Firma Siedle ehrt langjährig Beschäftigte / Gabriele Siedle spricht über das stetige Wachstum
Furtwangen. 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ehrte die Firma Siedle für 40- beziehungsweise 25-jährige Treue zum Unternehmen.
Geschäftsführerin Gabriele Siedle begrüßte in der Villinger Rindenmühle neben den Jubilaren mit Partnern Landrat Sven Hinterseh, den IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez sowie Furtwangens Bürgermeister Josef Herdner. Gabriele Siedle betonte, dass die Menschen den Erfolg eines Unternehmens bestimmen. Je erfolgreicher ein Unternehmen ist, umso besser geht es auch den Kommunen und dem Kreis.
Die Geschäftsführerin von "sss Siedle" ehrte für 40 Jahre Betriebszugehörigkeit Bruno Bärmann, der am 2. September 1974 in das Unternehmen eingetreten ist.
Seit 25 Jahren für Siedle tätig sind: Gerd Tetzlaf, Bernhard Häringer, Jochen Lux, Ingrid Schärger, Iris Bender, Christof Dworski, Verona Andres, Cinzia Cinicola, Antonietta Cataldo, Bärbel Schneider, Jakob Tabler, Andreas Winker, Sascha Schätzle, Marijan Simicak, Hansjörg Dufner, Horst Beha, Wolfgang Schyle, Gabriele Hoppek, Cornelia Fehrenbach, Waltraud Kienzler und Richard Weis, Berthold Elsäßer, Brigitte Dornseifer und Silvia Staiger.
Digitale Welt hält Einzug
"Hätten Sie sich damals bei Ihrem Eintritt ins Unternehmen jemals vorstellen können, dass überhaupt, und dann wie gewaltig die digitale Welt, also das Netz, uns einmal beeinflussen wird. Und sogar vor den Produkten von Siedle nicht Halt machen wird? Nein, ich glaube sicherlich nicht", meinte Gabriele Siedle. "Und trotzdem denke ich, wird es dem einen oder anderen von Ihnen so vorkommen, als wäre Ihr Eintritt erst gestern gewesen. Insbesondere an einem solchen Tag wie heute, wo wir gemeinsam zurückblicken. Und Sie werden feststellen, dass Sie in der 264-jährigen Firmengeschichte die größten Entwicklungssprünge des Unternehmens seit Bestehen begleitet und mit gestaltet haben", meinte die Geschäftsführerin.
Bruno Bärmann, sprach sie besonders an, da er die Anfänge dieser großen Entwicklungssprünge noch miterlebt hat. Unter der Geschäftsführung von Horst Siedle wuchs ein relativ kleines Unternehmen im Schwarzwald zum Marktführer in Europa und weltweiter Bekanntheit heran. Im Jahr 1972 hat Siedle gerade die Zehn-Millionen D-Mark Umsatzgrenze überschritten. Ende 1974 waren es bereits 18,4 Millionen D-Mark mit 239 Mitarbeitern.
Das erste vom jungen Eberhard Meurer designte Haustelefon kam auf den Markt. Die erste integrierte EDV wurde eingeführt. Das wurde seinerzeit stark beachtet und etwas Besonderes. Ein Jahr zuvor wurde das weltweit erste mobile Telefonat geführt.
Der Umsatz stieg ständig, zeitweise im zweistelligen Prozentbereich. Ebenso auch die Anzahl der Mitarbeiter.
1989 traten dann die 25-jährigen Jubilare von heute ins Unternehmen ein. Der Umsatz lag bei 100 Millionen D-Mark oder 50 Millionen Euro und die Mitarbeiterzahl bei 389. Vario und das Systemdesign hatten zu diesem Zeitpunkt das Unternehmen bereits auf den Kopf gestellt. Siedle-Design fand national und international Anerkennung. Schulungszentren in Deutschland und Niederlassungen im Ausland wurden eröffnet.
Zukunft liegt in Spezialitäten
Die Strukturen im Unternehmen passen sich permanent dem Umsatzwachstum an. Mit Wiedervereinigung im gleichen Jahr, verbunden mit dem Aufbau Ost geht das Wachstum ungebremst weiter. Innerhalb von weiteren sechs Jahren verdoppelt sich der Umsatz, stellte Gabriele Siedle fest. 1995 verzeichnete Siedle dann das Allzeithoch von 200 Millionen D-Mark oder 100 Millionen Euro Umsatz und 571 Mitarbeitern.
Dann folgte eine Krise am Bau. 1995 wurden in Deutschland 600 000 Wohnungen fertiggestellt, heute sind es noch 160 000. Der Druck der Wettbewerber kam noch dazu.
Horst Siedle unternahm alles, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Er investierte zusätzlich in Vertrieb und Produkte. Von 1995 bis 2005 ging der Umsatz um rund 30 Prozent zurück.
Es wird alles getan, um betriebsbedingte Kündigungen auszuschließen und auf freiwillige soziale Leistungen zu verzichten, sagte die Geschäftsführerin. Der Abwärtstrend konnte durch die Anstrengung aller gestoppt werden. Standorttreue und wirtschaftliche Unabhängigkeit blieben erhalten. Siedle positioniere sich klar und eindeutig als Premiumanbieter. Kompromisslos im Anspruch an Qualität und Design.
"Heute leben wir bei Siedle in zwei Welten, die wir pflegen und ausbauen. Nämlich in der Welt, von der wir kommen, die Welt der geschlossenen Systeme. Aber auch in der digitalen Welt mit anderen Gesetzen. IP wird, und das ist sicher, die Zukunftstechnologie sein. Wir erschließen uns damit – auch international – ein immenses Potenzial", so Gabriele Siedle. Laut Geschäftsführerin hat Siedle die Weichen für eine sichere Zukunft des Unternehmens gestellt. Sie lobte die Jubilar und Mitarbeiter, die das Unternehmen so erfolgreich tragen.