Die Kosten für die Sanierung des Altenheimer Kindergartens betragen 2,7 Millionen Euro. Nun können sich die Architekten mit der Planung und dem Bauantrag beschäftigen.
Das Architekturbüro Lieb aus Freudenstadt präsentierte dem Gemeinderat die geplanten Baumaßnahmen sowie die Kostenberechnung für die Sanierung und den Umbau des Kindergarten Erlenweg. Dieser wurde 1971 erbaut und entspreche nicht mehr den gestiegenen Anforderungen in Bezug auf Platzangebot und Aufenthaltsqualität.
Das Projekt sehe nicht nur die Sanierung des Altbaus vor, sondern auch den Anbau von zwei Gruppenräumen den Einbau eines Bistros, das es bisher noch nicht gibt, sowie eine Küche, erklärte Planer Stephane Bourgeois. Des Weiteren sollen auch die Sanitärräume saniert werden, der Eingangsbereich werde ein Foyer erhalten und von allen Gruppenräumen könne man künftig über einen Schmutzfang in den Außenbereich gelangen.
„Alle neuen Räume erhalten eine Fußbodenheizung“, informierte Bourgeois die Ratsmitglieder. Eine PV-Anlage sei indes aufgrund der Statik nur auf dem flachen Teil des Dachs möglich. Zudem solle eine neue Zu-und Abluftanlage im Wickelraum, den Toiletten und dem Sanitärraum installiert werden.
Das Planungsbüro sparte knapp 300 000 Euro ein
Auch die Elektrotechnik im Kindergarten sei völlig veraltet – neben dem Hausanschluss müsse auch die Telefonverkabelung ausgetauscht werden, so der Architekt.
Die Kosten für den Umbau bezifferte Bourgeois auf 2,7 Millionen Euro. Davon entfallen 1,2 Millionen Euro auf die reinen Baukosten und knapp 800 000 Euro auf die technischen Anlagen wie Heizung und Elektrik. „Wir konnten die Kosten durch Sparmaßnahmen um etwa 300 000 Euro reduzieren“, freute sich der Planer. Es sei kein luxuriöser Entwurf, denn eine vollständige Renovierung der Außenanlage sei etwa nicht vorgesehen.
Positiv: „Der Umbau wird mit 36 Prozent bezuschusst“, klärte die stellvertretende Bauamtsleiterin Sieglinde Meinlschmidt auf. Die vorbereitenden Bauarbeiten sollen bereits Ende des Jahres beginnen, die richtigen Arbeiten seien ab Sommer 2027 angedacht. Der Kindergartenbetrieb solle parallel weiterlaufen, so Meinlschmidt. Daher gebe es auch mehrere Bauabschnitte, damit ausreichend Plätze zur Verfügung stehen.
Der Umbau der Kita wird mit 36 Prozent bezuschusst
Ralf Wollenbär (FWV) erkundigte sich nach der Dämmung der Regenwasserleitungen. „Die Leitungen liegen außen und sind durchgehend gedämmt“, antwortete Bourgeois. Sie würden manchmal auch in den Innenbereich übergehen, aber es gebe keine Möglichkeit, dass sie auf lange Sicht beschädigt werden. Zudem wollte das Ratsmitglied wissen, ob die Mehrkosten durch den Parallelbetrieb vorliegen und ob auch Alternativen wie die Auslagerung in einem Container geprüft wurden.
Die Verlegung in Container ist der Gemeinde zu teuer
Die Option habe die Verwaltung zusammen mit dem Architekturbüro durchaus in Betracht gezogen, so Meinlschmidt. Das Ergebnis: „Einen ganzen Kindergarten kann man nicht so einfach verlegen, das ist enorm aufwendig. Grob würde das 300 000 oder 400 000 Euro kosten, eine Verlegung wäre also auch sehr teuer und kaum umsetzbar.“
Jochen Strosack (FWV) zog eine Parallele zum Neubau des Feuerwehrgerätehauses, der nun beschlossen wurde (wir berichteten): „Wir beschäftigen uns schon sehr lange mit den beiden Projekten, es ist sehr schön, dass wir vorankommen.“ Die Planungen halte er für ansprechend. Bei der Kita Kuckucksnest in Altenheim habe man mit dem Parallelbetrieb gute Erfahrungen gemacht, „daher bin ich zuversichtlich, dass es auch beim Erlenweg funktioniert.“
Bernd Uebel (SPD) warf die Frage auf, ob die Verwaltung auch über Schichtarbeit bis 22 Uhr nachgedacht habe. „Das ist mit Mehrkosten verbunden“, stellte Bourgeois klar. Man wolle mit den Firmen die beste Lösung finden und diese sei aktuell der Parallelbetrieb. Das beratende Mitglied Manfred Osswald (FWV) riet deutlich von Schichtarbeit ab: „Nach einer Woche gibt es Ärger mit den Nachbarn.“
Die Vorgeschichte
Der Baubeschluss wurde bereits im April 2024 gefasst. Der Gemeinderat beauftragte im Oktober desselben Jahres das Architekturbüro Lieb. Dieses präsentierte die Planung dem Gemeinderat zum ersten Mal im September 2025.