Die Außenbauten der Turn- und Festhalle von Neubulach sollen saniert werden. Foto: Thomas Fritsch

Teile der Turn- und Festhalle in Neubulach sind nicht im besten Zustand. Doch jetzt gibt es die Chance an Fördermittel zu kommen. Das hat die Stadt geplant.

Der Bund stellt aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität Geld für das Sanieren kommunaler Sportstätten zur Verfügung. Das Ziel ist es, den Sanierungsstau zu beseitigen. Letztlich ist dieses Sondervermögen ein weiterer Schuldentopf.

 

Im Vordergrund steht die energetische Sanierung der Gebäude und das Herstellen der Barrierefreiheit.

Für die Sanierung von kommunalen Sportstätten stehen 333 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Stadt Neubulach will davon auch einen Teil ergattern – für die Sanierung von Teilen der Turn- und Festhalle.

Mit Hochdruck hat die Stadtverwaltung eine Projektskizze angefertigt und eingereicht. Das passierte bis zum 15. Januar.

Diese Projektskizze ist aber noch kein Antrag auf eine Förderung, sondern erst mal nur eine „Interessensbekundung“, wie der stellvertretende Bürgermeister Lars Dannenmann in der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend deutlich machte. Dannenmann vertrat wie schon in der letzten Sitzung des vergangenen Jahres die erkrankte Bürgermeisterin Petra Schupp.

Noch keine Verpflichtung

Folglich ergeben sich aus dem Einreichen einer solchen Projektskizze keinerlei rechtliche Verpflichtungen für die Stadt. Umgekehrt ist damit auch nicht gesagt, ob Neubulach einen Zuschuss bekommt.

Der Gemeinderat billigte nachträglich das Einreichen der Projektskizze durch die Verwaltung einstimmig. Das Einverständnis des Gemeinderates darf bis 31. Januar nachgereicht werden.

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages wählt dann diejenigen Vorhaben aus, für die in einem zweiten Schritt die jeweiligen Kommunen einen Förderantrag abgeben dürfen.

Gemäß der Projektskizze will die Stadt Neubulach die Anbauten um die Turn- und Festhalle energetisch sanieren. Die Außenfassade der Anbauten soll gedämmt und die Dachfläche begrünt werden.

Die Außenfassade der Anbauten der Turn- und Festhalle soll gedämmt werden. Foto: Thomas Fritsch

Zudem ist geplant, neue Fenster einzubauen, wo dies noch nicht geschehen ist. Die Stadt will alle dortigen Innenräume überarbeiten und einen barrierefreien Zugang schaffen. Davon ausgenommen sind die Küche, die Geräteräume und die Gymnastikhalle.

Barrierefreie Duschen und Umkleidekabinen

Darüber hinaus sollen die sanitären Einrichtungen auf Vordermann gebracht werden. Für Menschen mit Behinderung will die Stadt barrierefreie Duschen, WC und Umkleidekabinen schaffen.

Die Kosten belaufen sich nach einer Berechnung des von der Stadt beauftragten Architekturbüros auf rund eine Million Euro. Davon wären rund 970 000 Euro förderfähig.

Sollte ein Zuschuss genehmigt werden, würde der Bund bis zu 45 Prozent der 970 000 Euro übernehmen. Das wären knapp 440 000 Euro. Die Stadt hätte etwas mehr als 530 000 Euro selbst tragen.

Bei Notlage gibt es mehr

Bei einer Haushaltsnotlage der betreffenden Kommune würde der Bund sogar bis zu 75 Prozent der Kosten übernehmen. Eine Haushaltsnotlage müsste die Kommunalaufsicht des Landratsamtes Calw bestätigen. Die Bestätigung einer solchen Notlage beantragte die Stadtverwaltung von Neubulach.

Dannenmann räumte ein, dass das Ganze „mit heißer Nadel“ gestrickt sei.

Bei der Diskussion fand Stadtrat Alexander Mayer die Sache „super“. Die Stadt solle unbedingt mitmachen.

Alexander Bodenhaupt wollte wissen, warum die Küche bei der Projektskizze nicht dabei. Weil es dafür keine Förderung gebe, antwortete Dannenmann.