Psychologe Joachim Jäger (von links), Festvortragsredner Jirka Dell’Oro-Friedl von der Hochschule Furtwangen, Leiterin Angela Donno, die Landtagsabgeordente Catherine Kern, Sozialdezernentin Silke Zube, Hüfingens Bürgermeister Patrick Haas, Assistentin Stefanie Späth und Pädagogin Uta Weinmann bei der Gründungsfeier der Vertrauenssache. Foto: Rainer Bombardi

Angela Donno, Leiterin des Projekts Vertrauenssache in Hüfingen, gibt dem Thema hohe Priorität. Neben häuslicher und sexueller Gewalt sind auch soziale Medien gefährlich.

Die Gründungsfeier der gemeinnützigen Unternehmensgesellschaft (gUG) Vertrauenssache stand im Gewölbekeller im Abt-Gaisser-Haus in Villingen an und rückte die Bedeutung von Prävention in Bezug auf die Gewaltfreiheit als Kinderrecht in den Fokus.

 

Der Sitz von Vertrauenssache befindet sich in Hüfingen. Das vierköpfige Team, das eine umfangreiche fachliche Kompetenz aufweist, berät und unterstützt Kindertageseinrichtungen, Vereine, Schulen und soziale Organisationen in der Erstellung und Implementierung von Gewaltschutzkonzepten.

Dank der engagierten und professionellen Arbeitsweise sowie langjähriger Erfahrung ergänzt Vertrauenssache ihr Angebot mit fundierten Kenntnissen in den Bereichen Sexual- und Medienpädagogik sowie Supervision und Coaching.

Gründerin von Vertrauenssache ist die Sozialpädagogin Angela Donno, die unter anderem als ehemalige Leiterin des Vereins Grauzone Donaueschingen reichlich Erfahrungen in der Prävention sammelte. Seit 2018 berät sie nebenberuflich Institutionen hinsichtlich der Einführung von Gewaltschutzkonzepten.

Das Publikum nimmt in großer Anzahl an der Gründungsfeier im Abt-Gaisser-Haus in Villingen teil. Foto: Rainer Bombardi

Nach etlichen Weiterbildungen und aufgrund der stetig steigenden Nachfrage auf diesem Gebiet entschied sich Donno, aus ihrem Nebenberuf einen Hauptberuf zu machen und gründete die gemeinnützige Unternehmensgesellschaft Vertrauenssache.

Schwerpunkt der Einsätze liegt im Schwarzwald-Baar-Kreis

„Das Thema ist zu ernst und zu wichtig, um es nur nebenberuflich zu machen“, verweist Donno auf Klienten, die sich zwischen Österreich, Hochschwarzwald, Hochrhein und Oberschwaben bis an die Bodenseeregion und das obere Neckartal erstrecken. Der Schwerpunkt der Einsätze soll indes der Schwarzwald-Baar-Kreis bleiben.

Der aktuelle Schwerpunkt liegt im Bereich der Medienpädagogik, die sich mit Einführung der KI immer rasanter entwickelt. Dort gewinnt die Erstellung von Gewaltschutzkonzepten und das Aufzeigen von Möglichkeiten zu einem sicheren Umgang immer stärker an Bedeutung.

Antworten auf das zunehmende Cybermobbing gefragt

Die Laudatorin der Gründungsfeier, die Landtagsabgeordnete Catherine Kern von der Grünen-Fraktion, Sprecherin für Entwicklungszusammenarbeit und Medienpolitik, lobte ein tolles Projekt, das genau zur richtigen Zeit komme. „Vieles liegt im Argen und es benötigt Kraft und Ausdauer, um den Schutz der Kinder hinsichtlich der Revolution in der Digitalisierung zu gewährleisten“, sprach Kern von der Notwendigkeit, unabhängig und schnell präventive Konzepte umzusetzen.

„Wir müssen aufpassen, dass uns die technologische Entwicklung neben ihren Folgen nicht überholt.“ Kern appellierte, als Gesellschaft Antworten auf das zunehmende Cybermobbing zu finden, was angesichts des ansteigenden Suchtverhaltens in Bezug auf die sozialen Medien dringend erscheint. Kern bezweifelte, dass ein Sozialmedienverbot diese Entwicklung stoppen könne. Sie forderte, Eltern, Schulen und Bildungseinrichtungen einzubeziehen, wenn es um die Vermittlung von Medienkompetenz geht. Vertrauenssache bezeichnete sie als eine wichtige und unverzichtbare Einrichtung, wenn es um den Schutz vor häuslicher, sexueller und durch Medien ausgeübter Gewalt geht.

Gewaltfreiheit als Voraussetzung für gesundes Aufwachsen

Sozialdezernentin Silke Zube vom Landratsamt sprach von einem mutigen Schritt, mit Vertrauenssache die Prävention zu thematisieren. Sie wünschte dem Verein viel Durchhaltevermögen. Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit bezeichnete sie als ein Zeichen der Wertschätzung. „Gewaltfreiheit ist die Voraussetzung für ein gesundes Aufwachsen“, schreibt sie auch den Schulen eine besondere Verantwortung zu.

Vertrauenssache bezeichnete sie als eine Institution, die aufgrund ihrer fachlichen Kompetenz in der Lage sei, Konzepte zur Gewaltprävention sensibel und nachhaltig zu erstellen und zu vermitteln.

Umsetzung von Präventionskonzepten gefordert

Hüfingens Bürgermeister Patrick Haas sprach von einer Organisation von unschätzbarem Wert und stellte den Umzug von der Jägerstraße an einen adäquaten Standort innerhalb der Sozialraumplanung auf dem Gelände des ehemaligen Hotel Frank in Aussicht. Haas forderte in vielerlei Hinsicht die Umsetzung von Präventionskonzepten. „Prävention sieht man nicht, weshalb sie in der Politik oft vernachlässigt wird. Doch sie spart viel mehr Kosten als jedes Konzept, welches entsteht, wenn die Krise bereits da ist. Vertrauenssache ist diesbezüglich der Politik weit voraus“, lobte er das Engagement und die Leidenschaft, mit welcher Angela Donno und ihr Team ihre Berufung angehen.

Das Team

Die gUG Vertrauenssache
Die Organisation mit Sitz in Hüfingen zählt mit Leiterin Angela Donno, Assistentin Stefanie Späth, Psychologe Joachim Jäger und Pädagogin Uta Weinmann aktuell vier Mitarbeiter. 2025 beriet sie 70 Teams, war bei 24 Elternabenden und entwickelte 13 Supervisions-Konzepte und fünf Gewaltschutzimplementierungen. Informationen gibt es über www. vertrauenssache-donno.de oder Telefon 0176/62 20 94 91 beziehungsweise 0771/17 51 55 99.