Die Kapelle führte das Werk „Fürstenberg 1841“ erstmals auf. Auch bei der Jugend gab es beim Frühlingskonzert eine Premiere.
Die Ortsverwaltung Fürstenberg definierte das Frühjahrskonzert der Musikkapelle in der Festhalle Hüfingen als Auftakt in das Jubiläumsjahr zum 850. Geburtstag der Gemeinde und landete mit dieser Entscheidung einen Volltreffer.
Das Konzert hatte bereits einige musikalische Gipfel erklungen, als mit der Uraufführung der Auftragskomposition „Fürstenberg 1841“ des Villinger Stadtmusikers Matthias Bucher das Ereignis des Konzertabends erklang.
Geschichte musikalisch in Szene gesetzt
Das Konzertwerk konzentrierte sich auf die einst unbeschwerte Stadtgründung auf der Kuppe des Fürstenbergs, die 1841 aufgrund eines Funkenschlags durch einen Vollbrand ausgelöste Totalzerstörung des Ortes, die Flucht und den optimistischen Wiederaufbau am Fuße des Bergs. Musikalisch in Szene gesetzt, verlangten diese einst turbulenten Zeiten den Musikern auch einiges ab. Doch mit ihrer Routine gaben sie die dramatisch erklingenden Passagen mit der gleichen Intensität wieder, wie die mittelalterliche Heiterkeit, die während des Aufbaus das Leben in dieser Zeit prägte.
Dass dem Orchester dies mit seiner Routine gelang, belegten nach dem Verklingen des letzten Tones ein entzückter Komponist, ein zufrieden lächelnder Dirigent Matthais Mayer sowie der verdient, lautstarke Applaus des Publikums. Hinzu addierte sich die sichtbare Erleichterung in den Gesichtern der Aktiven in der Musikkapelle, die in der Folge den musikalischen Spannungsbogen mit verschiedenen weiteren konzertanten Auftragswerken auf einem hohen Niveau hielten.
Würdevoll intonierte und hymnisch erklingende Freiheitsfanfare
Dieser gab im Eröffnungsstück mit einer würdevoll intonierten und hymnisch erklingenden Freiheitsfanfare die musikalische Richtung vor, die dem Jubiläumsanlass entsprechend vom ersten bis zum letzten Takt begeisterte. So übernahm Volker Gut in der Flügelhornserenade den Solopart. Er stand symptomatisch dafür, dass sich im Orchester die Pflege der Gemeinschaft und das regelmäßige Hervorbringen außergewöhnlicher Solomusiker nicht widersprechen.
In der Folge schenkte die Musikkapelle während der Aufführung ihrer Auswahlkonzertwerke für das Wertungsspiel am deutschen Blasmusiktag in Ulm einen weiteren Hörgenuss. Bereits für den ersten Konzertteil ließen sich die Gastgeber etwas Besonderes einfallen und boten ihren unter dem Namen Südwind in einer Spielgemeinschaft mit Behla und Riedböhringen auftretenden Nachwuchskapellen eine Plattform zur Präsentation an.
Vororchester überzeugt
Das unbeschwert auftretende Vororchester unter Leitung von Matthias Mayer und die Jugendkapelle unter Leitung von Florian Rothmund überzeugten in ihren Aufführungen mit ihren Beiträgen. Rothmund bestand seine Feuertaufe als Dirigent der Jugendkapelle souverän. Er bewies er ein geschicktes Händchen in der Auswahl der Stücke.
Das Publikum belohnte die Auftritte aller Kapellen mit reichlich Applaus und wurde mit den lautstark geforderten Zugaben beschenkt. Egon Bäurer, Präsident des Blasmusikverbands Schwarzwald-Baar, rühmte Blasmusik auf höchstem Niveau und gratulierte der Kapelle für eine beispielhafte Nachwuchsarbeit. „Ihr habt die Zeichen der Zeit erkannt, den Spielgemeinschaften gehört die Zukunft“, lobte Bäurer die Gastgeber für ihren Mut, in jedem Konzert mit Erfolg etwas Neues zu wagen.
Bäurer ehrte die beiden Musiker Volker Gut und Patrick Seiferle für 40 Jahre aktive Mitwirkung mit der goldenen Verbandsehrennadel. Seiferle erhielt außerdem die silberne Verdienstnadel des Bundes deutscher Blasmusiker für 25 Jahre im Vorstandsteam. Beiden Musikern attestierte Bäurer überproportionales ehrenamtliches Engagement.
Termine
Bergfest und Konzert
Die Musikkapelle Fürstenberg richtet zwischen 8. und 11. August das traditionelle Bergfest auf der Kuppe des Fürstenbergs aus. Am 19. November präsentiert der Förderverein der Musikkapelle anlässlich des Jubiläumsjahres ein Benefizkonzert mit dem Heeresmusikkorps Ulm in der Hüfinger Festhalle.