Der Stadtgarten wird umgestaltet. Die „Lehrerparkplätze“ sind bereits abgesperrt. Foto: Klormann

Ende 2023 musste das Gestrüpp oberhalb der „Lehrerparkplätze“ weichen, diese Woche hat nun der Landschaftsbau begonnen. Und apropos „Lehrerparkplätze“: Diese werden der Öffentlichkeit wohl nie mehr zur Verfügung stehen.

Rund ein halbes Jahr hat sich im Calwer Stadtgarten wenig getan. Nun geht es dafür richtig los.

 

Seit Montag in dieser Woche sind die im Volksmund als „Lehrerparkplätze“ bekannten Stellflächen zwischen dem Oberen Stadtgarten sowie dem Geogenäumsgarten gesperrt. Und zwar voraussichtlich endgültig. Doch dazu gleich mehr.

Bereits vor drei Jahren

Hintergrund des Ganzen ist die geplante Umgestaltung des Areals – und zwar sowohl des Oberen Stadtgartens (ein großer Bereich oberhalb der Hermann-Haffner- sowie der Schillerstraße) als auch des Georgenäumsgartens (vom Georgenäum bis zur Schillerstraße).

Ideen dafür kamen bereits vor rund drei Jahren durch die Gruppe „Tourismus, Freizeit, Natur“ des Arbeitskreises Innenstadt zusammen.

Rund 1,5 Millionen Euro wurden eingeplant; dank einer Förderzusage im Juni 2021 über 90 Prozent dieser Kosten – also 1,35 Millionen Euro – rückte das Projekt auch in greifbare Nähe.

Sperrung als Startschuss

Im Sommer 2022 stellte der Karlsruher Architekt Patrick Humpert ein Konzept vor. Im Frühjahr 2023 wurde bekannt, was wohl umgesetzt werden kann, Ende vergangenen Jahres wurde das Baufeld im Oberen Stadtgarten „freigemacht“ – im Klartext: Gestrüpp, insbesondere Brombeerhecken, musste weichen.

Nun soll es richtig losgehen. Wie David Mogler, Wirtschaftsförderer und Persönlicher Referent des Calwer Oberbürgermeisters, auf Anfrage erklärte, sei mit der Sperrung der „Lehrerparkplätze“ der Startschuss für die Landschaftsbauarbeiten gefallen. Diese laufen nun an.

Der Parkplatz wurde dabei aus zwei Gründen gesperrt: Einerseits, weil dort die Baustelleneinrichtung ihren Platz findet, andererseits weil die Straße ohnehin entsiegelt werden soll. Der Asphalt wird also durch einen durchlässigen Belag ersetzt. Die Straße bleibt befahrbar, die Stellflächen werden dagegen ersatzlos gestrichen.

Deutlicher Gegenwind

Gegen dieses Vorhaben hatte es im vergangenen Sommer deutlichen Gegenwind seitens der Schulgemeinschaft des Hermann-Hesse-Gymnasiums (HHG) gegeben, die sich aus verschiedenen Gründen für den Erhalt von Stellflächen ausgesprochen hatte.

Die Stadt hielt unter anderem dagegen, dass der Asphalt schon deshalb weichen müsse, weil sich dieser – samt der geparkten Fahrzeuge – im Sommer aufheize und damit den Kaltluftstrom in einer der wichtigsten Kalt- und Frischluftschneisen für die Innenstadt abreißen lasse. Bei der Maßnahme handle es sich somit auch um eine Anpassung an den Klimawandel.

Mit Parken ist es ab sofort vorbei

Letzteres ist nicht zuletzt deshalb wichtig, weil auf diesen Zweck auch das Förderprogramm abzielt, aus dem 1,35 Millionen Euro fließen, und das den Namen „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ trägt.

Der langen Rede kurzer Sinn: Mit dem Parken am Stadtgarten ist es ab sofort vorbei. Und die Parkplätze dort werden voraussichtlich nie wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Bis der Stadtgarten fertig verschönert ist, wird indes noch einige Zeit vergehen. Stand jetzt rechnet Mogler mit einem offiziellen Ende der Landschaftsbauarbeiten im Juni 2025 und dem offiziellen Ende der Gesamtmaßnahme im Dezember 2025.

Rutschen „definitiv“ dabei

Zahlreiche Vorhaben sind bis dahin noch umzusetzen, unter anderem neu angelegte Wege oder Treppen, Sitzmauern und ein Erlebnissteg (ähnlich dem Lotharpfad im Nationalpark Schwarzwald) im Oberen Stadtgarten.

Auch die geplanten und vielfach gewünschten Rutschen, die als Abkürzungen beispielsweise den Schulweg beschleunigen könnten, würden „definitiv eingebaut, die Ein- und Ausstiege sind bereits in der jetzigen Ausschreibung vorgesehen“, bekräftigt Mogler. Wie diese später aussehen, sei dagegen noch nicht bekannt.