In pittoreskem Outfit und mit gemeinsamen Klängen vereint: Die Laienchöre "Laetitia-Chor" und "Chorus Mundi" unter Leitung von Regina Aust. Sie glänzt mit "Tourdion/Sometimes I feel". Fotos: Kouba Foto: Schwarzwälder-Bote

Laetitia und Chorus Mundi mit Lebensgefühl und Ausstrahlung / Dirigentin Regina Aust gelingt aparte Kombination

Von Siegfried Kouba

Furtwangen. "Greift nur hinein ins volle Menschenleben" – und ihr werdet mit "Laetitia-Chor" und "Chorus Mundi" "Live is life" erleben. Der Hit des österreichischen Rock-Quintetts "Opus" war nicht nur Motto des Konzertabends, sondern Synonym für Lebensgefühl und musikalische Ausstrahlung.

Als der Kultsong als Da-Capo-Zugabe in der Festhalle erklang, war das Publikum nicht mehr auf den Sitzen zu halten. Es tobte, klatschte, jubelte, wippte und sang mit. Effektvolle Einmärsche, Gospels, Spirituals, Rock und Pop kamen bestens an.

Die beiden Laienchöre verstanden es, die Zuhörerinnen und Zuhörer zu begeistern. Unkompliziert, frisch von der Leber weg und ungeniert wurde gesungen und musiziert. Keine Publikumsscheu hatten die Solisten.

In Zsofia Csakany und Tom Bayer waren zwei Könner am Flügel, die den musikalischen Nerv trafen und farbige Interpretationen boten. Tom Bayer ist nicht nur ein exzellenter Pianist, sondern ein ausgebuffter Rockmusiker und Jazzer.

Mit seiner "Caisa" konnte er ungeahnte Klänge zaubern und zusammen mit anderen Trommlern, wie Herbert Wehrle, mit Percussion-Rhythmen begeistern.

Recht flott erfolgte die Programmfolge, die durch Gerhard Dilger, Klaus Schnotz und Ingeborg Wimmer moderiert wurde.

Sie trafen den Volkston und plauderten aus den Chor-Nähkästchen.

Herzlich begrüßte Consuela Markon die Gäste aus nah und fern; sogar aus Emmendingen waren Musikfreunde angereist. Blumen und "Schmierstoff für Chöre", Geschenke für Pianisten und die Dirigenten Regina Aust und Zsombor Fernczy unterstrichen Zusammengehörigkeit und Freundschaft.

Musikalisch am wertvollsten war eine Erfindung von Regina Aust. Sie kombinierte das ausgelassene Renaissance-Trinklied "Tourdion" von Pierre Attaingnant (1494-1552) mit ihrer Eingebung von "Sometimes I feel like a motherless child", eine aparte Verbindung.

Vielfältig war das Programm der Neukircher Sängerinnen und Sänger mit hebräischen "Hora Jerusalem", dem Celtic-Gesang "Riversong", dem westafrikanischen "Mida´kpe", dem traditionellen Lied "Kumbaja my Lord", dem modernen Spiritual "Make my day", dem die Oldies "Goodnight Sweetheart" und dem May-Song "Gute Nacht Freunde" folgten.

Als dezimierte Gemeinschaft musste "Chorus Mundi" auftreten, einige Mitglieder waren verhindert.

Gleichwohl gaben die 14 Sängerinnen und Sänger ihr bestes, von "Praise his holy name", über "Oh happy day" bis zum rhythmisch veränderten, Blues- und Staccato-Gesang des "City called heaven", dem sensitiven "Hold on" mit flottem "I will follow him" und dem Michael Jackson-Tophit "We are the World".

"Freedom is coming" vermittelte afrikanische Gefühle und das ebenfalls traditionelle "Evening Rise" verströmte nordamerikanisch-indianische Einfärbung bei ruhig-zurückhaltender Interpretation. Mit Mystik waren "Angels" von Robbie Williams und das Spiritual "Wade in the Water" belegt.

Als das gemeinsam gesungene "Adiemus" erklang, war das Publikum hingerissen.