Alfred Van Cleef beim Signieren seiner Bücher. Foto:Frank-Gauckler Foto: Schwarzwälder-Bote

Buchpreisträger Alfred Van Cleef berichtet über seine 4 800 Kilometer lange Reise

Von Brigitte Frank-Gauckler

Furtwangen. "Ich hatte nicht immer Euphorie beim Erreichen des Nullpunkts". Im Uhrenmuseum bot der niederländische Reisejournalist Alfred Van Cleef am Mittwoch einen interessanten Leseabend mit Fotos, er präsentierte sein neues literarisches Sachbuch.

Lesungen und Buchvorstellungen erleben in Furtwangen derzeit großen Zulauf. Ein Ziel hatte Van Cleef nicht, doch viele Abenteuer. Gerd Kusserow, Kanzler der Hochschule, traf ihn auf einer Atlantikinsel. Über diesen Kontakt konnte nun Van Cleef sein neues Buch "Die verborgene Ordnung. Eine Reise entlang des Nullmeridians" in Furtwangen vorstellen.

Das Thema Zeit passe auch ins Uhrenmuseum. Den Vortrag mit Bildern und Lesung moderierte Oliver Ruf.

Man erfuhr dabei auch, dass Holländer reisen müssen, da das Land so klein sei. Immer schon wollte Van Cleef reisen und schreiben, er liebt die Ordnung, den Globus und Landkarten. Er sucht entlegenste Winkel der Erde und möchte Verborgenes Sichtbar machen.

Dabei folgte er im Jahre 2007 der unsichtbaren, vom Menschen geschaffenen Linie vom Nord- zum Südpol, dem "Nullmeridian". Kein Pfad zu den Sehenswürdigkeiten der Welt, er führt durch Wohnzimmer, Mauern, Restaurants und Friedhöfe. Einziges Richtungshilfsmittel ist ein GPS.

Der Nullmeridian, unsere Grundbasis von Zeit und Ort, führte ihn durch acht Länder, die Pole und das Meer ließ er aus und bereiste die 4 800 Kilometer bewohnte Gegend.

1884 legte man ihn fest, man entschied sich für Greenwich als Mutteruhr und Zeit wurde zum britischen Exportschlager. Durch England und Frankreich führte ihn der Meridian auf 2033 Höhenmeter und durch verlassene Dörfer in Spanien. Für Algerien bekam er kein Visum, also reiste er direkt nach Mali.

Dort drängte sich ihm, weil Polizei und Militär fehlen, der Meridian als einzige Ordnung auf.

Burkina Faso, Togo und die Sahara durchquerte Alfred Van Cleef. Seine sechs Monate dauernde Reise endete im Hafen von Tema in Ghana. Dort legte er einen Steinkreis an, wo der Nullmeridian wieder im Meer verschwindet und "ich war wieder ohne Richtung".

Das Reisen und die Begegnungen mit Menschen sei sehr lebendig, er beschreibt sie auch mit viel Selbstironie.

Schreiben hingegen sei eine recht einsame Geschichte, nur mit Notizbüchern, Fotos und viel Recherchematerial.

Die zeitlose Zeitreise brachte ihm auf der Reisemesse in Berlin den Buchpreis ein. Gerne signierte er Bücher und führte anregende Gespräche mit dem interessierten und begeisterten Publikum.