Am Freiburger Institut für Musikermedizin (FIM) werden seit 20 Jahren Musiker untersucht und behandelt. Foto: FIM

Das Freiburger Institut für Musikermedizin setzt sich seit 20 Jahren für die Gesundheit von Musikern und Hobbymusikern ein.

Wenn es bei einem Leistungssportler in der Wade zwickt, geht er zum Sportmediziner. Wenn Musiker in Freiburg medizinische Hilfe benötigen, finden sie Hilfe beim Freiburger Institut für Musikermedizin (FIM), das in diesen Tagen sein 20-jähriges feiert. Und bei dem es neben der Problembehandlung vor allem um die Freude am Musizieren geht, wie die Musikerin und Fachärztin für Psychosomatik Claudia Spahn sowie der Sänger und Facharzt für Phoniatrie und Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde Bernhard Richter betonen.

 

Spahn und Richter haben das Institut 2006 auf Initiative der damaligen Rektorin der Freiburger Hochschule für Musik, Mirjam Nastasi, gegründet. Die Besonderheit dabei: Das FIM ist sowohl an die Musikhochschule als auch an die Uniklinik angegliedert, wo es eine eigene Musiker-Ambulanz betreibt. Spahn und Richter sind als Professoren forschend und therapeutisch tätig und können mit Stolz sagen, dass sie das bundesweit größte Institut dieser Art führen.

Lautstärke und Schwerhörigkeit spielen eine Rolle

„Ein Schwerpunkt ist die gesundheitliche Betreuung von Musizierenden mit spezifischen gesundheitlichen Problemen“, fasst Claudia Spahn die Arbeit des FIM zusammen.

„Lautstärke und Lärmschwerhörigkeit spielen oft eine Rolle. Nicht nur in der Rockmusik. Auch im Symphonieorchester ist es viel zu laut“, ergänzt Richter. „Aber auch Schmerzen durch Überlastung sind ein Thema, wenn man mehrere Stunden am Tag sein Instrument spielt. Jedes Instrument sollte gut an den Körper des und der Spielenden angepasst sein und Aufwärmübungen und rechtzeitige Pausen können Beschwerden vorbeugen“, sagt Spahn.

Spaß an der Musik soll bleiben

Neben solchen Problemen, die durch das Musizieren entstehen können, befasst sich das FIM auch mit Problemstellungen, die sich auf das Musizieren selbst auswirken. „Wenn Sie sich beim Radfahren den Finger brechen, können Sie nicht mehr Geige spielen. Dann geht es um die spezifische Mobilisierung des Fingers, damit das Spiel wieder aufgenommen werden kann“, so Richter.

Gleichzeitig gehe es am FIM aber auch immer darum, die positiven Effekte des Musizierens in den Fokus zu stellen und nicht in erster Linie zu pathologisieren, betont Richter: „Musik ist nachweislich gesundheitsfördernd.“ Deshalb ziele ihre Arbeit besonders darauf ab, die Freude am Musizieren zu unterstützen, so Spahn.