Kulturfabrik: Sabine Murza unterhält Publikum aufs Beste
Furtwangen. Das war schon etwas ganz Besonderes was Sabine Murza, alias Murzarella in der Kulturfabrik geboten hat. Bauchredner kennt man hinlänglich aus diversen Fernsehsendungen. Aber Murzarella setzt mit ihrem Bauchgesang dem Genre eine Krone auf.
Zusammen mit ihren drei Puppen zündet sie auf der Bühne ein Feuerwerk an guter Unterhaltung, das das Publikum eins ums andere Mal zum Staunen bringt. Sabine Murza ist ausgebildete Sängerin und Entertainerin. Lange Zeit sang und spielte sie in zahlreichen Musicals wie Evita, Jesus Christ Superstar, Hair, The Rocky Horror Picture Show und anderen. Daneben ist sie Sprecherin bei Arte und unterrichtet Gesang.
Da ist zum einen Dudu, der freche Kakadu, der immer wieder lautstark seine Befreiung aus seiner Kiste fordert, um danach dann seine Stimme Murzarella mit seinen frechen Anspielungen in peinliche Situationen zu bringen. Und wenn es ihr dann zu viel wird, versteht er es ebenso vortrefflich, sich wieder bei ihr einzuschmeicheln. Große Klasse sind seine Interpretationen von Schlagern, die das Publikum immer wieder zum Mitsingen animieren.
Als zweite Akteurin kommt Frau Adelheid, eine ältliche Dame in schöner Robe, die sich sofort Stefan in der ersten Reihe aussucht, um mit ihm ein Rendezvous nach der Veranstaltung auszumachen, zum Einsatz. Unvergleichlich aber ist ihr Gesang, wenn sie die Arie der Königin der Nacht aus der Zauberflöte singt. Spätestens dann kommt das Publikum ins Grübeln, denn die Stimme von Adelheid kommt aus dem Bauch von Murzarella. Auch sonst ist Adelheid für jede Menge Spaß für das Publikum gut, denn die angesäuselte Managerin und Buchhalterin von Murzarella kann ihr loses Mundwerk nicht halten.
Der absolute Liebling an diesem Abend ist aber Kalle, die Kanalratte aus dem Ruhrgebiet und bekennender Schalke-Fan, der im breitesten Ruhrpott-Dialekt seine Späße mit dem Publikum und seiner Meisterin treibt. Umwerfend seine Ansage an den Pianisten Andreas, den er minutenlang auf die Schippe nimmt und ihn dazu veranlasst, endlich mal was "aus Schwermetall" zu spielen. Und dann legt Kalle richtig los mit "Highway to Hell", sehr zum Vergnügen der Zuhörer.
Kein Wunder, dass das Publikum die sympathische Künstlerin und ihre Puppen nicht ohne mehrfache Zugabe von der Bühne ließ. Als dann Kalle am Schluss noch den Song "Steht auf, wenn ihr Schalker seid" schmettert, stehen tatsächlich einige Schalker Fans auf und begleiten ihn. Alles in allem ein gelungener Abend den das Publikum mit langanhaltendem Applaus und Aussagen wie "sensationell" oder "das Beste, was ich seit langem gesehen habe", quittierten.
Als nächstes kommt am 11. Mai das Jörg Hegemann Trio in die Kulturfabrik. Jörg Hegemann gehört mit zum Besten weltweit, wenn es um Blues und Boogie-Woogie auf dem Klavier geht. Seine Konzerte führen ihn durch ganz Europa und in die USA, wo er auch mit Größen wie Stefanie Trick auftritt. Begleitet wird er von Dirk Engelmeyer, Schlagzeug und Gesang, sowie Matthias Klüter am Kontrabass. Vorverkaufbeginn ist der 30. April.