Wolf-Dieter Bastian aus Furtwangen hat die Titanic nachgebaut. 200 Arbeitsstunden hat er in das Modell gesteckt.Fotos: Jundt Foto: Schwarzwälder Bote

Hobby: Wolf-Dieter Bastian ist seit seiner Kindheit Titanic-Fan / Nachbau des Ozeanriesen / Mehr als 200 Arbeitsstunden investiert

"Ich bin schon dreimal gesunken", sagt der Furtwanger Wolf-Dieter Bastian – zum Glück ist das aber nur auf seiner Play-Station und mithilfe einer Brille für virtuelle Realität passiert. Der 55-Jährige aus Furtwangen ist großer Fan des wohl bekanntesten Schiffs aller Zeiten – der Titanic.

Schwarzwald-Baar. Mit seiner Frau Karin hat er in den vergangenen Wochen an einem Nachbau des Ozeandampfers gearbeitet. Arbeitsstunden: über 200. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Den Grundbausatz hat Bastian aus Japan bestellt. Kostenpunkt: 300 Euro. "Ich habe im Internet nach bereits fertig gebauten Exemplaren geschaut. Die kosten um die 4000 Euro. Das ist mir zu viel", sagt der 55-Jährige. Also musste Bastian selbst ran. "Der Modellbau ist mein Hobby. Angefangen habe ich mit der "Enterprise" von Stark Trek. Ich habe auch schon die "Queen Mary II" und die "Aida" gebaut", erzählt Bastian. Die meisten Modelle – häufig waren es Lastwagen – habe er verschenkt und leider seien die meisten Exemplare mit der Zeit kaputt gegangen. Bastian: "Deswegen werde ich alle künftigen Eigenbauten behalten."

Die Titanic kam ohne Farben und mit viel weniger Einzelteilen, als jetzt an ihr sind. "Wir haben LEDs eingebaut. Dazu mussten wir die Technik erstmal hinbekommen. Wir sind fast verzweifelt", sagt Bastian und schaut seine Frau Karin an, die nickend zustimmt. Auch die Farbe musste auf dem Schiff aufgebracht werden. Insgesamt, erzählt der Modellbauer, hat er in der Zwischenzeit rund 700 Euro in seine Titanic gesteckt. Als Hilfe für einen möglichst detailgetreuen Nachbau diente Bastian ein Plakat der Titanic, das über dem Fernseher aufgehängt ist.

Noch genauer konnte sich der ehemalige Mitarbeiter eines Krabbenkutters in Hamburg seine Titanic aber mit einer Brille für virtuelle Realität und einer Play-Station anschauen. Mit der Spielekonsole ist es möglich, den Untergang in einem Rettungsboot mitzuerleben. Außerdem können Spieler in einem U-Boot bis zum Titanic-Wrack herabtauchen. "Man kann mit der VR-Brille sehr gut Details des Schiffs anschauen", sagt Bastian, während er die Brille trägt. In seiner Familie ist Bastian nicht der einzige Titanic-Fan.

Seine Oma, berichtet er, hat ihm in jungen Jahren vom legendären Ozeandampfer erzählt. Der Traum der Oma war es gewesen, mit der Titanic zu fahren. Doch der habe sich nicht erfüllt, ergänzt der 55-Jährige, der alle Titanic-Filme – vom ersten 1953 in schwarz-weiß, bis zur wohl bekanntesten Variante mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet – besitzt.

Neben der Titanic haben Wolf-Dieter Bastian und seine Frau auch eine Vitrine mit einem Eisberg darin gebaut. Den Eisberg haben sie aus schwarz eingefärbtem Toilettenpapier hergestellt und mit Gips und Lackfarbe überzogen. "Der Klarlack und der Weißlack führen dazu, dass sich die Farbe je nach Lichteinfall ändert", erläutert der Furtwanger. Die Vitrine haben sie aus alten Küchenmöbeln und Glas angefertigt.

Nach mehr als 200 Stunden war es dann soweit: Die Titanic wurde in die Vitrine gestellt, kurz vor den Eisberg, wo sie hingehört. Und was fehlt noch? Bastian: "300 Figuren muss ich noch anmalen und anbringen. Dann ist alles fertig." Das macht Bastian in der Küche, so wie die meisten Arbeiten zuvor auch. Seine Frau ist froh, wenn alles fertig ist: "Dann können wir endlich wieder in der Küche essen."

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