Die marode Kreissporthalle am Berufsschulzentrum Lörrach soll durch einen modernen Neubau ersetzt werden. Der Kreistag entscheidet am Mittwoch über den Baubeschluss.
Der Landkreis Lörrach erhält eine neue Kreissporthalle. Der marode Bau amLörracher Berufsschulzentrum soll nach dem Willen des Kreis-Verwaltungsausschusses einem Neubau weichen. Die Empfehlung an den am Mittwoch tagenden Kreistag fiel einstimmig aus. Die Kosten belaufen sich auf rund 11,4 Millionen Euro. Die erwartete Förderung beträgt 600.000 Euro, was für kritische Töne sorgte.
Die jetzige Sporthalle ist marode und zeigt bereits seit vielen Jahren erhebliche bauliche Schäden. Seit dem Jahr 2024 ist ein Drittel der Halle wegen Wassereintritten gesperrt. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie zum Masterplan Berufsschulzentrum Lörrach und begleitet durch bautechnische Gutachten wurde dem Kreistag die Errichtung eines Ersatzneubaus an der Stelle der jetzigen Tiefgarage als wirtschaftlichste Lösung vorgeschlagen, erinnerte Ute Bobert, Fachbereichsleiterin Planung & Bau im Landratsamt Lörrach.
Schule und Vereine
Die neue Sporthalle wird vorrangig eine Schulsporthalle sein – Räume für spezifische Sportnutzungen (zum Beispiel Krafträume und Geräteturnräume) oder für außersportliche Nutzungen (Bühnen, Mehrzweck- oder Vereinsräume und Küchen) sind laut Verwaltung nicht vorgesehen. Die Kreissporthalle wird als Dreifeldhalle errichtet, die werktags von 16 bis 22 Uhr auch Vereinen zur Verfügung stehen soll.
Das Gebäude wird nach dem Teilrückbau der Tiefgarage das bestehende Volumen nutzen. Das Hallendach ist als Pausenhof begehbar, der sich dem Höhenniveau der Umgebung anpasst, wie Bobert ausführte. Die ehemaligen Tiefgaragenwände sollen als Baugrubenverbau erhalten bleiben.
Und: Der Neubau soll energieeffizient werden. Vorgesehen sind unter anderem natürliche Belüftung über Lichttürme, Fußbodenheizung und Anschluss an das Nahwärmenetz des Campus.
Dachfläche wird Pausenhof
Die nutzbare Dachfläche erhält eine Mischung aus intensiver Dachbegrünung mit Baumbeeten, Holzsitzbänken und -terrassen und befestigten Flächen. Über eine Treppe, einen Aufzug und vom tiefergelegenen Hof von der Gewerbeschule aus können die Zugänge auf Umkleideebene erreicht werden, wie aus dem Entwurfskonzept hervorgeht. Was die Sportgeräteausstattung der neuen Halle angeht, haben sich die Verantwortlichen an der Empfehlung des Ministeriums für Kultur, Jugend und Sport Baden-Württemberg orientiert. Demnach sollen vorhandene Sportgeräte, sofern technisch möglich, übernommen werden.
Die Hallendrittel erhalten spezifizierte Ausstattungen und können als Fachräume mit folgenden Schwerpunkten genutzt werden: Hallenteil A ist für Ballsport und Tanz, Teil B für Ballsport sowie Turnen und Hallenteil C für Leichtathletik, Turnen, Klettern vorgesehen.
Die Hauptspielfelder für Basketball und Volleyball erstrecken sich auf die Hallenteile A und B, sodass parallel im Hallenteil C andere Nutzungen möglich sind, so Bobert. Stauräume für Vereine stehen separat zur Verfügung.
Den jetzigen Plänen zufolge soll die Ausführungsplanung im Juni starten, Baubeginn wäre noch in diesem November. Der Neubau soll im Juli 2028 an die Nutzer übergeben werden.
Viel Lob für die Planung
Aus dem Gremium kam viel Lob für die Planung. Martin Bühler (FW) begrüßte, dass der Nahwärmeanschluss ebenfalls realisiert werden könne. Zudem hoffe er, dass es nicht zu einer Explosion der Baukosten kommen werde. Dass die jetzige Situation unhaltbar sei, befand Marion Caspers-Merk (SPD). Mit dem Neubau werde man eine gut ausgestattete Halle erhalten. Kritische Töne wurden aufgrund der geringen Förderung seitens des Landes laut. Das sei ein Armutszeugnis, so Peter Schalajda (Grüne). „Wir sollten diesbezüglich weiter am Ball bleiben.“ Derweil erklärte Margarete Kurfeß (Grüne), dass es ein Kostenvorteil sei, ohne Interimslösung zu planen. Zudem gehe man mit dem knappen Raum kreativ um, denn das Dach der Sporthalle sei als Pausenhof konzipiert. Auch sie kritisierte die geringe Schulbauförderung. „Ich freue mich heute riesig“, erklärte derweil Bernhard Escher (CDU). Der geplante Neubau sei ein Segen für den Vereinssport, was auch Wolfgang Fuhl (AfD) unterstützte.