Das Medizintechnikunternehmen Erbe geht neue Wege: Um Mitarbeiter zu gewinnen, werden Betriebswohnungen gebaut, wie Firmenchef Christian O. Erbe unserer Redaktion sagt. Das ist geplant.
Fachkräftemangel, wenige Bewerbungen, Mitarbeiterbindung: Aus verschiedenen Gründen entscheiden sich Unternehmen für Betriebswohnungen – nun auch Erbe in Rangendingen. Dort wurde 2024 ein neues Produktions- und Entwicklungsgebäude eingeweiht.
„Wir bauen Betriebswohnungen für Mitarbeiter in Rangendingen und auch in Mössingen“, sagt Christian O. Erbe, Chef des gleichnamigen Medizintechnikunternehmens mit Hauptsitz in Tübingen unserer Redaktion. Der Hintergrund für das Vorhaben: Bewirbt sich jemand, es findet sich aber keine Unterbringungsmöglichkeit, „dann gibt’s ein übles Erwachen“, erklärt Erbe. Er stellt sich längerfristige Lösungen vor, sagt, ein größeres Kontingent sei nötig – „unter anderem auch, weil Familien kommen, weil die Familien wachsen“.
Christian O. Erbe: eine Win-win-Situation
Der Unternehmer, zugleich IHK-Präsident für die Region Neckar-Alb, sieht im Bau der Betriebswohnungen eine Chance: „Es ist noch kein Trend, aber ich bin der Meinung, es sollte einer werden.“ Er spricht von einer Win-win-Situation: Einwohner für die Gemeinde, Mitarbeiter für die Unternehmen. Rangendingens Bürgermeister Manfred Haug ist jedenfalls überzeugt. „Das Vorhaben sehen wir rundum positiv“, berichtet er unserer Redaktion. Für die Firma Erbe und deren Mitarbeiter biete diese Lösung kurze Wege zur Arbeit.
Bürgermeister sieht auchVorteile für die Gemeinde
Auch für Rangendingen sieht Haug Vorteile durch das Projekt: „Für die Gemeinde sind Investitionen im Wohnungsbau immer erfreulich.“ Er begrüßt ausdrücklich auch den Bau von Mehrfamilienhäusern oder Geschosswohnungsbau. „Vor allem Wohnungen sind derzeit und sicher auch in Zukunft verstärkt gefragt“, so Haugs Einschätzung. „Der flächenintensive und teure Bau von Einfamilienhäusern wird zukünftig eine untergeordnete Rolle spielen.“
Bürgermeister: Ortskern soll nicht ausbluten
Baumaßnahmen in der Ortsmitte bewertet der Bürgermeister positiv. „Der Ortskern soll nicht ausbluten, sondern wieder eine beliebte und von vielen Vorteilen geprägte Wohngegend sein. Hier sind wir auf einem guten Weg.“
Die Verwaltung habe die ersten Planentwürfe der Firma Erbe gesehen, selbst einige Anregungen mitgeteilt. Den Austausch mit dem Unternehmen bewertet der Bürgermeister als sehr gut. Die Baurechtszuständigkeit werde zwar Rahmen der Verwaltungsgemeinschaft von der Stadt Hechingen ausgeübt, involviert sei die Gemeinde Rangendingen jedoch „bezüglich Anzahl der Stellplätze, Optik, Einfügen in das Ortsbild“.
Erbe baut mehrere Dutzend Wohnungen
Mit dem Wohnungsbau in Rangendingen ist für Christian O. Erbe indes noch nicht Schluss. Er betont: „17 Betriebswohnungen sollen in Rangendingen entstehen, in Mössingen etwas mehr als 20.“