Die Leitenden Notärzte des Departments Notfallmedizin am Ortenau-Klinikum sind künftig schneller einsatzbereit – dank eines eigenen Einsatzfahrzeugs.
Ob schwerer Verkehrsunfall, Wohnungsbrand mit mehreren Verletzten oder Evakuierung nach einem Bombenfund – bei größeren Schadensereignissen übernehmen Leitende Notärzte eine zentrale Rolle in der medizinischen Koordination vor Ort.
Sie treffen innerhalb weniger Minuten entscheidende Weichenstellungen: Welche Patienten müssen in welche Klinik transportiert werden? Und wie werden die Rettungskräfte medizinisch eingesetzt? Um künftig noch schneller einsatzbereit zu sein, steht den Leitenden Notärzten des Departments Notfallmedizin am Ortenau-Klinikum Offenburg-Kehl ab sofort ein eigenes Einsatzfahrzeug zur Verfügung.
Der Arbeiter-Samariter-Bund Baden-Württemberg Region Südbaden, stellt dafür das Fahrzeug bereit. Darüber informiert das Ortenau-Klinikum in einer Mitteilung.
Fahrzeug wird Logos aller Organisationen tragen
„Als ASB ist es uns ein besonderes Anliegen, die Strukturen des Rettungsdienstes und Katastrophenschutzes nachhaltig zu stärken. Mit der Bereitstellung des Fahrzeugs leisten wir einen Beitrag zur schnellen und kompetenten Versorgung in Ausnahmelagen“, betonte Patrick Scholder, Regionalgeschäftsführer des ASB Baden-Württemberg Region Südbaden.
Bei der offiziellen Übergabe des Einsatzfahrzeugs an das Department Notfallmedizin waren Vertreter der Integrierten Leitstelle Ortenau, des Amts für Brand- und Katastrophenschutz im Landratsamt Ortenaukreis, des Ortenau-Klinikums sowie der Rettungsdienste dabei. „Die Übergabe ist ein sichtbares Zeichen der engen, partnerschaftlichen Zusammenarbeit aller Blaulichtorganisationen im Landkreis“, erklärt das Klinikum. Das Fahrzeug werde dementsprechend auch die Logos aller beteiligten Organisationen tragen. Unterstützt wird die Kooperation auch durch den Verein „Region der Lebensretter“, der einen mobilen Defibrillator für das Einsatzfahrzeug zur Verfügung gestellt hat.
Einsatzfahrzeug ist Zeichen für starke Zusammenarbeit
„Das neue Einsatzfahrzeug ist ein starkes Zeichen dafür, was möglich ist, wenn alle Hilfsorganisationen gemeinsam an einem Strang ziehen. Nur durch das gute Miteinander von Rettungsdiensten, Kliniken, Leitstelle, Feuerwehr und Katastrophenschutz konnte dieses Projekt so erfolgreich umgesetzt werden. Diese enge Zusammenarbeit ist die Grundlage dafür, dass wir im Ernstfall schnell, koordiniert und professionell helfen können“, betonte Peter Sutterer, Chefarzt des Departments Notfallmedizin und Leitender Notarzt. Auch Claudia Bauer-Rabe, Vorstandsvorsitzende des Ortenau-Klinikums, betonte den Wert der Zusammenarbeit: „Dieses Projekt war nur im Schulterschluss aller Beteiligten möglich. Besonders wichtig war uns dabei, alle Blaulichtorganisationen mit ins Boot zu holen.“
Die im Tagdienst aktiven Leitenden Notärzte des Departments Notfallmedizin hätten direkten Zugriff auf das Fahrzeug. Sie melden sich bei der Leitstelle in Rufbereitschaft und fahren bei Bedarf eigenständig zum Einsatzort – ohne auf ein anderes Einsatzfahrzeug angewiesen zu sein. „Bisher musste die Leitstelle bei einem Alarm parallel zum Einsatzgeschehen auch die Abholung eines Leitenden Notarztes organisieren – in vielen Fällen mit der Unterstützung der Feuerwehr Offenburg“, blickte Sutterer zurück. Mit dem neuen Fahrzeug seien die Leitenden Notärzte künftig deutlich flexibler und im Ernstfall bis zu 30 Minuten früher am Schadensort. „Das verbessert die Koordination, beschleunigt lebenswichtige Entscheidungen und optimiert die Versorgungsqualität in kritischen Situationen“, so Sutterer.
Das gebrauchte Fahrzeug, das vom ASB für den neuen Zweck ausgerüstet wurde, ist am Department Notfallmedizin an der Betriebsstelle Ebertplatz des Ortenau-Klinikums in Offenburg stationiert. Für das Fahrzeug und die Technik an Bord wurde ein eigener Stellplatz mit Ladeinfrastruktur eingerichtet.
Starke Partnerschaft
An der notfallmedizinischen Versorgung im Ortenaukreis sind laut Ortenau-Klinikum beteiligt: Der Malteser Hilfsdienst, die Johanniter-Unfall-Hilfe, der ASB Baden-Württemberg, das DRK – Rettungsdienst Ortenau, das DRK Kreisverband Wolfach sowie das DRK Kreisverband Bühl-Achern.