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Furtwangen Gemeinderäten platzt jetzt der Kragen

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Einen vollen Baustopp beantragt hat der Furtwanger Gemeinderat für den weiteren Umbau dieses Hauses in der Allmendstraße. Laut Stadtverwaltung und Baurechtsbehörde wurden erhebliche Veränderungen festgestellt, ohne dass dafür überhaupt eine Genehmigung vorliege. Das Haus soll 20 Appartements für Studenten bieten. Foto: Liebau

Furtwangen - Dicke Luft im Gemeinderat. Nachdem in der Allmendstraße ein Haus ohne Genehmigung umgebaut wurde, hat das Stadtparlament die Einvernahme für den Bauantrag vorerst abgelehnt und einen kompletten Baustopp beantragt. Besonders pikant: Für die 20 Studentenzimmer ist kein einziger Auto-Stellplatz ausgewiesen.

Bereits im Sommer 2017 wurden laut Stadtverwaltung an dem Haus "erhebliche, ungenehmigte Veränderungen" festgestellt. Gleichzeitig meldeten Angrenzer erhebliche Eingriffe in die Bausubstanz. Die Stadt informierte den Baukontrolleur des Landratsamtes, der sich die Baustelle ansah. Nach Aussage des Baurechtsamtes sei der komplette Dachstuhl erneuert worden. Auch sei er höher als bisher. Einige Fensteröffnungen in Richtung Nachbargrundstück seien aus brandschutzrechtlichen Gründen unzulässig. Auch wurde ein Balkon abgerissen und ersetzt und halte jetzt die Abstandsflächen zum Nachbargrundstück nicht ein. Der Bauherr wurde amtlich aufgefordert, einen Bauantrag zu stellen, der Weiterbau teilweise untersagt.

Im Oktober wurde dann der Bauantrag nachträglich eingereicht. Laut Plan sollen 20, auf vier Stockwerke verteilte Appartement-Zimmer für Studenten errichtet werden, die jeweils mit Dusche, Waschbecken und WC ausgestattet sind. Die Appartements sollen eine Größe von rund 14 Quadratmeter haben. Im ersten und zweiten Obergeschoss soll jeweils eine Wohnküche als Gemeinschaftsraum entstehen, dazu zwei Fitnessräume im Erdgeschoss.

Wie üblich, werden Angrenzer bei Bauanträgen benachrichtigt. Beschwerden gab es, dass durch den Umbau die Belichtungsverhältnisse des westlichen Nachbargebäudes erheblich verschlechtert würden. Schließlich stellte die Behörde fest, dass an der Grenze zum westlichen Nachbarn eine massive Steinmauer errichtet wurde. Sie befinde sich direkt auf dem Zweit-Fluchtweg der Zunftstube "Alte Färbe".

Fatal ist auch, dass keinerlei Auto-Stellplätze auf dem Grundstück ausgewiesen sind. Auch nachträglich wäre das aufgrund der Lage nicht möglich. "Da wahrscheinlich jeder der Bewohner/innen ein Automobil besitzt, wird es zu zusätzlichen Schwierigkeiten im innerstädtischen Verkehrsfluss kommen", so die Stadtverwaltung in ihrer Sitzungsvorlage.

Dicke Luft gab es wegen des Themas am Dienstagabend im Gemeinderat. "Bei dem Projekt ist alles schief gelaufen, was schief gehen kann" sagte Franz Sauter (CDU) in der öffentlichen Sitzung. Vorschriften für Fluchtwege und Brandschutz wurden nicht eingehalten. "Was unsere Fraktion gewaltig aufstößt, ist die Frage der Stellplätze", sagte er.

Sichtlich gereizt gab sich auch Rainer Jung, Sprecher der Freien Wähler. Wegen der Stellplatzfrage stellte er den Antrag zur Beratung über eine Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung. Die Stadt solle also auch dort Parkgebühren verlangen, wo sie es bisher nicht getan habe. Auch forderte Jung ein Parkverbot in der Bismarkstraße, um das Dauerparken dort zu unterbinden.

Bürgermeister Josef Herdner sagte zu, dass das Thema separat im Gemeinderat beraten werden soll. Christian Marzahn von der Stadtverwaltung stellte klar, dass die Stellplatzfrage für die Entscheidung des Gemeinderates keinen ausschlag geben dürfe. Das sei alleine Sache der Baurechtsbehörde.

Heinz Guhl (SPD) berichtete, dass im Internet das Wohnprojekt beworben wird – mit Bilder fertiger Inneneinrichtungen. "Entweder sind die Bilder woanders gemacht worden oder die Zimmer sind bereits fertig", sagte er.

Manfred Kühne (CDU) sprach von einer "Dummheit des Bauherrn", die Pläne nicht vorher einzureichen. "Für Studierende ist es fast schon eine Zumutung" sagte er angesichts der Zimmergrößen.

"Die Zustimmung verweigern, Fakten einholen und entsprechend dagegen vorgehen" forderte Ulrich Mescheder (UL). Sein Fraktionskollege Roland Thurner forderte ebenfalls Konsequenzen. "Das ist teilweise ein Schwarzbau" sagte er und verwies vor allem auf die ungenehmigte First-Erhöhung. "Das können wir nicht hinnehmen", so Thurner.

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