Nicht immer gibt es nur erfreuliche Termine – wie hier bei der Ankunft der neuen Drehleiter im Dezember 2013 – für den Stadtbrandmeister, damals Werner Storz (Vierter von links). Der Job bringt aber viele Termine und Aufgaben mit sich. Deswegen wird auch in Schramberg ein hauptamtlicher Stadtbrandmeister gewünscht. Mit auf dem Bild: Vertreter der Abteilungen Schramberg und Sulgen sowie der damalige Oberbürgermeister Thomas Herzog und Öffentliche-Ordnungs-Abteilungsleiterin Cornelia Penning (Zweite von rechts im Drehleiterkorb). Foto: Wegner

Bei zwei Enthaltungen hat der Ausschuss für Umwelt und Technik dem Gemeinderat die Einrichtung einer Stelle eines hauptamtlichen Stadtbrandmeisters empfohlen.

Schramberg - Bislang hat die Stadt Schramberg einen ehrenamtlichen Stadtbrandmeister, doch dessen Aufgaben, sagte der zuständige Fachbereichsleiter Matthias Rehfuß in der Sitzung, seien so immens, dass es innerhalb der Feuerwehr niemanden gebe, der dies ehrenamtlich längerfristig übernehmen könne. Es gelte, mehrere Abteilungen mit mehr als 200 Angehörigen der Feuerwehr zu organisieren, weiterzuentwickeln und für die Zukunft fit machen. Hinzu käme die Fortschreibung der Feuerwehrbedarfsplanung.

Drei Viertel hauptamtlich

Er habe sich bei allen Großen Kreisstädten in Baden-Württemberg erkundigt und festgestellt, dass knapp drei Viertel bereits einen hauptamtlichen Stadtbrandmeister hätten, "weil die Vielfältigkeit der Aufgaben so nicht mehr zu leisten ist". Der frühere Stadtbrandmeister Werner Storz habe seine gesamte Freizeit "und Teile seiner Arbeitszeit für die Feuerwehr nutzen können", informierte Rehfuß. Die Aussage dessen Nachfolgers, Claus Dierberger, sei allerdings, dass eine Bereitschaft zur dauerhaften Übernahme aufgrund des Zeitaufwands nicht bestehe. Aus Sicht der Feuerwehr werde die Hauptamtlichkeit präferiert, schloss Rehfuß.

Mehrere Möglichkeiten

Wenn der Gemeinderat die Einrichtung der Stelle entscheide, gebe es mehrere Möglichkeiten, diese zu besetzen: Ein Beamter im gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst oder ein Bewerber, der im mittleren Feuerwehrdienst ist und sich die Qualifikation in einem mehrjährigen Lehrgang an der Landesfeuerwehrschule aneignen würde. Wichtig sei, so Rehfuß, dass der Stadtbrandmeister auch für vorbeugenden Brandschutz tätig sein könnte, und damit die Abteilung Baurecht sowie "unsere Firmen und andere unterstützen könnte, was feuerwehrtechnisch zu tun ist".

Welche Kosten auf die Stadt zukämen und wann die Person zur Verfügung stehe, wenn man jemanden einstelle, der die Qualifikation noch erlangen müsse, wollte Jürgen Kaupp (CDU) wissen. Da würde dieser am Wochenende und abends zur Verfügung stehen, tagsüber würde ein Stellvertreter tätig sein, antwortete Rehfuß. Die Kosten bezifferte Rehfuß auf 82 000 Euro brutto bei einer Beamtenstelle, zudem einmalig 15 000 Euro für den Arbeitsplatz und in der Regel 50 000 Euro für einen Dienstwagen. Hinzu kämen die Ausbildungskosten an der Landesfeuerwehrschule.

Festlegung der Aufgaben

Oskar Rapp (Freie Liste) wünschte sich eine Festlegung, wie viel Prozent ein hauptamtlicher Stadtbrandmeister, den er befürwortete, für die Stadt und wie viel er für die Feuerwehr tätig sein solle. Frank Kuner (Aktive Bürger) fragte nach, ob es abzuschätzen sei, wie viele Bewerber für so einen Posten ins Rennen gehen würden. "Von der Grundausbildung her hätten wir in Schramberg einige, die die Möglichkeit hätten, sich zu bewerben", sagte Rehfuß. Es wäre schön, wenn "wir eine Handvoll oder ein Dutzend hätten", meinte OBin Dorothee Eisenlohr.