Hardy Scheer vom BUND kümmert sich um die Röhren für die Steinkäuz Foto: BUND Ettenheim

Es geht um die Wiesenpflege, die Kröten, die Störche oder die Steinkäuze: Der Ettenheimer BUND ist auf der Suche nach aktiven Mitgliedern. Bei seiner Hauptversammlung stellte der Ortsverein seine vielfältigen Aktivitäten vor und warb um neue Helfer.

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) Deutschland setzt sich als einer der großen Umweltverbände entsprechend ein und engagiert sich vor Ort. Heinrich Waidele, Vorsitzender des Ettenheimer Ortsvereins, zählte bei der Hauptversammlung vier Schwerpunkte auf, die auch im vergangenen Jahr den Hauptteil der Arbeit ausmachten.

Dazu zählt traditionell die Amphibienrettung. Dabei werden zu Laichzeiten an der Kreisstraße zwischen Wallburg und Schmieheim wandernde Frösche und Kröten an Fangzäunen von einer speziellen Helfergruppe eingesammelt und, damit sie nicht plattgewalzt werden, sicher über die Straße „geeimert“. Das soll seit vier Jahren an der Kreisstraße zwischen Wallburg und Münchweier nicht mehr nötig sein, weil hier im Zuge deren Sanierung eine spezielle „Amphibien-Leitanlage“ mit Untertunnelungen eingebaut worden war. Doch ob die überhaupt funktioniert, bezweifelt der BUND mittlerweile. Deshalb fordert er nun vom zuständigen Straßenbauamt ein entsprechendes Monitoring. Waidele: „Das funktioniert hier alles andere als gut!“

Lob für die Arbeit am Ringsheimer Kahlenberg

Bislang hatte der BUND sieben Wiesenareale gezielt gepflegt, um damit hier die Artenvielfalt zu erhöhen. Einige wurden mangels Arbeitskapazitäten mittlerweile aufgegeben, darunter auch solche am Kahlenberg nahe des Zweckverbandes Abfallbehandlung (ZAK). Deren Geschäftsführer Georg Gibis wurde indes hoch gelobt. Er habe die dortige spezielle Wiesen-Betreuung vom BUND übernommen und sei Garant für weiterhin nachhaltige Wiesen-Pflege.

Das kommt dem BUND zupass. Denn wegen Mangel an Helfern für die Mahd samt Sensen und Harken will er sich künftig auf Wiesenflächen im Erlenried, Rohrbach, Dachsbau und Wallburger Kuhbach konzentrieren. Dazu liegt ihm mittlerweile eine fachlich-biologische Neubewertung der betreuten Flächen vor. Waidele: „Das war für uns sehr aufschlussreich!“

Auch Wolfgang Hoffmann sucht einen Nachfolger für die Storchenbetreuung

Storchen-Vorstandsspezialist Wolfgang Hoffmann informierte über den aktuellen Stand der Populationen. Eigentlich hat er sein Amt als offizieller Storchenbetreuer längst aufgegeben, zumal mit aufwendigen Beringungen vom hoch wohnenden Nest-Nachwuchs verbunden. Doch nach wie vor ist er zur Beobachtung auch per Standort-Besichtigungen ständig unterwegs – aktuell etwa, wenn Jungstörche in Ettenheim oder Orschweier abhanden gekommen sind. Doch das müsse keine Sorge bereiten, beruhigte Hoffmann, weil das naturbedingt ist. Jedenfalls sei die Storchenpopulation auch in der Region weiter im zuverlässigen Steigen. Sorgen bereitet Hoffmann hingegen, dass Storchennester auch künftig gereinigt und standsicher überprüft werden müssten – nämlich nun auf Kosten der jeweiligen Gebäudebesitzer, ob Private, Gemeinde oder auch Kirchen. Hoffmanns dringende Bitte in eigener Sache: Er sucht einen ehrenamtlichen Nachfolger, vor allem auch für schwierige Beringungen von Jungstörchen im jeweils hohen Storchennest.

66 Niströhren für Steinkauze aufgehängt

Hardy Scheer ist für das schon länger laufende weitere BUND-Projekt der Steinkauz-Ansiedelung zuständig. Bislang sind für die auf der Roten Liste stehenden kleinen Nachträuber mittlerweile 66 spezielle Niströhren im engeren Südbezirk aufgehängt, insbesondere in Streuobstwiesen. Nicht ganz ohne Erfolg, denn immerhin hat Scheer dort aktuell sieben Brutversuche der kurzschwänzigen Nachteule registriert. Scheer arbeitet daran, insbesondere weitere Streuobstwiesen-Besitzer für die speziellen Niströhren in Bäumen anzuwerben. Und noch mehr: Er will die Grundstücksbesitzer auch für weitere „Biodiversität“ begeistern, etwa mit der Vermittlung von kleinen Schafherden anstelle Motor-Rasenmähern. Das geht allerdings dann nur in eingezäunten Bereichen ohne Jungbäume.

Schatzmeisterin Brigitte Scheer berichtete von einigen Umstellungen, darunter die Aufgabe der früheren Geschäftsstelle. Dennoch seien die angesammelten Rücklagen noch immer sehr beruhigend. Dies habe man auch dem vor vier Jahren verstorbenen BUND-Vorsitzenden Lothar Krikowski zu verdanken, der sich stets mit Herzblut uneigennützig engagiert habe. Bei den Wahlen wurde Fabian Albert für die ausscheidende Eva Kimminich nachgewählt.

Kleiner Stamm

Derzeit zählt der Ettenheimer BUND 118 Mitglieder plus zahlreiche Fördermitglieder. Aktiv davon bei Projekten ist derzeit allerdings ein recht kleiner Stamm. Der soll dringend erhöht werden – wie auch immer.