Applaus erhalten die Biker bei der Durchfahrt bei der Rehaklinik Katharinenhöhe. (Archivfoto) Foto: Stefan Heimpel

Er hat Tradition und ist somit fest im Terminkalender der Stadt Furtwangen und vieler Biker eingetragen. Dennoch müssen im kommenden Jahr eingefleischte Fans und Nutznießer der Großveranstaltung auf den Schwarzwald-Bike-Marathon verzichten.

Furtwangens Bürgermeister Josef Herdner, der auch Vorsitzender des Vereins Schwarzwald-Bike-Marathons ist, und den weiteren Vorstandsmitgliedern ist die Entscheidung zur Absage 2024 nicht leicht gefallen, wie er im Gespräch mit unserer Redaktion betont. Schließlich handelt es sich bei dem vom Verein mit Unterstützung der Stadt durchgeführten Marathon um eine Großveranstaltung, die in der Region ihren Stellenwert hat und dieses Jahr bereits zum 26. Mal veranstaltet wurde.

 

Sozialer Zweck Neben der sportlichen Leistung aller Teilnehmer steht jedes Jahr auch der soziale Zweck der Veranstaltung im Vordergrund. Jeweils fünf Euro der Startgebühr wurden wieder an dei Rehabilitationsklinik Katharinenhöhe gespendet. So kam die Summe von 7210 Euro zusammen. Nicht zuletzt auch deshalb hätten Herdner und seine Mitstreiter den Bike-Marathon 2024 gerne erneut durchgeführt. Zwei Faktoren sprechen jedoch dagegen: personelle Engpässe und Terminüberschneidungen. Vor diesem Hintergrund ist laut Herdner eine Organisation in professioneller Weise wie bisher nicht möglich.

Terminüberschneidung Zur Terminüberschneidung mit dem Rider-Man in Bad Dürrheim sei es deshalb gekommen, weil dessen Veranstalter 2024 bei der Straßenradsport-WM in Zürich involviert seinen und daher ein neuer Termin für die Veranstaltung in Bad Dürrheim gefunden werden musste. Ein erster Ausweichtermin hätte mit dem um diese Jahreszeit stattfindenden Internationalen Reitturnier in Donaueschingen kollidiert. Daher habe man sich auf den Termin Ende der Sommerferien, der jedoch stets der Termin des Schwarzwald-Bike-Marathons sei, festgelegt.

Unglücklich gelaufen Herdner ist sich sicher, dass die Termin-Kollision keine Absicht war. Das Ganze einfach übersehen wurde. Hinzu kam noch, dass am Ende des diesjährigen Bike-Marathons die bei der Stadt Furtwangen federführend für dessen Organisation zuständige Mitarbeiterin Juliane Güttsches ihren Wegzug ankündigte und damit ihre Arbeit im Rathaus beendete. „Das kam auch für mich überraschend und ist bedauerlich“, berichtet Herdner und betont, dass man umgehend nach einer Lösung gesucht, für ihren Posten in Frage kommende Personen angesprochen, man aber keinen geeigneten Nachfolger so schnell gefunden habe. Die Stelle sei bereits ausgeschrieben. Man hoffe selbstredend auf gute Bewerber. Doch es brauche Zeit, bis die Stelle wieder besetzt werden könne. Weitere Personalengpässe im Vorstand des Vereins hätten zudem dazu geführt, dass sich der Vorstand zeitnah schweren Herzens dazu entschlossen habe, die Veranstaltung 2024 auszusetzen.

Wie geht es weiter? „Wir müssen uns erst wieder neu aufstellen, um alles wie bisher gut auf die Reihe bringen zu können. Die Großveranstaltung kann man einfach nicht in wenigen Monaten organisieren. Sie braucht einen langen Vorlauf. Wir fangen mit den Vorbereitungen und der Organisation für das nächste Jahr immer schon nach dem Ende der aktuellen Veranstaltung an“, so Herdner. Daher habe man auch nach der Entscheidung gleich die Sponsoren informiert, die zum Teil die gleichen wie beim Rider-Man seinen. Auch würden einige Sportler normalerweise an beiden Radevents teilnehmen.

Die Zeitmesser aus der Schweiz, die terminlich immer sehr gefragt seien, mussten ebenfalls schnell informiert werden, genauso weitere Beteiligte wie Helfer und Rettungskräfte, schließlich sind es jedes Jahr zwischen 700 und 800 Personen, mit denen die Großveranstaltung gestemmt wird. Herdner ist zuversichtlich, dass der Marathon am 13. und 14. September 2025 wieder stattfinden wird. „Wir tun alles dafür und arbeiten im Grunde jetzt schon an der Vorbereitung.“

ike-Marathon-Vorsitzender Josef Herdner (Dritter von links) freut sich, Klinikleiter Stephan Maier (daneben) und den jungen Patienten einen Scheck in Höhe von 7210 Euro übergeben zu können. Mit auf der „Katha“ ist das Orga-Team mit Francesca Hermann (von links), Thomas Rase, Lisa Fehrenbach, Jürgen Bammert und Juliane Güttsches. Foto: Schwarzwald-Bike-Marathon

Verständnis für Entscheidung Der Leiter der Katharinenhöhe, Stephan Maier, zeigte bei der jüngsten Spendenübergabe großes Verständnis für das Orga-Team. „Es ist eine schwierige Situation und schade, dass der Marathon 2024 unter diesen Voraussetzungen nicht gestemmt werden kann. Aber die Entscheidung ist verständlich. Wir wünschen dem Verein alles Gute.“ Er betonte auch, wie wichtig die Verbundenheit zwischen Schwarzwald-Bike-Marathon und der „Katha“ ist und lobte vor allem die Jugendarbeit. „Durch eure tolle Veranstaltung bringt ihr viele junge Menschen zum Sport“, so Maier.

Beliebtes Event Insgesamt waren dieses Jahr rund 1400 Fahrer am Start, wobei die erstmals angebotene E-Bike-Strecke auf große Resonanz stieß und auch die Touren für Kinder und Jugendliche am Tag zuvor gut angenommen wurden.