Während VS-Rotlichtkönig Boki und auch sein Bruder Nermin noch auf ihren Prozess warten, ist eine weitere Führungsfigur der United Tribuns verurteilt worden.
Eine der Führungsfiguren der verbotenen United Tribuns ist nun in Bosnien-Herzegowina zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden. Er war gemeinsam mit den Culums einer der Drahtzieher der illegalen Prostitution.
Dem 47-jährigen Sado D. wurde vorgeworfen, als Teil eines internationalen Prostitutionsrings junge Frauen und Minderjährige aus Bosnien-Herzegowina unter anderem nach Deutschland und der Schweiz geschmuggelt zu haben, um sie dort zur Prostitution zu zwingen. Die Verbindungen führen dabei auch nach Villingen-Schwenningen und der Region.
Die Ermittlungsbehörden waren sich sicher: Der Kriminelle habe junge Frauen in finanzieller Not mit der sogenannten „Loverboy-Methode“ in die Abhängigkeit gebracht, ihnen ein besseres Leben versprochen – und sie anschließend zur Prostitution und zum Drogenhandel gezwungen. Teilweise wurden gefälschte Papiere verwendet, um die Frauen ins Ausland zu bringen.
Die Vorgehensweise war dabei typisch für das Agieren der Gruppierung um Boki. D. soll dabei mit Zustimmung des VS-Rotlichtkönigs und seines Bruders die Infrastruktur der Gruppierung genutzt haben. Im Gegenzug erhielt Boki nach Ermittlungen der Behörden einen Teil der erwirtschafteten Erlöse.
Er muss für 14 Jahre in Haft
Die Frauen sollen für ihre sexuellen Dienste bis zu 1000 Euro verlangt haben. Gleichzeitig drohten ihnen bei Ungehorsam und Fluchtversuchen schwere körperliche Misshandlungen. Zudem wurden sie laut Ermittlungen teilweise unter Drogen gesetzt, um auch bei Krankheit Kunden zu empfangen.
Das dreiköpfige Richtergremium sprach den 47-Jährigen unter anderem der organisierten Kriminalität, Anstiftung zur Prostitution, Gefährdung der öffentlichen Sicherheit sowie des illegalen Waffen- und Sprengstoffbesitzes schuldig. Er muss für 14 Jahre in Haft. In das Strafmaß flossen auch frühere Verurteilungen.
Boki wartet weiter auf seinen Prozess
Derweil wartet Armin Culum alias Boki auf seinen Prozess. Während sein Sohn A. – der als verlängerter Arm seines Vater galt – und drei weitere Beschuldigte im April aus der Untersuchungshaft entlassen wurden, sitzt der Weltpräsident der United Tribuns wegen Fluchtgefahr weiter hinter Gittern in Bosnien-Herzegowina.
Auch sein Bruder Nermin befindet sich seit bald drei Jahren in Untersuchungshaft. Er wurde nach seiner Festnahme in die Schweiz ausgeliefert. Dort laufen die Ermittlungen gegen ihn weiter auf Hochtouren.