Die Pflege-App soll Auszubildenden in der Altenpflege helfen. Mit einer Erweiterung will Entwickler Sandro De Rose nun Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund helfen.
Bereits vor einiger Zeit hat der Bad Herrenalber Sandro De Rose seine Lern-App für Pflegekräfte geschaffen, die die Ausbildung moderner, praxisnaher und zugänglicher machen will. Jetzt stellt er eine Erweiterung vor, die speziell für Menschen mit Migrationshintergrund gedacht ist.
Mit viel Idealismus, technischem Know-how und persönlicher Erfahrung ging Sandro De Rose ans Werk: Seine App „Pflege Wissen 2025“, die mehrere Sprachen abdeckt, ist sogar offline abrufbar. Die digitale Unterstützung soll die Ausbildung moderner, praxisnaher und zugänglicher machen.
Quizfragen, Hörbeispiele und vieles mehr
Schon bei seiner Ausbildung zum Altenpfleger suchte er nach Lernmitteln, die seinem Lerntyp halfen. Er habe Inhalte am besten über Dokus, Podcasts oder interaktive Formate gelernt, erzählte er im Gespräch mit unserer Redaktion. Doch gerade in der Pflege habe es da an modernen, digitalen Alternativen gemangelt. Also entwickelte er eine eigene App, die Quizfragen, Hörbeispiele, Fallgeschichten, Anagramme, 3D-Modelle und einen Notfallsimulator kombiniert. „Pflege Wissen 2025“ richtet sich primär an Auszubildende, wird aber inzwischen auch von Pflegekräften zur Auffrischung genutzt und von Lehrkräften im Unterricht eingebunden.
„Wissen sollte kein Luxus sein“
„Wissen sollte kein Luxus sein“, sagt De Rose. „Viele Pflegekräfte werden während der Ausbildung nicht gut begleitet. Ich wollte ein Werkzeug schaffen, das unabhängig von Geldbeutel oder Internetverbindung hilft.“ Die App ist mehr als ein Lernmittel. Sie ist ein Statement – gegen Fachkräftemangel, gegen veraltete Ausbildung, gegen das Gefühl, im Beruf allein zu sein. Nun geht De Rose noch einen Schritt weiter und hat eine Erweiterung mit dem Namen „Migra Care“ für die Altenpflege-Ausbildung entwickelt – speziell für Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund. In Baden-Württemberg gebe es eine besondere zweijährige Ausbildung, bei der die Teilnehmer parallel ihren Berufsabschluss und das B2-Sprachniveau erreichen. Dafür hat er „sprachsensible und praxisnahe Lernmodule entwickelt, die eng am gesetzlichen Rahmenplan ausgerichtet sind“, erklärt er.
Klarer neuer Schwerpunkt für Pflege-App
Grundsätzlich handele es sich dabei um dieselbe Pflege-App. „Diese Erweiterung stellt inhaltlich und didaktisch einen klaren neuen Schwerpunkt dar“, erläutert er. Das Besondere an „Migra Care“ sei, dass die Lerninhalte vollständig mehrsprachig aufbereitet werden.
Die Erweiterung erscheine in insgesamt acht Sprachen: Deutsch, Englisch, Russisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Persisch und Mandarin. Dabei seien die Inhalte nicht nur übersetzt, „sondern so gestaltet, dass sie in allen acht Sprachen vollständig nutzbar und zugänglich sind. Ziel ist es, sprachliche Hürden in der Ausbildung deutlich zu reduzieren“, so De Rose weiter.
Hoher Bedarf an praxisnahem Lernmaterial
Inhaltlich richte sich die Erweiterung vor allem an die besondere zweijährige Altenpflegehilfe-Ausbildung, wie sie unter anderem im Landkreis Karlsruhe angeboten werde. Diese Ausbildung richte sich speziell an Menschen mit Migrations- oder Fluchthintergrund, die häufig nur geringe oder keine formalen Schulabschlüsse mitbringen. Parallel zur Ausbildung erwerben die Teilnehmenden das notwendige Deutsch-Niveau, in der Regel bis B1/B2. „Da die Ausbildung stark praxisorientiert ist und viel Zeit im Betrieb sowie in der Sprachförderung stattfindet, besteht ein hoher Bedarf an sprachsensiblen, praxisnahen Lernmaterialien – genau hier setzt die Erweiterung an“, erklärt er.
App vollständig kostenfrei nutzbar
Die App selbst sowie auch die „MigraCare“-Erweiterung sind vollständig kostenfrei nutzbar, versichert De Rose. Und das kommt offenbar gut an. Aktuell hat die App laut De Rose auf Android rund 9840 Nutzer. Die iOS-Version sei vor etwa einem Monat veröffentlicht worden und liege derzeit bei knapp 800 Nutzern, „mit weiter steigender Tendenz“.
Entwickelt wurde die App einschließlich der Erweiterung vollständig von De Rose selbst. Es gebe keine externen Co-Produzenten oder Fördermittel; die Entwicklung erfolgte eigenständig. Vorgestellt wurde die Erweiterung erstmals im November beim Förderkreis Migration und Altenpflege in den Räumen des Gesundheitsamts Karlsruhe. Die Erweiterung ist inzwischen weitgehend fertiggestellt und wird aktuell in der Praxis vorgestellt und erprobt.