Derzeit sind die drei Brunnen in der Münchweierer Hauptstraße entweder mit abgestandenem, grünem Wasser gefüllt, oder trockengelegt. Der Ortschaftsrat möchte das ändern. Foto: Decoux

Der Ortschaftsrat beschäftigte sich mit den Brunnen entlang der Hauptstraße. Aber auch das marode Feuerwehrhaus war Thema.

Sanieren oder Stilllegen? Diese Frage beschäftigte den Ortschaftsrat Müchweier gleich an zwei Tagesordnungspunkten: „Brunnensituation in der Hauptstraße“ und „Situation Feuerwehrhaus“. Ein Überblick.

 

Brunnen entlang der Hauptstraße: Eines kann man der Ortsvorsteherin und dem Ortschaftsrat von Münchweier gewiss nicht absprechen: Hinsichtlich des Zustandes und möglicher Zukunftsperspektiven dreier Brunnen entlang der Hauptstraße hatte man sich gründlich auseinandergesetzt. Die Wasserversorgung der Brunnen am Rebstock, beim Haus Kern und am Zimmerplatz ist in einem derart maroden Zustand, dass sie seit geraumer Zeit stillgelegt sind. Zudem weisen die Brunnentröge beträchtliche Risse auf.

Der Ortschaftsrat sah zwei Optionen zur Auswahl: Die Brunnen angesichts der erheblichen Kosten, die mit einer Inbetriebnahme verbunden sind, stilllegen und anderweitig etwa als Pflanztröge nutzen, oder aber die Kosten in Kauf nehmen und die Brunnen wieder ihrem ursprünglichen Sinn zuführen. Ortsvorsteherin Götz hatte in einer detaillierten Sitzungsvorlage die wesentlichen Entscheidungskriterien aufgeführt. Pro Brunnen wären Kosten im fünfstelligen Bereich fällig, um die Wasserrohrbrüche in der Leitung zu reparieren und neue Anschlüssen zu installieren. Mit Hilfe des früheren Tiefbauamtsleiters Udo Schneider vermochte sie die Verläufe, das Alter, die Geschichte von Quellen, Speicherbecken und Wasserleitungen darzulegen – Punkte, die in der sachlichen Diskussion des Ortschaftsrates allesamt in Betracht gezogen wurden.

Brunnen sind etwas „Hochemotionales“

Durchgängig war das Stimmungsbild der Erörterung im Rat: Brunnen sind „etwas Hochemotionales“. Sie seien untrennbar mit dem Ortsbild Münchweiers verknüpft. Als „Kulturgut von historischer Bedeutung“ wurden sie bezeichnet – eine Einstufung, die von einem Zuhörer mit einem Landelins-Gedicht untermauert wurde. Neun Brunnen gibt es in Münchweier, die über die Wintermonate abgestellt werden, im Sommer indes von den rund 70 Pflanzpaten im Dorf zum Gießen genutzt werden. „Wenn wir denen das Wasser abstellen, gefährden wir dieses vorbildliche Gemeinschaftsprojekt“, so einer der Einwände gegen das dauerhafte Abschalten der drei Brunnen.

Dass die Ausführungen zur angespannten Haushaltslage der Stadt hinsichtlich der Kostenfrage bei einer Inbetriebnahme durchaus auch ihre Berechtigung haben, wurde in der Diskussion im achtköpfigen Ratsrund indes auch mehrfach signalisiert. Die Kosten von rund 10 000 Euro pro Brunnen auf mehrere Jahre zu verteilen, darüber herrschte schließlich Konsens. Und so fiel die Abstimmung am Ende der Diskussion einstimmig aus: Alle drei Brunnen entlang der Hauptstraße sollen wieder in Betrieb genommen werden.

Feuerwehrgerätehaus: Der Prozess werde sicherlich Jahre in Anspruch nehmen – dessen seien sich die Stadt, die Ortsverwaltung und die Verantwortlichen der Feuerwehr bewusst, so Ortsvorsteherin Charlotte Götz in ihrer Einleitung zum Tagesordnungspunkt „Situation Feuerwehrhaus“. Mit der Erstellung eines Feuerwehrbedarfsplanes durch einen externen Gutachter solle der Prozess in absehbarer Zeit jedoch eingeleitet werden, so ihre Erklärung. Schließlich sei es schon lange Thema, dass bauliche Maßnahmen am Feuerwehrgerätehaus unumgänglich seien. Auf den Hinweis „Erweiterung oder Neubau“ wurde Götz gefragt, ob für einen möglichen Neubau schon ein Standort angedacht sei. Dazu gebe es noch keine konkreten Überlegungen, so die Ortsvorsteherin.

Abreißen oder sanieren? Diese Frage stellen sich die Räte bezüglich des Feuerwehrgerätehauses. Foto: Decoux

Ein Punkt, der das Gremium an diesem Abend deutlich mehr beschäftigte als die bauliche Situation des Feuerwehrhauses: Vier Parkplätze in der Eisenbahnstraße, die ursprünglich für die Feuerwehr angelegt wurden, würden ständig von Dauerparkern belegt, beklagte Götz. Sie selbst habe inzwischen resigniert, dem Einhalt zu gebieten. Alles, was sie und der Rat bislang versucht hätten, habe nichts bewirkt. Wenn die Feuerwehrleute diese Parkplätze nicht nutzen können, würden sie bei Einsätzen wertvolle Zeit verlieren, da sie eine größere Schleife fahren müssten. Die Stadtverwaltung sei bereit, diese Parkplätze mit einem Parkverbot zu belegen.

Räte sprechen sich gegen Sperrung aus

Mehrere Ortschaftsräte sahen ein solches Ansinnen jedoch kritisch und sprachen sich gegen ein kategorisches Sperren aus. Überlegungen, mit einem Hinweis auf die Vorrangigkeit für die Feuerwehr hinzuweisen, wurden ebenso in Frage gestellt wie ein begrenztes Parkverbot. Max Studer brachte die Überlegung vom Anlegen einer zusätzlichen Parkfläche auf einem Grünstreifen vor dem Feuerwehrhaus ins Spiel – ein Vorschlag, der von mehreren Räten und Feuerwehrleuten in den Zuhörerreihen als sinnvoll eingestuft wurde. Eine Ortsbegehung wurde ebenso als wünschenswert erachtet wie auch ein Gespräch mit Tiefbauchef Björn Zerr. Wenn schon innerhalb der Feuerwehr unterschiedliche Sichtweisen hinsichtlich der Parksituation bestehen, wird man eben diesen Weg gehen, so Götz.