstag, 13. November, in Triberg statt, der Erlös geht zu 100 Prozent an die Rehaklinik Katharinenhöhe. Rolf Langenbach spielt hier übrigens seit vielen Jahren zum Abschluss der Kuren auf.