Mit der Teilnahme bei der Ironman-Weltmeisterschaft ist für den Triathleten des Offenburger Racextract-Teams ein Traum in Erfüllung gegangen. Beim Sieg von Patrick Lange landete er auf Platz 16 und unterbot die magische Acht-Stunden-Marke knapp.
Mit der Vorbereitung war Jonas Hoffmann nicht zufrieden, was auch daran lag, dass er noch Anfang Oktober, kurz vor dem Abflug auf die Insel, gesundheitlich nicht ganz auf der Höhe war und seinen Trainingsplan ändern musste.
Was er dennoch bei seiner ersten Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii schaffte, war bemerkenswert: Er wurde nach dem Sieger Patrick Lange der zweitbeste Deutsche, ihm gelang die drittschnellste Marathonzeit und er blieb unter der magischen Acht-Stunden-Marke. Sein Ziel, unter die Top 15 zu kommen, verfehlte er als 16. der Gesamtwertung zwar knapp, war im Ziel aber dennoch überglücklich.
„Ich bin mega stolz und bin sehr stabil durchs Rennen gekommen. Da die Vorbereitung nicht optimal war, wollte ich konservativ ins Rennen starten und mein eigenes Ding draus machen. Auf dem Rad war die Lücke nach vorne dann groß und das war nicht einfach für den Kopf. Ich bin Rennen schon häufiger zu offensiv angegangen, hab aber diesmal den Plan mit meinem Coach Jörg Scheiderbauer gut umgesetzt“, so Hoffmann im Zielinterview.
Sam Laidlow bricht auf der Laufstrecke massiv ein und wird nur 18.
Sam Laidlow war auf dem Rad zunächst weit vorne. „Ich habe am Wendepunkt allerdings gesehen, dass Patrick gar nicht so weit weg war und das seine Siegchance, wenn Sam übertrieben hat, gut ist“, so Hoffmann über sein Erlebnis auf der Strecke. Nach 6:02:13 Stunden Renndauer und etwa 18 Laufkilometern war es so weit: Patrick Lange überholte Laidlow und führte von da an die Ironman-WM an. „Es war unglaublich, wie im Streckenabschnitt ,Energy Lab’ beim Laufen dann alles noch einmal durcheinandergewürfelt wurde. Vorher war ich knapp unter den ersten 30. Mein Plan war es, bis zum ’Energy Lab’ zu kommen und dann sollte für mich das Rennen erst richtig anfangen. Das hat funktioniert“, freute sich der Triathlet vom Offenburger Racextract-Team, der in der Endabrechnung dann sogar auch noch vor Laidlow ins Ziel kam.
Für Hoffmann war es die Hawaii-Premiere, aber nicht seine erste Ironman-Weltmeisterschaft. 2023 war er in Nizza an den Start gegangen und auf Platz 20 gelandet.
Der Marathon ist die große Stärke des gebürtigen Siegeners. Seine Bestzeit liegt bei 2:25:54 Stunden, aufgestellt beim Frankfurt Marathon vor zwei Jahren. Damals war er, obwohl er nicht auf den Marathon spezialisiert ist, der viertbeste Deutsche im Wettbewerb und 28. der Gesamtwertung. Auf Hawaii brauchte er, unter besonders herausfordernden klimatischen Bedingungen und mit einigen Höhenmetern, 2:45:46 Stunden für die 42,195 Kilometer. „Diese Steigungen liegen mir allerdings. Nach dem Training bin ich gerade immer direkt in der Sauna, um die Hitze zu simulieren“, erklärte Hoffmann noch vor seinem Flug auf die Insel zu seiner Vorbereitung.
Nach 50:39:00 Minuten hatte er vor dem Marathon die 3,8 Kilometer im Meer zurückgelegt und war 4:18:30 Stunden über 180 Kilometer Rad gefahren. Die Acht-Stunden-Marke unterbot Hoffmann nach 7:59:31 Stunden im Ziel hauchdünn.
Vielversprechende Zukunft in der Elite der Extremsportler
Die Freude in Offenburg ist nach dem großen Erfolg von Hoffmann ebenfalls riesig. „In einem Rennen, das für seine extremen Bedingungen und ein herausragendes Teilnehmerfeld bekannt ist, bewies Hoffmann bemerkenswerte Stärke. Mit der drittschnellsten Laufzeit des Tages ließ er gleich drei ehemalige Weltmeister hinter sich und krönte sein Debüt als zweitbester Deutscher im gesamten Rennen. Dieser Erfolg unterstreicht nicht nur sein Talent, sondern auch das Potenzial für eine vielversprechende Zukunft in der Triathlon-Elite“, heißt es in einer Mitteilung von Scheiderbauer.
Zur Person
Jonas Hoffmann wurde am 28. November 1996 in Siegen geboren. Er ist zweifacher deutscher Meister im Crossduathlon (2019 und 2022). Er wird in der Bestenliste deutscher Triathleten auf der Ironman-Distanz geführt. Seit 2021 startet er als Profi-Athlet bei Ironman 70.3- und Challenge-Wettbewerben über die Mitteldistanz. In Hawaii trat er zum zweiten Mal bei der Ironman-Weltmeisterschaft an. „In Nizza war ich 2023 wohl der einzige WM-Teilnehmer, der nebenbei noch arbeitet. Mit nur 20 Stunden Training die Woche kommt man in der absoluten Spitze nicht ganz so weit“, so der 27-Jährige über seinen Schritt zum Vollprofi. Er geht für das Offenburger Racextract-Team an den Start. Sein Trainer ist Jörg Scheiderbauer.