Im Haslacher Bildungszentrum werden die Kinder der Notbetreuung sowie die Erst- und Zweitklässler weiterhin mithilfe engagierte Mütter getestet. Foto: Störr

Corona: Kinder im Haslacher Bildungszentrum und Hofstetter Kindergarten werden regelmäßig getestet

Die verpflichtende Testung von Schülern und Kindergartenkindern gehört zur Strategie der Corona-Bekämpfung. Der Schwabo hat sich stellvertretend im Haslacher Bildungszentrum und im Hofstetter Kindergarten informiert.

Haslach - Es ist Morgen, kurz nach halb acht und die ersten Schüler sind im Bildungszentrum eingetroffen. In der Nähe des Schulgeländes wurden die Masken bereits aufgesetzt und dann geht es in Richtung Klassenzimmer. Schulleiter Christof Terglane ist derweil mit einem ganzen Stapel Testkits in Richtung Grundschule unterwegs, wo in einem größeren Klassenraum die Teststraße für die jüngsten Schüler eingerichtet wurde. Seit nunmehr fünf Wochen engagieren sich medizinisch ausgebildete Mütter und eine Lehrerin für die zweimalige Testung der Kinder pro Woche, zunächst in der Teststraße der Mensa und jetzt bei den Kindern der Notbetreuung sowie den Erst- und Zweitklässlern.

"Ohne die Mütter würden wir die Testung gar nicht schaffen", zeigte sich der Schulleiter mehr als dankbar. Denn neben dem Wechselunterricht mit halber Klassenstärke, Beschulung der Kinder die zuhause sind und der Notbetreuung gibt es rund um die Testung einen riesigen Organisationsaufwand. Für jede Klasse wird im Vorfeld eine Klarsicht-Box mit abgezählten Tests und Utensilien zusammengestellt, für das Schreiben von Klassenarbeiten gibt es extra Sets.

Die Stadt beschafft das Material

Denn dann kommen auch die Schüler der Klasse zusammen, die aufgrund des Wechselunterrichts eigentlich zuhause unterrichtet werden. Bei den Grundschülern habe man sich für die sogenannten Lolli-Tests entschieden, weil diese in der Handhabung relativ einfach wären. Da wäre man der Stadt sehr dankbar für die Unterstützung in der Beschaffung.

Beim anschließenden Besuch der Klasse 4b wird aber deutlich, dass auch diese Art der Testung am Anfang sehr zeitaufwendig ist. Lehrer Oliver Wenisch erklärte den Kindern die Anwendung zunächst anhand eines Videoclips, den die Schule eigens zu diesem Zweck erstellt hat. Dann geht es los mit der Verteilung der Utensilien, dem Räuspern im Vorfeld, dem eigentlichen Abstrich im Mund und dem Auflösen in der Kontaktflüssigkeit. "Und jetzt gebt ihr genau vier Tropen davon auf die beschriftete Testkassette", fordert Wenisch die Kinder auf. Die Stoppuhr wird gestellt und am Ende der ersten Schulstunde ist klar: alle Negativ!

"Es ist immer eine gewisse Spannung, ob wir die Testkits rechtzeitig bekommen", erklärt Schulleiter Christof Terglane, denn ohne Testmöglichkeit müssten die Schüler zuhause bleiben. Im Gesamten gebe es derzeit nur ganz vereinzelt Eltern, die ihre Kinder vom Präsenz-Unterricht befreit hätten. Seiner Meinung nach wäre ein Online-Unterricht an vier Tagen der Woche und einem Sozialtag in Präsenz mit gemeinsamer Aktion im Freien eine echte Alternative zum Wechselunterricht mit Notbetreuung.

Im Hofstetter Kindergarten "Sterntaler" werden die Kinder ebenfalls mit Lolli-Tests im Schnellverfahren überprüft. Allerdings nur einmal pro Woche. "Wer sein Kinder zwei Mal testen lassen möchte, muss Eigeninitiative ergreifen", erklärt Kindergartenleiterin Bettina Kohler. Das erste Testkit werde den Eltern mit nach Hause gegeben, damit sie die Anwendung selbst erproben konnten, nachdem sie durch Bürgermeister Martin Aßmuth via Zoom-Meeting über die Anwendung und Vorgaben zur Testung informiert wurden.

Wöchentlicher Test soll Routine werden

"Für die Kinder soll der wöchentliche Test ein Stück weit Routine werden, die in den Ankommens-Prozess wie das Hände waschen mit eingebunden wird", blickt die Kindergartenleiterin voraus. Das geschulte Fachpersonal werde die Kinder bei den Tests begleiten, bei denen der Tupfer des Entnahmestäbchens etwa 20 Sekunden im Mund behalten wird. Sie sei immer wieder überrascht, wie unbefangen die Kinder mit der ganzen Thematik umgehen und wie schnell sie sich an neue Abläufe gewöhnen würden. "Das Angebot ist zunächst freiwillig. Doch wenn eine Testpflicht ab null Jahren kommt, wird ein negatives Testergebnis zur Zugangsvoraussetzung", erklärt Bettina Kohler abschließend.

Info: Hohes Müllaufkommen

Bei der Testung der Schüler und Kindergartenkinder kommt eine Menge Müll zusammen. Einmal-Handschuhe, Testkassette, Abstrich-Stäbchen, sterile Verpackung – pro Woche werden allein am Haslacher Bildungszentrum etwa 1000 Tests durchgeführt. Während bei den Grundschülern sogenannte Lolli-Tests zum Einsatz kommen, gibt es für die Sekundarschüler Tests, die im vorderen Nasenraum abgestrichen werden. Der anfallende Müll wird nach der Testung sofort entsorgt und bis zur Abfuhr fernab des Schulgeländes gelagert.

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