Der Narrenrat sammelt sich zum Häs- und Maskenabstauben. Foto: Wahl

Mit dem Dreikönigstag ist auch in Bisingen die fünfte Jahreszeit angebrochen. Die Narren im Kirchspiel haben das Regiment übernommen. Einige Eindrücke davon haben wir zusammengestellt.

Zum Beginn der fünften Jahreszeit trafen sich am Dreikönigsabend die Bisinger Narrenzünfte in der Ortsmitte. Vorausgegangen war das traditionelle Masken- und Häsabstauben, Häs ausschittla, Häs auslüften und Besawezza. Auch in Thanheim und Wessingen nahmen sich die Maurochen und Gempleswatter diesem Brauchtum an.

 

Zahlreiche Besucher wohnten der Zeremonie bei

Sternförmig in origineller Aufmachung und mit lodernden Fackeln marschierten die Nichthuldiger und Kirchamäus am Samstagabend auf den von der Feuerwehr ausgeleuchteten Marktplatz und stellten sich im Kreis um den Nichthuldigerbrunnen. Die Zeremonie verfolgte eine große Anzahl an Besuchern, unter anderem Vertreter des Präsidiums vom Narrenfreundschaftsrings Zollernalb.

Die Lumpenkapelle „Daagdieab“ verstand es hervorragend, auf dem Marktplatz einzuheizen. Mit dem Narrenrat und den Gruppensprechern beim Nichthuldigerbrunnen stehend, verkündete Narrenmutter Rosi Schmidt lautstark: „d’Fasnet fiart jeatzt wieder s’Woat“.

Kirchenmäuse führen Tanz auf

Acht Kirchenmäuse bereicherten mit ihrem einstudierten Tanz zum Narrenmarsch. Große Mühe hatten anschließend ein paar Nichthuldiger beim Einzug vom Wedelweible auf dem Ochsenkarren. Dieses zerrte so lange an den Stricken, bis es frei kam und seinen Bewachern in die Nacht entkommen konnte. Über die Fasnet hinweg wird es hier und da auftauchen und für Unruhe und Furore sorgen. Ebenso mussten sich die Nichthuldiger mit dem Hanga Goascht rumplagen. Die „Bisenger Daagdieab Lompa“ trumpften mit dem Bisinger Narrenmarsch „Humor ihr Bisinger Schwoba“, und weiteren Fasnets- und Lumpenliedle auf, wozu die Narren im Kreis mit ihren brennenden Fackeln tanzten.

Butzen strömen auf den Marktplatz

Im Anschluss daran sorgte die Butzenzunft mit Oberbutz Michael Müller mit ihrem Pestschauspiel zur Entstehung ihrer Zunft für einen weiteren Höhepunkt.

Zurückversetzt ins Mittelalter, belebten einige Kanoniere den Marktplatz, als plötzlich mehrere jammernde und krank geplagte blasse Gestalten auftauchten. Der herbei gerufene Medicus stellte bei ihnen die Pest fest, ließ die Erkrankten zunächst Lebertran trinken und hüllte die Szene in Rauch. Er rief die kostümierten Butzen zur Hilfe, um der Pest ein Ende zu bereiten. Diese kamen in großen Scharen aus allen Himmelsrichtungen auf den Marktplatz, kreisten die pestgeplagten Kranken ein, verfrachteten sie auf den mitgebrachten Ochsenkarren und schafften diese unter Aufsicht aus dem Flecken.

Im Züchterheim wird gefeiert

Bei angebotenen Getränken aus dem Butzenwagen verfolgte eine beachtliche Zuschauermenge diese nächtliche Veranstaltung und ließ sich durch die närrische Musik der Lumpenkapelle auf die diesjährige Fasnet einstimmen. Im Züchterheim setzten die Narren ihre Festlichkeiten fort. Neben dem obligatorischen Wurstsalatessen oblag es den „Daagdieab Lompa“, musikalisch einzuheizen. Währenddessen absolvierten im Sportheim Kuhloch die Bisinger Hexen ihr traditionelles Besawezza und das Häs ausschittla.