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Furtwangen Ein Weinachtsfest über das Internet

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Live übertragen wurde am Nachmittag des Heiligen Abends bei strömenden Regen der ökumenische Weihnachtsgruß mit den Pfarrern der drei Kirchengemeinden (von links) Joachim Sohn, Lutz Bauer und Harald Bethäuser. Foto: Schwarzwälder Bote

Weihnachten ist neben Ostern das wichtigste Fest der christlichen Kirchen. Doch in diesem Jahr hatte das Weihnachtsfest auch in den Kirchengemeinden des oberen Bregtals durch die Pandemie einen ungewöhnlichen Charakter. Hier dominierten vor allem die Gottesdienste und andere Angebote über das Internet.

Oberes Bregtal. Während die evangelische und die altkatholische Kirche ganz auf öffentliche Gottesdienste verzichtete, gab es in den katholischen Kirchen des Bregtals noch einige öffentliche Messfeiern, allerdings auch hier mit einer durch die entsprechenden Vorgaben deutlich reduzierten Schar von Gläubigen.

Und ebenfalls durch die entsprechenden Vorschriften war die Kirchenmusik auf Orgel und Kantoren reduziert, am zweiten Weihnachtstag gab es in St. Cyriak auch noch einen Gottesdienst mit vier Gesangssolisten. Die Gemeinde konnte selbst nicht mitsingen, was gerade bei den beliebten Weihnachtsliedern sicherlich auch für Bedauern sorgte.

Breites Internetangebot teils auch live gestreamt

Vielseitig und ideenreich war dann aber das Internet-Angebot. Zum einen waren dies Live-Übertragungen der evangelischen und katholischen Gemeinde. In der katholischen Kirche St. Cyriak gab es als direkte Live-Übertragung eine Christmette am Heiligen Abend und den Festgottesdienst am zweiten Weihnachtstag, beides waren öffentliche Gottesdienste.

In der evangelischen Melanchthonkirche wurde die feierliche Christvesper übertragen, hier allerdings wie alle anderen evangelischen Gottesdienste ohne Gläubige in der Kirche. Ergänzt wurde dieses Liveangebot noch durch einen Weihnachtsgottesdienst im Altenheim und ebenfalls am Heiligen Abend mit einen ökumenischen Weihnachtsgruß, der mit den Pfarrern Bethäuser, Pfarrer Bauer und Pfarrer Sohn bei strömenden Regen Live vom Marktplatz übertragen wurde.

Neben diesen Livestreams gab es noch eine ganze Reihe weitere Gottesdienste, so von katholischer Seite im YouTube "Kanal SE Bregtal" eine Christmette mit Pfarrer Schäuble und einen Weihnachtsgottesdienst mit Pfarrer Bethäuser. Von der evangelischen Kirchengemeinde gab es außerdem ein Video von dem Gottesdienst am ersten Tag des Christfestes. Und in der altkatholischen Kirchengemeinde konnten die Gläubigen am Heiligen Abend über Video eine Weihnachtsandacht für Erwachsene und Kinder mitfeiern.

Doch damit nicht genug, es gab eine ganze Reihe weiterer Angebote wie Krippenspiele aus allen drei Kirchengemeinden oder einen Spaziergang zu verschiedenen Krippen in der Seelsorgeeinheit Bregtal. Und bei der altkatholischen Gemeinde wurde die Weihnachtsgeschichte in einem Video gelesen und die ganze Szene mit Krippenfiguren nachgestellt.

Herbergssuche in die heutige Zeit verlegt

Etwas Besonderes war die "Herbergssuche" der Konfirmanden in der evangelischen Kirchengemeinde. Sie hatten sich intensiv mit der Weihnachtsgeschichte und vor allem mit der Herbergssuche beschäftigt und daraus nun eine Bildergeschichte verfilmt, bei der die Herbergssuche in die heutige Zeit und ins Bregtal mitten in die Pandemie verlegt wurde.

Drei Predigten mit vielfältigen Sichtweisen

In ihren Predigten gingen die Pfarrer immer wieder aus ganz anderer Sichtweise an die Weihnachtsgeschichte heran.

Pfarrer Joachim Sohn von der altkatholischen Gemeinde spannte hier den Bogen vom Paradies bis zur Krippe: Damals hatte ein Apfel die Menschen zu ruhelosen Wesen gemacht, die oft genug neue Äpfel suchen und doch keine Erlösung finden. Diese wurde der Menschheit dann durch Gott geschenkt – in Form der Rettung durch das neugeborene Kind. In ihm können die Gläubigen Ruhe und Erlösung finden. Aber die Menschen müssen sich wie die Hirten selbst auf den Weg machen und zu Jesus gehen.

Pfarrer Lutz Bauer von der evangelischen Kirche machte deutlich, dass auch in Zeiten von leeren Kirchen die zeitlose biblische Botschaft von Bedeutung ist, die auch in schwierigen Zeiten Halt geben kann. Unter anderem bezog er sich im Blick auf den Tierfrieden des Propheten Jesaja auf das Bild "Friedliches Königreich" von Edward Hicks, wo nicht nur die Tiere sondern auch die Menschen Frieden schließen.

Pfarrer Harald Bethäuser von der katholischen Kirche zeigte sich in seiner Predigt beeindruckt von der Vielfalt, wie sie in der Seelsorgeeinheit gezeigt wird. Als Beispiele nannte er den besonderen Wunschbaum in der Uracher Pfarrkirche oder einen Impuls der Gütenbacher Ministranten, der ihn beeindruckte. Außerdem machte er deutlich, dass man gerade in der Krippe sehen kann, wie im Johannesevangelium berichtet ist, dass das Wort Fleisch geworden ist.

Für Pfarrer Bethäuser war diese Weihnacht natürlich etwas ganz Besonderes, denn es war seine erste Weihnacht als Pfarrer einer Pfarrgemeinde und das dann noch unter den schwierigen Bedingungen der Pandemie. Und gerade hier habe er die Stille, wie im Lied "Stille Nacht, heilige Nacht" besungen, besonders gespürt, und diese stand dann auch bei den Gottesdiensten für ihn persönlich im Vordergrund.

Weitere Informationen: Die Gottesdienste finden sich im Internet unter den folgenden Adressen: Alkatholische Gemeinde www.alt-katholisch-furtwangen.de Evangelische Gemeinde www.ekribreg.de Katholische Gemeinde www.kath-bregtal.de

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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