Man merkte den Sängerinnen und Sängern des Laetitia-Chores die nötige Begeisterung an, um die Erzählung "Der vierte König" lebendig zu gestalten. Fotos: Kouba Foto: Schwarzwälder-Bote

Konzert des Laetitia-Chors kommt bestens an / Riesenapplaus für Beiträge aus "Der vierte König"

Von Siegfried Kouba

Furtwangen. Es war nicht anders zu erwarten: Die Stadtpfarrkirche St. Cyriak war beim Konzert des Laetitia-Chors am Sonntag bestens besucht. Anlass war die Aufführung des "Der vierte König".

Von einer russischen Legende leitete Edzard Schaper eine christologische Erzählung ab, die unter Leitung von Regina Aust zu einem abgerundeten Gospel- und Spiritualkonzert geformt wurde.

Einen versierten Piano-Begleiter hatte man in Clemens Staiger, der einfühlsame Vorgaben und Begleitungen lieferte. Das Publikum wurde auf die Reise eines jungen Königs mitgenommen, der seine drei Begleiter bald aus den Augen verlor.

Stationen eines kranken Kindes, eines blinden, armen Mannes und die Begegnung mit Johannes dem Täufer sowie eine angekettete Frau ließen ihn nicht voran kommen. Doch ein großer, heller Stern begleitete ihn, bis er selbst anstelle der verhafteten Frau in Ketten gelegt wurde und auf einer Galeere schuftete.

Letztlich gelangte er nach Israel und zum himmlischen Jerusalem, wo er nicht nur dem "neuen König" begegnete, sondern von dessen österlichen Auferstehen erfuhr. Bei seinen Treffpunkten verschenkte er wertvolle Edelsteine, die den geplagten Menschen halfen.

Die adäquaten gesanglichen Beiträge trafen die textlichen Nahtstellen und latent begleitete "This little light of mine" das Geschehen, das gekonnt und einfühlsam von Ute Kreuz vorgetragen wurde.

Eingerahmt wurde das Ganze durch den marschmäßigen Song "Menschen auf dem Weg durch die dunkle Nacht", der sinnfällig am Schluss die Zuhörer mit auf den Weg bei einer kleinen Prozession mit nehmen sollte.

Passend waren die einzelnen Nummern eingefügt, wie "Somebody is knocking", "Good news", "Amazing Grace", "Certenly Lord", "Soon and very soon" oder "Take my hands", ergänzt durch "Maria und Joseph", "Siahamba", "Oh Freedom", "Shalom" und "Virgian Mary".

Manches hätte präziser vorgetragen werden können, doch Drive, schwingender Rhythmus, lebendige Dynamik, Fingerknipsen und Klatschen rissen die Zuhörer mit. Man merkte den zehn Männern und 26 Frauen die Begeisterung, ihren gesanglichen Einsatz und den Gestaltungswillen der auswendig vorgetragenen Texte an.

Manches geriet schmissig, manches einfühlsam sensitiv, manches keck, manches innig, ruhig. Hymnische Rufe wie bei "Certenly Lord" oder erregende Spannung wurden bei "Soon and very soon" mit betontem Hallelujah erzeugt.

Alles war getragen von einer engagiert und mitreißend dirigierenden Regina Aust, die sich durch exakte Tonangaben und Sologesang hervor tat.

Dass den Akteuren da nur noch ein brausender Applaus entgegen brandete, war selbstverständlich.