Dorf-Fieber-Besucherin Katharina stand auf der Bühne vor der alles entscheidenden Frage.
„Mogst an Mountain-Crew-Hut? Oder mogst a Busserl von mir?“, fragte Philipp Rafetseder, Frontmann der Mountain Crew und ehemaliger Mister Austria. Katharina, die zuvor von den Musikern aus dem Publikum zum Tanz auf die Bühne gebeten war, hatte sich schnell entschieden: „Ich nehm den Hut“, sagte sie und ließ einen verblüfften Mister Austria zurück. „Das ist mir noch nie passiert“, bekannte der Frauenschwarm.
Doch er kam über den Schock rasch hinweg – und riss mit seiner Band einen gewaltigen Auftritt ab. Spätestens seit diesem Abend wissen alle Dorf-Fieber-Besucher, wie viele Hände der Octopus hat: „100 000 Hände“, schallte es auf die entsprechende Frage entgegen. Den gleichnamigen Superhit der Mountain Crew kannten alle Besucher in- und auswendig.
Laute Damenwelt
So war allerbeste Stimmung in der fast ausverkauften Arthur-Bantle-Halle garantiert. Die 800 Besucher kamen voll auf ihre Kosten. Die Frage ans Publikum, wer lauter ist – die Damen- oder die Männerwelt – war schnell geklärt. Die Damen übertrumpften die Männer bei der Lautstärke um ein Vielfaches.
Das änderte sich in der zweiten Hälfte des Konzerts der Mountain Crew nicht – ganz im Gegenteil. Dann zeigten sich die Musiker aus Österreich oben ohne, was die Damenwelt mit Kreischen und wohlgemeinten Schreien quittierte.
Bereits zuvor gab es eine Premiere der besonderen Art: Die Band Kapuuze hatte ihren allerersten Auftritt – und das nach gerade einmal drei gemeinsamen Proben. Das reichte aber voll und ganz aus, wie sich schnell zeigte.
„Alles Profis“, lobte Chef-Organisator Felix Heinzmann, der die Menge immer wieder einheizte.
Eine Hardter Note
Mit Titeln wie „Skandal im Sperrbezirk“, „Guten Morgen Barbarossa“ oder „Herz an Herz“ hatten die Musiker ihr Publikum schnell überzeugt. Mit der Zugabe des „Böhmischen Traums“ verabschiedeten sie sich von den Besuchern. Für die Hardter Note bei Kapuuze sorgte Michael Ganter am Saxofon. Er hatte auch viele der Lieder von Kapuuze arrangiert. Das Publikum war bunt gemischt – manche in Tracht, manche in Jeans. Von Jung bis über 70 war alles vertreten – und alle hatten ihren Spaß.
Felix Heinzmann zog eine äußerst positive Bilanz des zweiten Dorf-Fiebers. Er verkündete auch eine Neuauflage am Samstag, 7. November 2026. Dann werden wie schon bei der Premiere die Draufgänger wieder in Hardt sein. Der Online-Ticketverkauf ist bereits gestartet.
Letzte Auflage
Allerdings: „Das wird die dritte und letzte Auflage des Dorf-Fiebers sein“, sagte Felix Heinzmann im Gespräch mit unserer Redaktion. Der Aufwand für eine solche Veranstaltung sei das ganze Jahr über enorm. Ihm fehle schlicht die Zeit. Eine kleine Chance bestehe noch auf eine Fortsetzung des Dorf-Fiebers – wenn ein Verein oder eine Gruppe die Organisation übernehmen sollte.
Ein dickes Lob hatte Heinzmann für Sälle 15: „Sie haben einen Mega-Job gemacht. Arbeitsdienste, Auf- und Abbau. Einfach klasse. Sonst hätte das niemals funktioniert“.