Der Stadtteil Hochdorf wird in den nächsten Jahren kräftig wachsen. Ein Neubaugebiet macht’s möglich. Foto: Fritsch

Das ist schon eine echte Hausnummer: Auf 8,4 Hektar soll in Hochdorf ein im Prinzip komplett neues Ortsviertel entstehen, in dem künftig einmal 528 Neubürger ein Zuhause finden sollen. Der Technische Ausschuss hatte sich jetzt mit dem Aufstellungsbeschluss zu beschäftigen.

Nagold - Die Ausschussmitglieder hatten, nach einer ausgiebigen Diskussion über künftige Wohnbau-Strategien im Außenbereich zu einem ebenfalls neu geplanten Wohngebiet im benachbarten Vollmaringen, wohl keine große Lust mehr auf weitere Erörterungen. So ging der Empfehlungsentscheid an den Gemeinderat bei einer Gegenstimme zügig durchs Gremium.

Dabei hat es das "Hochdorf Ost II" genannte Wohngebiet wirklich in sich: 71 Einfamilienhäuser (für bis zu 284 Einwohner), 22 Doppelhaushälften (für bis zu 44 Einwohner), 52 Reihen- und Kettenhäuser (104 Einwohner) und acht große Mehrfamilienhäuser (96 Einwohner) hat die mit der Entwicklung des Baugebiets beauftragte Kommunalentwicklung in dem an den südöstlichen Ortsrand von Hochdorf angrenzenden Gelände planerisch untergebracht. In der Sitzungsvorlage heißt es dazu: "Die innerörtlichen Baulandpotenziale für Wohnungsbau im Ortsteil Hochdorf sind weitestgehend erschöpft. Nachdem der Ortsteil Hochdorf in den letzten Jahren nahezu ausschließlich Innenentwicklung betrieben hat, die Nachfrage nach Wohnbaugrundstücken aber weiterhin sehr hoch ist, soll nunmehr eine räumlich begrenzte Wohnbauflächenentwicklung im Außenbereich, abgestimmt auf die Ausweisungen im wirksamen Flächennutzungsplan der VG-Nagold (Anmerkung: gemeint ist die Verwaltungsgemeinschaft Nagold), umgesetzt werden."

Das neue, rund 8,4 Hektar große Quartier – davon 6,28 Hektar reines Bauland – werde dabei mittig von der Albblickstraße gekreuzt und teile sich so als Plangebiet in einen nördlichen, südlichen und einen kleineren östlichen Teilbereich auf. Im Norden grenzt das Neubaugebiet an die bisherige Siedlungsentwicklung an. Der neue Ortsrand nach Süden und Osten solle künftig eingegrünt werden, um so wieder für einen "möglichst harmonischen Übergang in die freie Landschaft" zu sorgen. Innerhalb des Gebietes sei – wie beschrieben – eine "vielfältige Mischung aus Geschosswohnen, Reihenhäusern, Doppelhäusern und Einfamilienhäusern vorgesehen", wobei die Bautypen grundsätzlich zwar flexibel und austauschbar seien, aber "trotz allem eine gewisse bauliche Dichte" immer angestrebt werden soll. Die Gebäudehöhen richteten sich nach dem Bestand und würden in der Regel zwei Vollgeschosse plus Dach vorsehen.

Die Erschließung des neuen Quartiers soll – ausgehend von der "Albblickstraße" – über ein einfach gehaltenes Erschließungsnetz mit zentralen Zufahrten sowie daran angeschlossene Ringstraßen erfolgen. Hierdurch könne zum einen eine leichte Orientierung ermöglicht werden sowie zum anderen eine problemlose Ver- und Entsorgung.

Die Haupterschließung erfolgt dabei in Nord-Süd-Richtung. Jeweils daran anschließend befänden sich die Ring- und Stichstraßen, die durchgehend als verkehrsberuhigte Wohnwege oder Spielstraßen ausgebildet würden. Begleitende Bäume sollen durchgrünte Straßenräume gewährleisten und für hohe Spiel- und Aufenthaltsqualitäten sorgen. Der private ruhende Verkehr, also die Stellplätze, sei "schwerpunktmäßig den einzelnen Gebäuden als Garagenstellplatz, als offener Stellplatz oder als Tiefgaragenstellplatz" zugeordnet. Für den ruhenden öffentlichen Verkehr würden entlang der Haupterschließungs-Straßen Pkw-Stellplätze als Längsparker angeboten.

Da es sich bei dem geplanten Neubaugebiet "Hochdorf Ost II" um eine Wohnbauflächenentwicklung komplett im bisherigen, ausgewiesenen Außenbereich handelt, komme hier nach dem Baugesetz nur ein sogenanntes Regelverfahren zur Anwendung. Die dafür erforderliche Bodenordnung (gemeint ist das Schaffen von Ausgleichsflächen) solle dabei, so die Sitzungsvorlage abschließend, "im Rahmen einer freiwilligen Umlegung" erfolgen.

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