Ab sofort hat das Krankenhaus Freudenstadt eine Patientenfürsprecherin, die sich um Beschwerden von Patienten kümmert.
Gute medizinische Versorgung lebt nicht nur von Fachkompetenz, sondern auch vom offenen Dialog, das schreibt das Krankenhaus Freudenstadt in einer Pressemitteilung.
Denn ab sofort bietet das Krankenhaus Patienten hierfür eine neue Anlaufstelle: Eine ehrenamtliche Patientenfürsprecherin als Ergänzung zur formellen Beschwerdestelle des Klinikums. Sie nimmt Anliegen vertraulich und unabhängig auf und steht Patienten wie Angehörigen bei der Klärung zur Seite.
Marion Schmid hat das Ehrenamt der Patientenfürsprecherin übernommen. Ihre Aufgabe ist es künftig, die Interessen der Patienten zu vertreten und eine vermittelnde Rolle zwischen Patienten, Angehörigen und Klinikpersonal einzunehmen.
Neutral und unabhängig
Dass diese Position ehrenamtlich ausgefüllt wird, hat seinen Grund: Die Patientenfürsprecherin ist weisungsunabhängig, neutral und – anders als das institutionelle Beschwerdemanagement – nicht Teil der Hierarchiestruktur des Klinikums. Das macht sie frei, Anliegen unabhängig aufzunehmen und unvoreingenommen zwischen den Parteien zu vermitteln.
Denn zu Beschwerden und Anliegen hat Marion Schmid eine klare Haltung: „Nur frustriert heimgehen, ohne etwas zu sagen, ist auch keine Lösung. So kann sich nie etwas zum Besseren verändern.“
52 Jahre lang Krankenschwester
52 Jahre lang war Schmid Krankenschwester am Klinikum Landkreis Freudenstadt. Sie hat diverse Führungsaufgaben beim Deutschen Roten Kreuz, ist Kreissozialleiterin Wohlfahrts- und Sozialarbeit, Demenzbotschafterin, im Vorstand des Kreisseniorenrats und vieles mehr. Sie weiß aus persönlicher Erfahrung auch, was es heißt, als Angehörige mit einem schwerkranken Familienmitglied den medizinischen Apparat zu durchlaufen.
„Wir sind sehr dankbar, dass wir mit Marion Schmid eine so erfahrene Person als Patientenfürsprecherin bekommen“, sagt Monique Bliesener, Geschäftsführerin des Klinikums Landkreis Freudenstadt. „Sie kennt die Anliegen der Patienten genauso wie das Arbeitsumfeld und den Handlungsrahmen des Klinikums. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit.“
Arbeit unterliegt dem Datenschutz
Marion Schmid ist die erste Patientenfürsprecherin der Freudenstädter Krankenhauses. Die neue Position ist laut der Pressemitteilung dem Landkreis schon lange ein Anliegen. Die genaue Ausgestaltung ist noch offen. „Erfahrungen und diplomatische Fähigkeiten“, lautete das Aufgabenprofil, mit dem der damalige Landrat Klaus Michael Rückert bei Marion Schmid anfragte.
Schmid möchte ihre Arbeit an die Anliegen anpassen, die an sie herangetragen werden und auf kurzem Wege per Telefon und E-Mail für Patienten erreichbar sein. Die Arbeit der Patientenfürsprecherin unterliegt laut der Mitteilung dem Datenschutz und der Schweigepflicht. Anliegen und persönliche Informationen werden nur mit Einverständnis weitergereicht.
Ruhe bewahren ist wichtig
Marion Schmid rechnet aber nicht mit ausufernden Konfliktgesprächen und Eskalationsschlaufen. Sie weiß aus ihrer Zeit als Krankenschwester: „Wenn man mal darüber sprechen konnte, ist es schon nicht mehr so schlimm.“
Sie lässt sich laut der Mitteilung auch nicht erschrecken, wenn Menschen laut werden und verbal an Grenzen gehen. Runterholen und Emotionen rausnehmen, Ruhe bewahren seien essenziell – aber auch Verbindlichkeit. „Ich kümmere mich darum und melde mich wieder. Dieses Signal ist wichtig“, erklärt Marion Schmid.
Jeder soll ernst genommen werden
Ergebnisse aus einer Klärung werden an die Patienten weitergeleitet. Was ihr besonders am Herzen liegt: Die Patientenfürsprecherin soll eine Vertrauensstelle sein, wo jeder ernst genommen wird – aber auch alle Parteien eines Konflikts gehört werden.
Die Patientenfürsprecherin der Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt ist künftig für alle Patienten unter der Telefonnummer 07441/54 61 49 sowie per E-Mail unter patientenfuersprecher@klf-web.de erreichbar. Alle Anliegen werden vertraulich behandelt, wie es in der Mitteilung heißt.