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Furtwangen "Jede Zeit hat ihr Klangideal"

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Viele Interessenten findet Frank Rieger bei seiner Einführung zum Konzert an der neu eingerichteten Klais-Orgel, die ein wertvolles Instrument darstellt. Der Organist erläutert exemplarisch die optimierten Klangbilder. Foto: Kouba Foto: Schwarzwälder-Bote

Das Orgelkonzert in St. Cyriak beweist: Furtwangen hat eine Konzertorgel und einen Konzertvirtuosen.

Furtwangen. Das Konzert in der Stadtpfarrkirche St. Cyriak wurde zum historischen Ereignis der Kirchenmusik Furtwangens und bewies: Man hat mit der Klais-Orgel ein wertvolles Konzertinstrument und in Frank Rieger einen exzellenten, virtuosen Interpreten.

Mehr als 50 Interessierte in der Pfarrkirche

Über 50 Interessierte kamen zur Einführung auf die Empore, um den optimierten Klangbildern nachzuspüren. Rieger erläuterte ein Register mit 56 Einzelpfeifen, das "Labium", die "Zungenregister", die Klangmöglichkeiten des Prinzipals, das Schwellwerk oder das Rückpositiv. Mit "jede Zeit hat ihr Klangideal" ging der Organist auf die unterschiedlichen "orchestralen" Färbungen der Epochen ein. Insgesamt verfügt die Orgel über 49 Register mit neuer Grundton gestützten Wirkung.

Das Konzert widmete Frank Rieger zwei Verstorbenen: dem hier bekannten Trompeter von "neoBrass" Waturu Tagaki und seiner Mutter. Auffällig bei den Darbietungen waren die intensive, neue Akustik des Kirchenraumes mit Nachhall und der abgerundete Orgelklang. Geboten wurden ein "mächtiger" Widor und ein "prächtiger" Bach. Drei Teile aus Charles-Marie Widors sechster Orgelsinfonie bildeten Rahmen und Bindeglied. Im Eingangsallegro wurden das Fortissimo, markige Akkordschritte, Pedalbass, ein verspielter Mittelteil, das Ostinato, viel Dynamik vom seidigen Streicherklang bis hin zu schmetternd-wuchtigen Registern und der ekstatische Schluss herausgestellt.

Relativ rasch wurde das gesangliche Cantabile mit feinen Oboen, Flöten und Tremolo geboten und gigantisch erklang das von zwei Themen bestimmte Finale. Ein Standardwerk ist Bachs Bearbeitung von Vivaldis Konzert für zwei Violinen. Barock-silbrige Klang-Putten füllten den Saal beim Kopfsatz, Ruhe verströmte das klangschöne Adagio (senza pedale) und effektvoll gelang das Schluss-Allegro mit viel Spielwerk und hervortretenden Trompeten.

Als Pendant zum genialen Franzosen Widor wurde deutsche Orgelmusik mit der Sonate Nr. 1 aus der Feder von Felix Mendelssohn-Bartholdy geboten. Vielstimmig zeigte sich das konzertante erste Allegro, aus dem der Choral "Was mein Gott will, das gescheh allzeit" aufstieg. Mit großer Ästhetik wurde das Lied des Adagios bei Einsatz der Jalousien gestaltet und charaktervoll gelang der Wechsel von Manualen und Pedal im präludierenden Andante recitativo, endend in virtuosen Läufen, Arpeggien und im 16-füßigen wogenden Klangmeer des Finales. Nicht nur Mozart kannte musikalische Späße. Die Idee griff auch der Münchner Domorganist und Dozent Franz Lehrndorfer mit den humoristischen Variationen zu "Ein Männlein steht im Walde" auf. Rieger gab dabei Kostproben der Orgel-Disposition mit schnarrenden Registern, wohligen Holzpfeifen, Vox humana, tänzerischem Organo pleno, Spieluhrenmusik, lustigen nasalen Registern und verspielt hellen Flöten.

Eine Überraschung gab es schließlich mit der Toccata des kanadischen Organisten André Knevel, ein Werk vom Zuschnitt französischer Meister, gewürzt mit Bachimpressionen, modernen Färbungen und jazzigen Elementen. Jubel und Beifall des teils weit her angereisten Publikums folgten.

 
 

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Jürgen Liebau

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