Bernd Maisenbacher (links) von der Bürgerinitiative Funkmast Bie­selsberg übergab Unterschriften an Ortsvorsteher Michael Nothacker und Bürgermeister Matthias Leyn (rechts). Foto: Krokauer

In Schömbergs Teilort Bieselsberg soll ein Funkmast gebaut werden. Doch dagegen regt sich Widerstand: "Keiner im Ort wusste Bescheid", ärgern sich die Gegner, die eine Initiative gestartet und bereits 500 Unterschriften gesammelt haben. Das Ziel: "Stoppt die Errichtung eines Funkmastes in Bieselsberg."

Schömberg-Bieselsberg - Im Schömberger Ortsteil Bie­selsberg hat sich eine Bürgerinitiative (BI) namens Funkmast Bie­selsberg gebildet. Sie wendet sich gegen die Errichtung eines Funkmastes in Bie­selsberg. Aus diesem Anlass übergab Bernd Maisenbacher von der BI am Montagabend Ortsvorsteher Michael Nothacker rund 500 Unterschriften. Bieselsberg hat etwa 800 Wahlberechtigte. Der Ortschaftsrat sprach sich in seiner Sitzung am Montagabend vor vielen Zuhörern im Vereinsheim Waldeslust einstimmig gegen den Funkmast aus und gab eine entsprechende Empfehlung an den Gemeinderat. Dieser befasst sich am Dienstag ab 18 Uhr im Kurhaus mit dem Thema.

In der von Maisenbacher im Ortschaftsrat verlesenen Erklärung heißt es, dass die Bevölkerung am 18. Juni im Amtsblatt zu einer öffentlichen Ortschaftsratssitzung eingeladen worden sei. Unter dem Tagesordnungspunkt zwei sei das Bauvorhaben "Errichtung eines Funkmastes" aufgelistet gewesen. "Keiner im Ort wusste Bescheid", heißt es in der Erklärung. "Erst auf Nachfrage erfuhren wir, wo dieser Funkmast gebaut werden soll, weitere technische Fragen konnten allerdings nicht beantwortet werden", beklagt die BI. "Doch genau diese fehlenden Informationen hat uns Bie­selsberger veranlasst, eine Initiative zu starten und Unterschriften mit dem Ziel zu sammeln: "Stoppt die Errichtung eines Funkmastes in Bieselsberg." Die BI fordert die Gemeindeverwaltung dazu auf, den Bieselsbergern ein Mobilfunk-Vorsorgekonzept vorzulegen beziehungsweise zu erstellen, aus dem die Strahlenbelastung vorher und nachher ersichtlich ist. Außerdem verlangt die BI, dass ein unabhängiges Institut diese Simulation der Strahlenbelastung erstellt. Dabei sollen die neuesten, die Strahlung minimierenden Techniken und Versorgungskonzepte angewendet werden.

Entscheidung liegt beim Landratsamt

"Kommen Sie Ihrer Verpflichtung für Bieselsberg nach, stoppen Sie dieses Bauvorhaben und fordern Sie für Bieselsberg ein schlüssiges Mobilfunk-Vorsorgekonzept mit Antworten auf unsere Fragen", heißt es in der Stellungnahme der BI. "Wir sind nicht grundsätzlich gegen Alles, wir sind offen für ein konstruktives Miteinander, das uns alle weiterbringt", heißt es abschließend in der Mitteilung.

"Wir nehmen die Bedenken der Bürger natürlich sehr ernst", schrieb Bürgermeister Matthias Leyn dazu in einer Stellungnahme. In dem vorliegenden Fall habe ein Dritter, und damit nicht die Gemeinde, einen Bauantrag für die Errichtung eines Funkmastes eingereicht. "Dieser Bauantrag wird letztendlich vom Landratsamt Calw entschieden", machte er per E-Mail deutlich. "Die Gemeinde hat lediglich über das sogenannte gemeindliche Einvernehmen zum Vorhaben zu befinden", so Leyn. Die Bedenken der Bieselsberger würden in die Entscheidung seitens der Mitglieder des Gemeinderates einbezogen, versicherte Leyn. Nach seinen Worten steht die Tagesordnung des Gemeinderates aber fest. Ob die Gemeinde ein Mobilfunkvorsorgekonzept erstelle, sei Sache des Gemeinderates. Dieses Gremium müsse einen solchen Auftrag erteilen, so Leyn. Das gelte auch für die Simulation der Strahlenbelastung durch ein unabhängiges Institut, um dadurch die Strahlung minimierenden Versorgungskonzepte anzuwenden. "Auch hier liegt kein Auftrag des Gemeinderates vor", so Leyn.

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