Der Orschweierer Rat will das Modell Halbtagsschule mit Betreuung. Die Verwaltung Mahlbergs sieht in dem Votum ein klares Signal.
Das Votum war am Dienstagabend eindeutig. Einstimmig steht das Gremium hinter dem Vorschlag der Verwaltung, den Rechtsanspruch der Eltern auf Ganztagesbetreuung von Schülern im Grundschulalter ab dem Schuljahr 2026/27 mit einem kommunalen Angebot umzusetzen. Damit folgen Verwaltung und Ortschaftsrat auch dem Votum der Eltern.
Mehr als zwei Drittel der Eltern der Regelschule hatten sich bei einer Umfrage für ein Betreuungsangebot durch die Stadt ausgesprochen. Sowohl Verwaltung als auch Ortschaftsrat sehen in dieser Entscheidung auch ein klares Signal, den Standort als Außenstelle der Grundschule Mahlberg zu erhalten. Die Grundschulklassen eins und zwei werden in Orschweier im Gebäude der Förderschule unterrichtet.
Bereits in einer Infoveranstaltung im April, als die Verwaltung mit dem Büro Element 5 drei alternativen Betreuungsangebote inklusive den Bedarf an neuen Räumlichkeiten für die Ganztagsbetreuung der Öffentlichkeit vorstellte, hatte Tanja Kopp aus der Verwaltung dargelegt, dass Eltern der Grundschulstufe mehrheitlich eine andere Form, eine verbindliche Ganztagsbetreuung wünschten.
Nicht genügend Schüler für eine Ganztagsbetreuung
Allerdings, so Kopp weiter, könne die SBBZ als eigenständige Schule auf diese Wahlform nicht zugreifen, da die Mindestschülerzahlen für eine verbindliche Ganztagsbetreuung nicht erreicht werde.
Die Präferenz des Ortschaftsrats liegt jetzt also bei einer Halbtagsschule mit Betreuungsangebot der Kommune. Das Betreuungsangebot kann einmal flexibel zugebucht werden. Das Mittagessen sowie Betreuungsangebot ist kostenpflichtig. Diese Variante bedingt aber auch, dass die Stadt in die Außenstelle Orschweier etwa 1,2 bis 1,6 Millionen Euro investieren müsse. Da vom zusätzlichen Raumbedarf auch die Förderschule kostenmäßig betroffen ist, bedarf es auch der Zustimmung der Gemeinden, die den Schulverbund Förderschule mittragen.
Nur in einem Punkt trägt der Ortschaftsrat den Vorschlag der Verwaltung nicht. Laut Vorlage will die Verwaltung für die Kalkulation der künftigen Betreuungsgebühren ein Fachbüro beauftragen. Eine klare Mehrheit im Rat ist allerdings der Meinung, dass die Verwaltung mit dem eigenen Personal diese Kalkulation stemmen könne. „Diese Kosten kann die Stadt einsparen“, so Ortschaftsrat Jannick Obergföll (Bürgerforum) im Namen der Kritiker. Das letzte Wort hat nun der Gemeinderat.