Die Narrenzunft der Blumberger Eichberggeister versammelt sich vor dem Scheibenschlagen an dem für den Funkenfeuer bereit stehenden Holzstapel. Der Wunsch ist klar: Sie wollen den Winter vertreiben. Foto: Hans Herrmann

Die Blumberger Eichberggeister entzündeten wieder das Funkenfeuer. Und brennende Scheiben rollten den Berg hinab.

Für die traditionsbewusste Narrenzunft der Blumberger Eichberggeister fand die rundum gelungene Fastnacht mit der Entzündung des Funkenfeuers und dem Scheibenschlagen unterhalb des Eichbergs einen spektakulären Abschluss. Auch der Dauerregen hatte ein Einsehen und zog sich pünktlich zum Startschuss dieses fast schon mystischen Rituals zurück.

 

Als der Moderator und Vorsitzende der Eichberggeister, Michael Vonnier, mit markanter Stimme den Reigen am Samstag eröffnete, sprang der Funke sofort über.

Nach Klängen des Fanfarenzuges der Pfetzerzunft Zollhaus zogen die aus dem Wald kommenden Geister mit ihren brennenden Fackeln die zahlreichen Zuschauer in ihren Bann.

Als dann die Hästräger mit den Geister-Urgesteinen Gilbert Steinle, Thomas Zahn, Björn Weiß, Uwe Liebert, Stefan Federle und Michael Schmieder den hoch in den Himmel rankenden Holzstoß anzündeten, waren die zahlreichen Besucher begeistert.

Eichberggeist Uwe Liebert bereitet den Auftakt zum Scheibenschlagen mit dem Vorglühen vor. Foto: Hans Herrmann

Einen Tag lang war der Stapel aus knapp zehn Metern Festholz und rund 100 eingesammelten Christbäumen unter der Leitung von Altgeist Albert Vonnier aufgebaut worden. Diese Veranstaltung als Auftakt der Fastenzeit und zur Vertreibung der bösen Geister geht in der alemannischen Fastnacht auf eine jahrhundertealte Tradition zurück.

Der erste Schlag gilt der Stadt Blumberg,

Nach diesem feurigen Akt ging es sofort mit dem Scheibenschlagen weiter. Protokollgemäß soll der erste Schlag der Stadt Blumberg, für die Bürgermeister Markus Keller die Schirmherrschaft innehat, Glück bringen.

Nachdem Eichberggeist Uwe Liebert den Anfang gemacht hatte, versuchten sich einige Zunftmeister in dieser nicht ganz einfachen Technik. Nach leichten Auftaktschwierigkeiten flogen die Scheiben immer weiter.

Winter scheint sich tatsächlich zurückzuziehen

Die Stimmung auf der Eichbergwiese, die der Blumberger Berufslandwirt Hans Vetter zur Verfügung gestellt hat, wurde immer ausgelassener. Mit dem historisch übertragenen Spruch „Schibi, Schibo, wem soll die Scheibe goh, die Schiebe soll goh und goht sie nit, dann gilt sie nit“ wurde Michael Vonnier nicht müde, die Teilnehmer zu motivieren. Angesichts steigender Temperaturen scheint sich der Winter tatsächlich zurückzuziehen.

Ein alter Brauch

Das Scheibenschlagen
Der uralte Feuerbrauch steht generell am ersten Samstag nach der Fastnacht besonders im Schwarzwald an. Die Scheiben werden über das Feuer gehalten, bis sie glühen. Mittig durchgebohrt, werden sie dann mit einem Haselnussstock über eine Rampe talabwärts geschlagen. Nach überlieferten Schriften soll mit diesem Ritual die Fastenzeit beginnen und der Winter endgültig ausgetrieben werden. Am Servicestand hatten Alissa und Denise Bodenseh sowie Christine Federle alle Hände voll zu tun. Für die Eichberggeister entwickelt sich dieser Abend immer mehr zu einem Aushängeschild. Mit der Pflege von echtem Brauchtum haben sie sich einen festen Platz im närrischen Terminkalender Blumbergs erobert. Nicht nur für den Eichberggeist-Vorsitzenden, Michael Vonnier, etabliert sich dieses Brauchtum neben dem Schmutzigen Donnerstag und dem Umzug am Fastnachtssonntag zu einem Höhepunkt. Er zog für seine Zunft für die Fastnacht 2026 ein durchweg positives Fazit. Die Zunft war bei den Umzügen in Altdorf, Unadingen, Gottmadingen und Ewattingen dabei. Mutige Neulinge sind bei den Eichberggeistern immer willkommen, müssen aber bei einem Taufprozess durch eine harte Schule gehen.