Studenten aus Furtwangen können dank "Shuttle-Up" auswärts feiern, wie etwa beim Techno-Festival Nature One. Foto: Frey

Studenten aus Furtwangen entwickeln Angebot. Experiment ist vielversprechend angelaufen.

Furtwangen - Junge Leute möchten das Leben genießen, mal Party machen und dabei von Furtwangen aus auch Ziele in größeren Städten wie Freiburg und Stuttgart ansteuern. Der 25-jährige Student Stefan Trost und ein WG-Mitbewohner haben deshalb "Shuttle-Up" ins Leben gerufen.

Das Kneipen- und Freizeitangebot in Furtwangen sei überschaubar, meint Trost. Deshalb hat er im vergangenen Jahr zusammen mit einem Mitbewohner in seiner Wohngemeinschaft eine neue App generiert, über die Interessenten sich für Busfahrten anmelden können, um Party- und andere Freizeitmöglichkeiten beispielsweise in Freiburg oder Stuttgart anzusteuern. Das Experiment ist vielversprechend angelaufen.

Skifahren im Montafon, Halloween im Kraftwerk

Touren führten so im vergangenen Jahr unter anderem zum Weihnachtsmarkt nach Freiburg, nach Stuttgart zu einem Elektrofestival, ins Montafon zum Skifahren oder nach Rottweil zu einer Halloweenparty im Kraftwerk.

Die Preise seien studentengerecht, meint Trost und nennt als Beispiel Fahrten nach Freiburg für zehn bis zwölf Euro pro Person. Abends gehe es um 20 oder 21 Uhr los und in der Früh um 3 oder 4 Uhr wieder zurück. Zeit genug, um Feier- und Partylaune auszuleben. Etwa neun Veranstaltungen seien es so im zweiten Halbjahr 2017 gewesen. In den vergangenen beiden Monaten hingegen habe es nichts gegeben. Prüfungen seien angestanden und die Studenten damit beschäftigt gewesen.

Doch bald soll der Shuttlebus wieder unterwegs sein. Es gebe bereits Planungen für das Frühlingsfest in Stuttgart, das am Mittwoch, 25. April, und Freitag, 4. Mai, besucht werden soll. Jeweils um 15 Uhr gehe es los und um 23.30 Uhr wieder zurück nach Furtwangen. Ein Ziel im Frühjahr werde voraussichtlich auch der Europapark bei Rust sein.

Angebot nicht nur für Freizeitgänger

Dabei richtet sich das Angebot nicht nur an Freizeitgänger in Furtwangen. Auch Personen auf dem Weg zum Ziel würden mitgenommen. So fahre der Bus nach Freiburg über Villingen-Schwenningen, St. Georgen und Furtwangen ins Breisgau.

Die App zum Anmelden lässt sich über das Stichwort "Shuttle-Up" aufs Smartphone runterladen. Die App bietet auch eine Bezahlmöglichkeit. Wobei der Betrag nur abgebucht werde, so Trost, wenn die Fahrt auch zustande komme. Mit der Buchung werde ein so genannter QR-Code generiert, der dem Teilnehmer als Eintrittskarte für den Bus diene.

Trost arbeitet bei den Fahrten mit einem Busunternehmer aus Buchenberg bei Königsfeld zusammen. Das finanzielle Risiko halte sich für alle Beteiligten in Grenzen. Der Verdienst stehe für ihn nicht im Vordergrund, so Trost, sondern eben die Möglichkeit, etwas gemeinsam zu unternehmen. Die Einnahmen für ihn seien eher eine Aufwandsentschädigung. So gebe es bei manchen Fahrten eine kleine Provision vom Busunternehmer für jeden Mitfahrer.

Der Geschäftszweig lässt sich aber ausbauen, meint Trost. Er denkt dabei an finanzielle Vereinbarungen mit Anbietern von Freizeitangeboten, denen der Partybus die Gäste bringen könnte. Aber das sei Zukunftsmusik. Das Ganze mache ihm zwar Freude und er wolle es auch weitermachen. Doch er müsse auch schauen, wie sich sein weiterer Weg entwickle. Der Wirtschaftsinformatiker macht derzeit seine Bachelorarbeit. Er mag die "Start-up"-Mentalität und kann sich den beruflichen Weg in die Selbstständigkeit vorstellen. In Stuttgart sei das "Start-up"-Netzwerk gut. Wenn er nicht mehr vor Ort in Furtwangen sei, könne das Marketing für Shuttle-Up schwieriger werden. Er sei deshalb im Gespräch mit einem Studenten in Furtwangen, der sich hier eventuell einbringe. Man werde sehen. Letztlich habe "Shuttle-Up" aber Potenzial und lasse sich vermutlich auch auf andere Städte ausweiten.

Info

"Furtwangen ist das, was du daraus machst." Diese "Weisheit" hört Jutta Neumann, Pressereferentin an der Hochschule Furtwangen, immer wieder von Studenten. Gemeint sei damit: Wer Furtwangen erst mal besser kennenlerne, erfahre schnell, dass hier mehr geboten sei, als die Größe der Stadt vielleicht vermuten lasse. "Die Studenten sind sehr rege bei uns", so Neumann. Es gebe Partys, aber auch sportlich sei viel möglich. Die Angebote würden von Studentengruppen angeleitet und änderten sich teilweise von Semester zu Semester. Als Beispiele nennt Neumann Zumba, Aikido, Klettern, Mangas zeichnen und E-Games spielen. Hinzu kämen größere Events wie der Hochschulball oder ein internationales Festival. Der persönliche Kontakt werde sehr geschätzt, sei es zum Professor, aber auch unter den Studenten. Das sei ein Vorteil der überschaubaren Semestergrößen. Dank der Vernetzung würden auch gerne Fahrgemeinschaften gebildet, um beispielsweise nach Villingen oder Freiburg zu kommen.